Nadal triumphiert zum neunten Mal in Roland Garros

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Rafael Nadal ist und bleibt der König von Paris.

Der 28-jährige Spanier rang am Pfingstsonntag im Traum-Finale der French Open den Serben Novak Djokovic nach 3:31 Stunden mit 3:6,7:5,6:2,6:4 nieder.

Nadal sicherte sich damit den fünften Paris-Titel en suite, den insgesamt neunten an der Seine und schon den 14. Major-Titel bei einem der Slams.

Für den Sieg kassiert Nadal 1,65 Mio. Euro und bleibt damit auch Nummer eins der Welt vor Djokovic.

Der ein Jahr jüngere Serbe muss hingegen noch auf seinen ersten French-Open-Sieg warten.

Es ist der einzige ihm noch fehlende Major-Titel, doch auch in seinem zweiten Paris-Finale war es wieder Nadal, der ihm diese Suppe versalzte.

Des Siegens nicht müde

Nadal sank nach dem Matchball auf die Knie und war nicht um eine Spur weniger emotional als bei den acht vorangegangenen Titeln auf dem Court Philippe Chatrier.

Dieser Mann wird des Siegens nicht müde und man darf ihn eigentlich trotz all seiner Triumphe nicht als "erfolgsverwöhnt" bezeichnen.

Immer noch übermannen diesen Superstar seine Emotionen. "#DREAMIN9" twitterte Nadal noch vor seiner Siegeransprache.

Nadal glaubt an Djokovic

"Es ist sehr emotional für mich. Das Tennis hat mir zurück gegeben, gegenüber dem, was in Australien passiert ist. Es ist sehr schwierig für mich, jetzt zu reden", gestand Nadal, der sich im Melbourne-Endspiel im Jänner Stan Wawrinka und auch einer Rückenverletzung hatte beugen müssen.

Zu Djokovic, der zuvor minutenlange, mitfühlende Ovationen des Publikums erfahren hatte und seine Tränen kaum im Zaum halten konnte, zeigte sich der Mallorquiner einmal mehr sehr sportlich.

"Es tut mir leid. Es ist immer sehr schön, gegen dich zu spielen. Ich glaube, dass du hier einmal gewinnen wirst."

23:19 im Head-to-Head

Nadal meinte, es wäre eine große Herausforderung gewesen, gegen seinen Dauerrivalen anzutreten.

"Ich habe die letzten vier Male gegen ihn verloren", erinnerte Nadal. Seine Bilanz gegen den "Djoker" lautet nun aber 23:19-Erfolge - mit 42 Duellen gibt es in der Geschichte der Profi-Ära kein Aufeinandertreffen zweier Stars, dass es öfter gegeben hat.

"Es ist unglaublich für mich, dass ich erneut diese Trophäe geholt habe."

Djokovic punktet bei der Rede

"Was soll ich sagen, ich kann Rafa nur gratulieren. Es waren viele Emotionen. Ich werde es nächstes Jahr wieder probieren", versprach Djokovic, der zumindest mit seinem flüssigeren Französisch im Vergleich zu Nadal der Bessere war.

"Ich habe nicht auf dem Level gespielt, das ich erwartet habe, besonders in der zweiten Hälfte des Matches", sollte er später hinzufügen.

Nadal erhielt den "Coupe des Mousquetaires" aus den Händen des früheren Weltstars Björn Borg. Der Schwede hatte die French Open einst selbst sechs Mal gewonnen.

Djokovic wirkte müde

Die Weichen zum Sieg stellte Nadal im umkämpften zweiten Satz. Den ersten hatte er nach 43 Minuten an den Herausforderer aus Serbien 3:6 abgeben müssen.

Ein Break zum 4:2 im zweiten Durchgang konnte Djokovic noch egalisieren, doch im zwölften Game musste der Weltranglisten-Zweite neuerlich den Aufschlag abgeben.

Nadal glich aus, ein 0:2 in Sätzen war verhindert: "Es wäre sehr schwer geworden, weil ich auch müde geworden bin. Das war sehr wichtig." Djokovic wirkte dann, ähnlich wie schon im Semifinale gegen Ernests Gulbis, vor allem im dritten Satz, der 6:2 klar an Nadal ging, müde.

Unwürdiger Abschluss

Nadal lag in seinem "Wohnzimmer" mit 2:1-Sätzen voran: da wusste auch Djokovic, dass er dies wohl kaum noch drehen kann.

Zwar bekam Djokovic nach dem neuerlichen Ausgleich zum 4:4 nach 2:4 nochmals Aufwind, aber Nadal ließ Satz fünf nicht mehr zu.

Als beim ersten Matchball und Aufschlag Djokovic ein unsportlicher Zuschauer zwischen den ersten und zweiten Aufschlag störend Einfluss nahm, passierte dem Serben ein Doppelfehler. Ein etwas unwürdiger Abschluss nach zwei Wochen Tennis.

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