"Es war ein Super-Gefühl"

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Dominic Thiem liefert gegen Nadal Talentprobe ab

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Dominic Thiem hat am Donnerstag in der zweiten Runde der French Open den großen Champion Rafael Nadal noch nicht in Bedrängnis bringen können.

Doch der 20-jährige Niederösterreicher zeigte vor rund 15.000 Zuschauern auf dem Court Philipp Chatrier erneut, welch vielversprechender Spieler er ist.

Nach 2:05 Stunden ging Nadal als klarer 6:2,6:2,6:3-Sieger vom Platz. Doch ehe er ging, lobte er Thiem.

"Ein zukünftiger Star"

"Er ist ein zukünftiger Star der Szene und hat gezeigt, dass er ein Champion werden kann. Ich wusste, dass es ein schweres Spiel wird, weil ich wusste, wie er spielen kann."

Ein Lob aus dem Mund des Weltranglisten-Ersten und achtfachen French-Open-Champions, das er keinesfalls nur aus Freundlichkeit von sich gegeben hat.

Selbst die spanischen Journalisten, die sich zuvor ein wenig besorgt nach Thiem erkundigt hatten, atmeten durch und meinten nach dem glatten Sieg zur vermeintlichen Gefahr: "Noch nicht."

Thiem: "Es war ein Super-GEfühl"

Für Thiem selbst war es die erste große Bühne, erstmals spielte er bei einem Major-Turnier auf dem Center-Court.

"Es war natürlich ein Super-Gefühl. Der Platz war voll, und gegen ihn da zu spielen, ist wahrscheinlich eine der größten Herausforderungen, die es überhaupt im Sport gibt", erklärte Thiem.

Seine Leistung sei "Okay" gewesen, von der Vorhand und der Rückhand habe er sich gut gefühlt, aber das Spiel sei auch von vielen "Rookie-Fehlern" geprägt gewesen.

27 Winner von Thiem  

Im vierten Match Thiems gegen einen Top-Ten-Spieler war das erste Duell mit Nadal, der mit diesem Erfolg seine unglaubliche Roland-Garros-Bilanz auf 61 Siege bei nur einer Niederlage schraubte, das einseitigste.

Immerhin gelangen Thiem 27 Winner, bei auch 41 unerzwungenen Fehlern. Von Vor- und Rückhand hatte Thiem keinesfalls Probleme, das Tempo Nadals zu halten, im Gegenteil: Mitunter überraschte er den Spanier.

Zweimal gelang es Thiem, den Aufschlag des Weltranglisten-Erste zu durchbrechen: Bei 1:5 im ersten Satz und zum 2:1 im dritten Satz. Eine 3:1-Führung im letzten Satz war auch das höchste der Gefühle für Thiem, der danach allerdings kein Spiel mehr machte.

"Kann viel lernen"

"Ich kann viel lernen, zu viel, dass ich es jetzt alles aufzähle. Das ich am Netz schwach bin, habe ich vorher auch schon gewusst. Ich habe zu viele Anfänger-Fehler gemacht. Es war so, wie wenn ein Schüler gegen einen Lehrer spielt."

U.a. bekrittelte Thiem seine vielen Stopps, die ihm wie aus heiterem Himmel eingefallen wären. "Ich habe zehn Stopps gespielt und keinen Punkt davon gewonnen."

Das Lob Nadals auf dem Platz hat Thiem nicht mehr gehört. "Aber natürlich ist es eine Ehre für mich, wenn jemand wie er das sagt, weil er sollte es wissen."

Wechsel auf Rasen

Thiem bleibt noch einige Tage zum Training in Paris, wird dann kurz zu Hause sein, ehe es so schnell wie möglich auf Rasen geht.

"Das wird die nächste Herausforderung. Ich habe letztes Jahr gar nicht auf Gras gespielt und überhaupt noch nie gegen einen Mann auf Gras. Aber ich freue mich schon drauf."

Nächster Turniereinsatz ist im Londoner Club Queens, vielleicht auch Eastbourne sowie Wimbledon, danach soll ein Trainingsblock erfolgen.

Haider-Maurer verliert gegen Aufschlag-Kanonier

Bereits zuvor war Qualifikant Andreas Haider-Maurer wie befürchtet ausgeschieden.

Der 27-jährige Niederösterreicher war gegen den "Aufschlag-Riesen" Ivo Karlovic (CRO) ohne Siegchance und musste sich nach 1:47 Stunden letztlich glatt mit 5:7,3:6,4:6 geschlagen geben.

"Dass er gut serviert, habe ich erwartet, aber so konstant. Ich war bei seinen Aufschlagen chancenlos und er hat mich auch von hinten total überrascht", stellte Haider-Maurer fest.

Österreichs aktuell drittbester Spieler hielt das Match gegen die Nummer 37 der Welt zunächst offen, plagte sich aber von Beginn an mit seinen Servicegames mehr als der 35-jährige Kroate.

Mit einem Doppelfehler ermöglichte er Karlovic beim 5:6 den ersten Satzball, den dieser auch nützte.

"Das habe ich leider blöd hergegeben. Gegen ihn darf man sich nichts leisten." Nach einem Break zum 5:3 nach erst 68 Minuten servierte Karlovic vorentscheidend zur 2:0-Satzführung aus.

AHM mit 4:1-Bilanz aus Paris

"Es war positiv. Ich wollte mich qualifizieren, hab das geschafft und ich kann mir jetzt bei der Niederlage nicht viel vorwerfen", sagte Haider-Maurer, der Paris immerhin mit einer 4:1-Bilanz an Siegen verlässt.

Er spielt vor Wimbledon zwei Sandplatz-Challenger in Fürth und Kosice.

Beim Rasen-Grand-Slam-Turnier wird es für ihn noch eng in Sachen direkte Qualifikation. "Da muss ich noch hoffen, aber wenn nicht, dann spiele ich Qualifikation."

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