Paris-Debakel für S. Williams

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Serena Williams scheitert an junger Spanierin

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Novak Djokovic und Roger Federer ziehen programmgemäß in die dritte Runde der French Open von Paris ein.

Der an Nummer zwei gesetzte Serbe setzt sich gegen den Franzosen Jeremy Chardy mit 6:1, 6:4 und 6:2 ebenso in drei Sätzen durch wie der an Nummer vier gesetzte Schweizer gegen den Argentinier Diego Sebastian Schwartzmann mit 6:3, 6:4 und 6:4.

Der an sechs gereihte Tscheche Tomas Berdych setzt sich gegen Aleksandr Nedovyezov (KAZ) mit 6:7(4), 6:4, 7:5 und 6:3 durch.

Serena Williams musste sich am Mittwoch sensationell in der zweiten Runde der French Open geschlagen geben.

Die Titelverteidigerin und Weltranglisten-Erste aus den USA ging in Roland Garros gegen die 20 Jahre junge Spanierin Garbine Muguruza mit 2:6, 2:6 unter.

Nach ihrem Viertelfinal-Aus bei den Australian Open in Melbourne ist für die Titel-Favoritin damit auch beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres überraschend früh Endstation.

"Man kann nicht jeden Tag da sein"

"Ich glaube nicht, dass irgendetwas heute geklappt hat. Es war eben einer dieser Tage, man kann nicht jeden Tag da sein. Aber ich hasse es, dass mir das bei einem Grand Slam passiert", sagte Williams mit leiser Stimme, sichtlich frustriert. "Es passiert, es ist nicht das Ende der Welt."

Die 32-jährige US-Amerikanerin hatte sich auf dem Platz überhaupt nicht wie eine 17-fache Grand-Slam-Siegerin gezeigt, doch sie vergaß nicht, ihre Gegnerin zu loben. Im Endeffekt war dies aber wohl mehr aus Respekt, denn sie weiß, dass sie viel besser spielen kann.

"Meine ersten Monate waren überhaupt nicht großartig. Ich bin dieses Jahr bei einem Grand Slam noch nicht weiter als bis in die vierte Runde gekommen", klagte Williams und ergänzte, "ich hätte ein paar Worte, um das zu beschreiben, aber ich denke, das wäre nicht angebracht, also lasse ich es."

Muguruza überrascht Williams

Als gäbe es keine Altersgrenzen, sieht sie sich auch 2015 wieder hier am Start. "Es gibt immer ein nächstes Jahr. Zumindest habe ich nächstes Jahr keine Punkte zu verteidigen." Sie werde nun heimreisen und "fünf Mal so hart arbeiten, um sicher zu gehen, dass ich nie mehr verliere."

"Es ist einfach unglaublich!"

"Es ist einfach unglaublich. Ich habe einfach wirklich gut gespielt und bin suuuuuper glücklich", strahlte die Außenseiterin nach ihrem Sensations-Sieg.

"Ich habe sehr aggressiv und konzentriert gespielt. Ich wollte Druck machen und das ist mir auch gelungen."

"Heute ist ein Riesentag für mich. Schauen wir einmal, wie es bei diesem Turnier für mich weitergeht", meinte Muguruza cool.

Schmiedlova schlägt Venus Williams

Ihre nächste Gegnerin ist Anna Schmiedlova. Die junge Tschechin eliminierte kurz vor dem Aus von Serena deren Schwester Venus Williams, Finalistin von 2002, mit 6:2, 3:6, 4:6.

Schmiedlova stand in Roland Garros 2012 im Junioren-Endspiel und ist bereits die Nummer 57 im WTA-Ranking.

Shooting-Star Eugenie Bouchard (CAN/18) muss bei ihrem 2:6, 6:2, 6:1-Erfolg über die Deutsche Julia Görges einen Satzverlust hinnehmen.

Sharapova siegt

Die an sieben gesetzte Russin Maria Sharapova, Sieger von 2012, zieht mit einem 7:5, 6:2-Erfolg über die Bulgarin Tsvetana Pironkova in die dritte Runde der French Open ein.

Ausgeschieden ist hingegen überraschend Alize Cornet: Die an 20 gesetzte Französin, für viele Experten eine Geheim-Favoritin, unterliegt der erst 18 Jahre alten US-Amerikanerin Taylor Townsend mit 4:6, 6:4, 4:6.

Das Ausnahme-Talent trifft nun auf Carla Suarez Navarro (ESP/14).

Alexander Peya und Bruno Soares, das als Nummer zwei gesetzte Weltklasse-Doppel, hat am Mittwoch die erste Hürde bei den French Open gemeistert.

Der Wiener und der Brasilianer bezwangen Denis Istomin/Lukas Rosol (UZB/CZE) 7:5,6:4. Peya war nach dem ersten Auftritt in Roland Garros zufrieden.

"Die erste Partie ist generell immer schwer bei einem Turnier, die hat immer ihre eigenen Gesetze. Aber wir haben sehr gut gespielt", meinte der 33-jährige Wiener, die Nummer drei der Welt im Doppel.

"Die Bedingungen sind nicht einfach und nicht sehr sommerlich. Es war ein unangenehmes Los, gerade bei den Bedingungen, die nicht so schnell sind."

Die Zielsetzung für Peya/Soares ist trotz einer bisher eher missglückten Sand-Saison klar. "Das Ziel ist für uns immer: wir wollen ein Grand-Slam-Turnier gewinnen. Aber man muss auch sehen, die letzten Wochen waren bei uns nicht so erfolgreich."

Peya hofft, dass er und Soares nun einen guten Turnier-Rhythmus bekommen. Gemeinsam mit dem Südamerikaner erreichte er im Vorjahr beim größten Sandplatz-Turnier der Welt das Halbfinale.

Oswald gewinnt Vorarlberger Duell

Einen österreichischen Sieger musste es im zweiten Doppel mit ÖTV-Beteiligung geben, denn mit Philipp Oswald an der Seite von Guillermo Garcia-Lopez (ESP) und Routinier Julian Knowle mit Michal Mertinak (SVK) standen sich zwei Vorarlberger gegenüber.

Der 28-jährige Oswald, der vergangenen Samstag mit Martin Klizan (SVK) den Titel in Nizza geholt hat, setzte sich im "Ländle-Duell" mit 6:4,6:2 durch.

Oswald sorgt dafür, dass die Österreicher auch in Zukunft im Doppel stark vertreten sind. Nach dem zweiten ATP-Titel nach Sao Paulo in diesem Jahr kletterte er am Montag auf Platz 50 und ist erstmals in diesem Kreis vertreten.

"Ich habe es schon gemerkt, als ich hier angekommen bin. Die Spieler, die mir gratuliert haben..., dass die mich überhaupt kennen. Also ein ganz neues Gefühl", freute sich Oswald, dem u.a. Doppel-Star Daniel Nestor oder Bernard Tomic gratuliert haben. "Die habe ich vorher kaum gegrüßt, weil ich mich entweder nicht getraut habe oder sie nicht gekannt habe", gestand Oswald.

"Nicht leicht, gegen sein Idol zu spielen"

"Gegen Julian war es nicht leicht vom Kopf her, da habe ich immer hochgeschaut. Es ist nicht so leicht gegen sein Idol zu spielen, darum bin ich froh, dass es geklappt hat", erklärte der Vorarlberger, der normalerweise die gesamte Saison mit Garcia-Lopez spielt.

Der Spanier hat in Paris mit dem Vier-Satz-Sieg über Stan Wawrinka in Runde eins überrascht.

Die nächsten Gegner stehen für Garcia-Lopez/Oswald schon fest und werden mit den als Nummer 12 gesetzten Spaniern Marcel Granollers/Marc Lopez eine ganz schwere Hürde.

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