Djokovic beendet Nadal-Ära

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Djokovic beendet Nadal-Ära bei den French Open

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Novak Djokovic hat in beeindruckender Manier seinen ersten Sieg gegen Rafael Nadal bei den French Open geschafft.

Der Weltranglistenerste setzte sich in einem "vorweggenommenen Finale" am Mittwoch im Viertelfinale mit 7:5,6:3,6:1 durch und durfte im siebenten Paris-Duell mit dem "Paris-König" zum ersten Mal jubeln.

Für Nadal war es im 72. Spiel in Roland Garros erst die zweite Niederlage.

Zwei Hürden vor Djokovic

Djokovic hat damit nur mehr zwei Hürden auf dem Weg zu seinem ersten Titelgewinn in Roland Garros vor sich. Paris ist ja das einzige Grand-Slam-Turnier, das der Serbe noch nie gewinnen konnte.

In seinem siebenten Paris-Halbfinale wartet auf den Australian-Open-Sieger nun der als Nummer drei gesetzte Schotte Andy Murray, der den auf Position sieben eingestuften Spanier David Ferrer mit 7:6(4), 6:2, 5:7, 6:1 besiegte.

Djokovic verkürzte damit im Head-to-Head mit Nadal auf 21:23, bei Grand-Slam-Events ist der siegreiche Serbe nun nur mehr 4:9 zurück.

In Paris hatte er zuvor gegen Nadal in den Jahren 2006 (Viertelfinale), 2007 (Halbfinale), 2008 (Halbfinale), 2012 (Finale), 2013 (Halbfinale) und 2014 (Finale) stets Niederlagen kassiert, für die er sich nun eindrucksvoll revanchierte.

27. Sieg in Folge

"Rafa ist ein großer Champion. Es ist immer ein Vergnügen gegen ihn zu spielen, besonders hier", sagte Djokovic nach der Partie.

"Ich wusste, dass ich aggressiv spielen und konzentriert bleiben muss. Aber das ist nicht so einfach. Ich hoffe, dass ich hier so weiterspiele."

Für ihn war es bereits der 27. Matchsieg in Serie, dabei hat er zuletzt hintereinander die Titel in Indian Wells, Miami, Monte Carlo und Rom gewonnen.

Nadal: "Novak war einfach zu gut"

Der entthronte Titelverteidiger Nadal wollte nach einer der bittersten Niederlage seiner Karriere so schnell wie möglich weg. Bereits 20 Minuten nach dem Match saß er im Medienraum, seinen 29. Geburtstag hatte er sich anders vorgestellt.

"Novak war einfach zu gut, so einfach ist das", sagte die langjährige Nummer eins der Welt mit grimmiger Miene.

"Aber ich habe hier 2009 verloren und es war nicht das Ende und ich habe heute verloren und es ist auch nicht das Ende. Ich werde hart arbeiten und stärker wiederkommen."

Vorentscheidender erster Satz

Den Grundstein für den Erfolg legte Djokovic schon im ersten absolut hochkarätigen Satz.

Der Serbe ließ zwar eine 4:0-Führung ungenützt und Nadal wieder auf 4:4 herankommen, erfing sich in der Folge aber wieder.

Beim Stand von 4:5 konnte Nadal gleich drei Satzbälle und bei 5:6 weitere zwei abwehren, die sechste Chance ließ sich Djokovic aber nicht entgehen, holte sich Satz eins nach 1:07 Stunden mit 7:5.

Nadal kann aus den Top Ten fallen

Im zweiten Durchgang war Djokovic bei seinen Aufschlagsspielen ungefährdet, Nadal hatte demgegenüber mehr Mühe und musste zum 3:5 auch das entscheidende Break hinnehmen.

Der Ranglistenprimus hatte in der Folge zwar Probleme beim Ausservieren, nutzte aber seinen vierten Satzball nach 46 Minuten zum 6:3. Nadal war gebrochen und stand im dritten Satz auf verlorenem Posten.

Seine erst zweite Niederlage beim Sandplatz-Highlight des Jahres nach jener 2009 im Achtelfinale gegen den Schweden Robin Söderling war nach 2:26 Stunden fix.

Nadal wird damit im Ranking von Platz sieben weiter zurückrutschen, er könnte eventuell sogar zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder einmal aus den Top Ten fallen.

Ferrer wehrt sich

Murray hätte schon im dritten Satz den Sack zumachen können, ließ allerdings einen Matchball beim Stand von 5:4 aus und verlor in der Folge noch den Satz. Im vierten Durchgang fand er aber schnell wieder zu alter Stärke zurück und fertigte Ferrer ab, nutzte nach 3:16 Stunden Spielzeit seinen dritten Matchball zum 6:1.

Murray darf damit weiter von seinem ersten Titelgewinn in Roland Garros träumen, schon ein Finaleinzug beim Sandplatz-Highlight wäre eine Premiere für den 28-jährigen Ex-Sieger der US Open (2012) sowie von Wimbledon (2013), der in Paris zum dritten Mal (zuvor 2011 und 2014/jeweils Niederlage gegen Rafael Nadal) bis ins Halbfinale vorgedrungen ist.

Im Head-to-Head mit Djokovic liegt Murray 8:18 zurück, die jüngsten sieben Duelle entschied der Weltranglistenerste aus Serbien allesamt für sich.

2015 setzte sich Djokovic bereits bei den Australian Open, sowie den Masters-Turnieren in Indian Wells und Miami gegen den Schotten durch.

Murray hat diese Saison nach den Triumphen in München und Madrid zwei Turniersiege auf Sand auf dem Konto.

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