"Man müsste mich erschießen"

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Serena Willliams: "Man müsste mich erschießen"

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Im Vorjahr kürte sich Serena Williams in Roland Garros mit 31 Jahren und 247 Tagen zur zweitältesten French-Open-Siegerin der Geschichte.

Nur die Polin Zszuzsa Kormoczy war 1958 mit 33 Jahren noch ein bisschen älter als der US-Superstar.

Der Rekord geht sich damit also zwar auch heuer knapp nicht aus, an der Favoritenstellung der aktuellen Nummer eins der Welt ändert dies freilich nichts.

„Bin wie ein guter Wein“

„Ich bin wie ein guter Wein – zumindest im Tennis“, lacht Williams. „Mein Spiel wird von Jahr zu Jahr besser und besser.“

„Ich bin einfach erwachsener geworden“, präzisiert sie vor ein paar Tagen gegenüber dem britischen TV-Sender „BT-Sport“. „Ich bin zu einem ernsthaften Individuum auf dem Court geworden.“

Als Person habe sich die 17-fache Grand-Slam-Gewinnerin aber trotz ihrer mittlerweile 19 Jahren Profi-Tennis, in denen sie 56 Millionen Dollar Preisgeld erspielte, nicht geändert. „Ich bin immer noch derselbe Mensch. Das sagen die Leute immer wieder zu mir. Kein Titel konnte das bislang ändern.“

„Nach einem Turnier gehe ich nach Hause und fühle mich als Otto Normalverbraucher. Ich will mich auch auf gar keinen Sockel stellen. Für mich ist jeder Mensch gleich“, gibt sich die jüngste von insgesamt fünf Schwestern bodenständig.

Keine Kommentare zum Privatleben

Dass sie trotzdem von der Öffentlichkeit als Diva angesehen wird, kann Williams aber auch verstehen. „Die Leute sehen mich ja nur auf dem Court und in den Medien. Bei solchen Auftritten setzt jeder ein bisschen eine Maske auf, um sich selbst zu schützen.“

Dementsprechend defensiv agiert Williams mittlerweile auch, wenn es um ihr Liebesleben geht. Die Beziehung zu ihrem Coach Patrick Mouratoglou bestätigte sie nie offiziell. Auch die Trennung vor wenigen Monaten blieb unkommentiert. Sportlich arbeiten die beiden aber immer noch zusammen.

„Für mich hat derzeit die Karriere die oberste Priorität“, will Williams die ihr noch verbleibenden Jahre auf der WTA-Tour so gut als möglich zu nützen und unterdrückt dementsprechend die Sehnsucht nach einer Familiengründung.

 „Alles andere muss warten. Das weiß aber jeder, mit dem ich spreche. Derzeit bin ich einfach ein wenig egoistisch. Nach der Karriere werde ich – hoffentlich – noch genug Zeit für ein zweites Leben haben“, so Williams, die selbst aber unbedingt einmal Kinder haben will.

Holpriger Start in die Sandplatz-Saison

Bis dahin will sie aber noch so viele Siege wie möglich einfahren. In Roland Garros peilt sie in den nächsten zwei Wochen ihren dritten Titel nach 2002 und 2013 an.

Nach einem etwas holprigen Start in die Sandplatz-Saison ist der US-Superstar mittlerweile wieder guter Dinge. In Charleston kassierte sie Anfang April auf grünem Sand eine überraschende Auftaktniederlage gegen die Slowakin Jana Cepelova. Danach nahm sich Williams eine einmonatige Auszeit.

"Fiebere jedem Spiel entgegen"

Erst beim WTA-Premier-Turnier in Madrid stieg sie wieder ins Geschehen ein, zog nach drei souveränen Siegen aber vorzeitig wegen einer Hüftblessur wieder aus dem Event heraus. Eine Woche später konnte Williams aber ihre Fans beruhigen.

In Rom marschierte sie in eindrucksvoller Manier zu ihrem 60. WTA-Titel. Nur im Halbfinale gegen Ana Ivanovic musste die dominante Afro-Amerikanerin einen Satz abgeben. Mit diesem Erfolg zementierte Williams auch ihre Favoritenstellung in Roland Garros ein.

Am Willen wird es ihr in Paris ganz sicher nicht mangeln: „Ich fiebere jedem Spiel entgegen. Ich sage immer, wenn mich jemand aufhalten will, müsste er mich erschießen.“

Christian Frühwald

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