Thiem richtet Blick nach vorne

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Thiem richtet Blick auf die Rasen-Saison

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Das Abenteuer French Open samt Kräftemessen mit Superstar Rafael Nadal ist für Dominic Thiem Geschichte. Aber es ist ein Erlebnis, das er trotz klaren Ausgangs zu seinen Ungunsten nie vergessen wird.

Schon am Freitag wollte der 20-jährige Niederösterreicher damit beginnen, weiter an seiner Verbesserung zu arbeiten. Nach ein paar Trainingstagen in Paris legt der Jungstar den Fokus ganz auf Rasen.

"Es gibt viele Sachen zu verbessern. Wenn ich die kleinen Schwächen ausmerze, könnte es gut werden", konstatierte Thiem nach seinem ersten Match vor 15.000 Zuschauern. Nadal hatte ihm beim Shakehands am Netz viel Glück für die Zukunft gewünscht. Eine Zukunft, die für Österreichs Tennis noch viele erfreuliche Momente bringen könnte.

Nadal sieht Topstar-Potential

Denn in der Szene wird Thiem immer mehr zum Thema, auch bei der internationalen schreibenden Presse wird man zusehends darauf angesprochen. "Da habt ihr aber wieder einen", lautet der Tenor. Immerhin ist Thiem der jüngste Top-60-Spieler weltweit.

Nadal, der immer wieder nach jungen Herausforderern befragt wird, hat einen Tipp für Thiem parat: "Er hat jetzt schon einen guten Aufschlag und sehr viel Power mit seiner Vorhand und Rückhand. Er muss die normale Entwicklung durchmachen und bescheiden bleiben, um genauso hart weiter trainieren zu können wie zuvor."

Schließlich werden die aktuellen Superstars nicht ewig weiterspielen. "Ich bin fast 28, Djokovic und Andy (Murray) sind 27, Federer ist 32. Die neue Generation, neue Spieler müssen kommen", meinte Nadal. "Normalerweise wird Dominic in einer kurzen Zeit hier sein und seine Chance bekommen, ein Topstar zu werden und um diese Turniere zu kämpfen."

Unbekannter Belag für Thiem

Doch bis dahin wartet in allen Belangen noch viel Arbeit auf den Lichtenwörther. "Ich werde natürlich ab morgen daran arbeiten, aber es wird eine Zeit lang dauern, bis ich das im Match umsetzen kann", weiß Thiem.

Er freut sich auf die Rasen-Saison, die aber eine Unbekannte für ihn ist. Seit zwei Jahren hat er nicht mehr auf Gras gespielt - noch nie gegen einen Erwachsenen. Im Londoner Queens Club, vielleicht auch in Eastbourne, und natürlich in Wimbledon, wo er als 16-Jähriger einmal mit Nadal trainiert hat, wird Thiem antreten.

Für seinen Coach Günter Bresnik gab die Nadal-Partie nicht viel Neuigkeiten: "Große Erkenntnisse hat die Partie letztendlich nicht aufgeworfen. Man weiß, woran er noch zu arbeiten hat." Für die Zukunft wünscht sich der Wiener unter anderem mehr freie Punkte mit dem Aufschlag und eine bessere Spieldisziplin.

"Er war sicher von der Kulisse beeindruckt, das kann nicht spurlos an ihm vorübergehen", gesteht Bresnik seinem Jungstar zu. Und man dürfe nicht vergessen, dass Thiem eine bessere Partie gegen Nadal hätte abliefern können, wenn er nicht in Madrid durch eine Erkrankung viel Substanz gelassen hätte. "Trotzdem hätte er gegen Nadal zu 99 Prozent verloren."

Kitzbühel ist sicher

Bresnik teilt die Erwartungshaltung Thiems: "Messen kann er sich jetzt schon. Aber dass es für ihn positiv ausgeht, wird - wenn alles gut läuft - noch zwei Jahre dauern, schätze ich."

In Österreich ist der Aufsteiger in diesem Jahr vorerst nur bei einem der zwei Turniere sicher zu sehen - in Kitzbühel. Bresnik: "Da spielt er sicher, das habe ich versprochen. Wien ist nicht sicher. Sicher ist, wenn er genannt hat." Es gebe auch noch zwei andere Turniere in der Woche. "Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass er in Wien spielt. Aber er ist ein Profi und da muss man nach ein paar anderen Kriterien auch entscheiden."

Ein wichtiges Kriterium im Hinblick auf den Herbst ist wohl auch eine anstehende Entscheidung um den noch abzuleistenden Grundwehrdienst beim Bundesheer. "Das ist ihm sicher noch ein Dorn im Auge, dass er nicht weiß, wann er einrückt und wie lange und wohin." Ein weiteres Hinausschieben um ein Jahr möchte Bresnik eher vermeiden. "Das könnte man tun, aber ich möchte das erledigt haben und nicht, dass er weder Vorbereitung noch Turniere spielen kann."

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