Nadal und Djokovic im Endspiel der French Open

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Novak Djokovic fehlt bei den French Open in Paris nur noch ein Sieg zu seinem erträumten "Djoko Slam".
 
Der serbische Weltranglisten-Erste nahm am Freitag erfolgreich Revanche für die denkwürdige Halbfinal-Pleite von 2011 gegen Roger Federer und siegte ungefährdet 6:4,7:5,6:3.
 
Mit seinem ersten Roland-Garros-Triumph könnte der 25-Jährige als erst dritter Tennisprofi alle vier Grand-Slam-Titel auf einmal halten.
 
Im Weg steht Djokovic allerdings noch ein scheinbar unschlagbarer Sandplatz-König Rafael Nadal, der selbst Geschichte schreiben will.
 
Nadal will Titel Nummer sieben
 
Nach seiner Gala beim 6:2,6:2,6:1 gegen David Ferrer greift der Spanier nach seinem siebenten French-Open-Titel - und damit nach dem alleinigen Paris-Rekord von Legende Björn Borg.
 
"Er spielt hier sein bestes Tennis. Er ist der Favorit", betonte Djokovic noch auf dem Platz. "Das ist wirklich ein Traum", sagte der Serbe über den möglichen "Djoko Slam" in mühevollem, aber bejubeltem Französisch.
 
Alle vier Grand-Slam-Titel hielten bisher erst Donald Budge (1938) und Rod Laver (1962 und 1969). "Jetzt genieße ich erst einmal meinen Erfolg und danach denke ich an das Finale", betonte der Serbe nach seinem ersten Final-Einzug in Paris.
 
Djokovic einen Tick cooler
 
Vorjahresfinalist Federer erwischte gegen Djokovic den besseren Start in einem intensiven, aber nicht hochklassigen Match bei windig-nass-kaltem Wetter. Ihm gelang zum 3:2 das erste Break, allerdings kassierte der Roland-Garros-Sieger von 2009 prompt das Rebreak.
 
In den Big-Point-Situationen war der "Djoker" einen Tick cooler und durchbrach das Service des sechzehnfachen Grand-Slam-Turniersiegers erneut zum 6:4.
 
Im zweiten Satz lag der 30-jährige Schweizer sogar schon mit Doppelbreak 3:0 und noch mit 5:3 in Front, fing sich aber insgesamt unerklärliche vier Aufschlagverluste ein.
 
Im dritten Durchgang verwandelte Djokovic nach einer Partie, die gerade wegen unerklärlich vieler leichter Fehler Federers von der Klasse hinter den immensen Erwartungen zurückblieb, seinen zweiten Matchball nach gerade einmal 2:05 Stunden Spielzeit.
 
Bärenstarker Nadal
 
Aus dem Trio der "drei Musketiere" des Herren-Tennis präsentierte sich vor allem Nadal bärenstark. Auch durch eine Regenunterbrechung ließ er sich nicht von seiner Mission abbringen und deklassierte den Weltranglisten-Sechsten Ferrer in nur 1:46 Stunden Spielzeit.
 
"Das war mein bisher bestes Match hier in diesem Jahr", sagte der 26-Jährige, der am Bois de Boulogne 2012 ohne Satzverlust blieb.

Nach dem einseitigen Match und Nadals 51. Satzgewinn auf roter Asche in Serie sprachen in Frankreichs Hauptstadt nicht wenige von einer perfekten Leistung.
 
"Ich glaube nicht an Perfektion. Ich habe ein sehr solides Match bei nicht einfachen Bedingungen gespielt", kokettierte Nadal. Später musste er dann aber doch einräumen: "Vielleicht habe ich heute alles richtig gemacht."
 
"Einer meiner besten Freunde"
 
Für seinen Gegner fand Nadal tröstende Worte: "Ich konnte nicht erwarten, so in einem Roland-Garros-Halbfinale gegen einen der besten Spieler der Welt zu gewinnen. David tut mir sehr leid. Er ist einer meiner besten Freunde auf der Tour."
 
Nadal, den die "L'Equipe" jüngst als "bestialisch" bezeichnet hatte, feierte seinen 51. Sieg im 52. French-Open-Match. "Ich konnte nichts machen", gab Ferrer zu.
 
Nadal bestätigte damit die Tennis-Granden von John McEnroe über Mats Wilander bis Borg, die dieser Tage alle über Nadal ins Schwärmen geraten sind.
 
Borg, als sechsfacher Paris-Champion (noch) gemeinsamer Rekordhalter mit Nadal, meinte kürzlich beeindruckt: "Für mich ist Rafa der beste Sandplatzspieler der Geschichte."
 
Wilander sagte: "Nadal ist besser als jemals zuvor." Und davon konnten sich alle 15.000 staunenden Zuschauer auf dem ausverkauften Centre Court Philippe Chatrier überzeugen.

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