Paris-Aus für Roger Federer

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Federer-Aus in Paris, Murray gewinnt Fünf-Satz-Thriller

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Eine Überraschung setzte es am Sonntagnachmittag bei den French Open:

Superstar Roger Federer musste sich im Achtelfinale Ernests Gulbis geschlagen geben.

Der 32-jährige Schweizer, in Roland Garros an vier gesetzt, verlor gegen den lettischen Bresnik-Schützling mit 7:6 (5), 6:7 (3), 2:6, 6:4, 3:6.

Im Head-to-Head kann Gulbis damit auf 2:2 ausgleichen.

"Frustration ist groß"

Federer hält damit weiterhin bei 41. Viertelfinal-Teilnahmen in Grand-Slam-Turnieren und muss sich den Rekord weiter mit Jimmy Connors teilen. "Die Frustration ist recht groß. Ich habe mich physisch und mental gut gefühlt und geglaubt, dass ich in guter Form bin", sagte der Paris-Sieger von 2009.

Für ihn war es die zweite Enttäuschung in Folge nach dem Zweitrunden-Aus in Rom. Federer ist nun bei drei der jüngsten vier Grand-Slam-Turniere schon vor dem Viertelfinale ausgeschieden, in Wimbledon war es die 2. Runde, bei den US Open genauso wie jetzt das Achtelfinale. Bei den Australian Open war hingegen erst im Semifinale Endstation.

Nach einem schlechten Start und einem 2:4-Rückstand hatte Federer die Partie bis fast zum Ende des zweiten Satzes im Griff.

Der Weltranglistenvierte holte sich den ersten Durchgang mit einem starken Tiebreak und konterte ein Break des Letten im zweiten Satz gleich mit zwei eigenen.

Letztlich war es wohl ein Punkt, der die Partie aus Federers Sicht in die falschen Bahnen lenkte. Bei 5:3 und 40:15 kam Federer zu zwei Chancen auf eine 2:0-Satzführung. Bei der ersten verpasste er es, die Sache mit einem Smash klarzumachen. Gulbis erlief den Ball und schlug einen Winner mit der Rückhand. Es folgten zwei Vorhand- und ein Rückhandfehler des Schweizers - und alles war wieder offen.

Gulbis gleicht im Head-to-Head aus

Das Momentum hatte aber zu Gulbis gewechselt, der den zweiten Satz im Tiebreak und den dritten überlegen mit 6:2 gewann. Federer konnte aber noch einmal kontern.

Im vierten Satz führte er 5:2, als Gulbis den Platz verließ, um sich wegen einer kleineren Verletzung behandeln zu lassen. Danach fand der 17-fache Grand-Slam-Turniersieger seinen Rhythmus nicht mehr.

Satz vier konnte er zwar noch 6:4 für sich entscheiden, im Entscheidungsdurchgang ging er aber völlig zurecht als Verlierer vom Platz. Gulbis verwertete nach 3:42 Stunden gleich seinen ersten Matchball und glich im Head-to-Head mit Federer auf 2:2 aus.

"Größter Sieg meiner Karriere"

"Es ist der größte Sieg meiner Karriere", sagte Gulbis. Der Bresnik-Schützling hatte zuvor diese Saison schon mit den Titel-Gewinnen in Nizza und Marseille auf sich aufmerksam gemacht und sich mittlerweile auf Position 17 im Ranking vorgearbeitet.

In seinem zweiten Paris-Viertelfinale nach 2008 bekommt er es nun mit dem als Nummer sechs gesetzten Tschechen Tomas Berdych zu tun. Der einstige Wimbledon-Finalist schaltete den US-Amerikaner John Isner mit 6:4,6:4,6:4 aus.

"In Frankreich spiele ich sehr gut. Ich habe die Turniere in Marseille und Nizza gewonnen, hoffentlich ist Paris das nächste", traut sich Gulbis den ganz großen Erfolg zu.

Berdych: "Plan ist aufgegangen"

"Mein Plan ist aufgegangen. Ich bin sehr glücklich, dass ich hier in drei Sätzen gewonnen habe", freute sich Berdych, der in Roland Garros erst einmal das Halbfinale erreichte (2010), nach der Partie.

"Mir sind in allen Sätzen schnelle Breaks gelungen. Das hat mir natürlich viel geholfen. Vor allem, wenn man gegen einen Spieler wie John spielt", war der Tscheche glücklich, Tiebrea-Entscheidungen aus dem Weg gegangen zu sein.

Murray gewinnt Fünf-Satz-Krimi

Andy Murray gewann die am Samstag bei 7:7 im fünften Satz abgebrochene Partie gegen den Deutschen Philipp Kohlschreiber mit 3:6, 6:3, 6:3, 4:6, 12:10.

Damit komplettierte der Olympia-Sieger aus Schottland ("Wir haben beide hervorragend gespielt") das Achtelfinale bei den French Open.

Kurz zuvor setzte sich Fernando Verdasco (ESP/24) in einer zweiten "Abbruch-Partie" mit 6:3, 6:2, 6:3 gegen den an zwölf gesetzten Franzosen Richard Gasquet durch.

Verdasco bekommt es nun mit Murray zu tun.

Djokovic deklassiert Tsonga

Novak Djokovic ist seinem Traum vom French-Open-Titel wieder einen Schritt näher gekommen.

Der Weltranglisten-Zweite aus Serbien, dem nur mehr der Turniersieg in Roland Garros zum Grand Slam fehlt, deklassierte Jo-Wilfried Tsonga mit 6:1, 6:4, 6:1.

Der an 13 gesetzte Franzose eliminierte in der zweiten Runde den Niederösterreicher Jürgen Melzer.

Djokovic bekommt es nun mit Milos Raonic zu tun. Der Kanadier besiegte den Spanier Marcel Granollers mit 6:3, 6:3, 6:3.

Bouchard deklassiert Kerber

Bei den Damen stürmte Eugenie Bouchard (WTA 16) mit einem 6:1, 6:2-Erfolg über die an acht gesetzte Deutsche Angelique Kerber ins Viertelfinale.

Die erst 20 Jahre alte Kanadierin stand schon zu Saisonbeginn bei den Australian Open, ihrem erst vierten Grand-Slam-Turnier, im Halbfinale.

"Ich habe viel Selbstvertrauen und glaube an meine Stärken", erklärte Bouchard danach ihr Erfolgszept. "Ich glaube fest daran, dass ich die besten Mädchen der Welt schlagen kann."

Fehlerhafe Performance von Kerber

Die schwache Performance ihrer Kontrahentin wollte sie nicht kommentieren. "Kerber ist eine Top-10-Spieler und deshalb respektiere ich sie auch. Sie kann wirklich gutes Tennis spielen."

"Ich war mental auf einen harten Kampf eingestellt. Vielleicht hat mir das geholfen. Ich habe mich auf meine Schläge konzentriert und es hat funktioniert!", freute sich die Kanadierin, die in der Winner-Statistik mit 30:12 klar die Nase vorne hatte.

Bouchard, in der Setzliste auf Nummer 18 eingereiht, trifft nun auf Carla Suarez Navarro (ESP/14), die sich gegen die Kroatin Ajla Tomljanovic mit 6:3, 6:3 durchsetzt.

Sharapova trotz Satzrückstand im Viertelfinale

Die russische Weltranglisten-Achte Maria Sharapova steht nach einem 3:6, 6:4 und 6:0 über Samantha Stosur (AUS) im Viertelfinale der French Open.

Der Auftakt verläuft für Sharapova, die nach 48 Minuten den ersten Satz-Verlust in Roland Garros hinnehmen muss, nicht nach Maß.

In der Folge behält die 27-Jährige aber die Nerven und macht im Entscheidungs-Satz kurzen Prozess.

Im Viertelfinale trifft Sharapova auf Garbine Muguruza (ESP), die Pauline Parmentier (FRA) 6:4, 6:2 schlägt.

Melzer im Doppel out

Nach dem Ausscheiden in Einzel und Mixed ist für Jürgen Melzer auch der Doppelbewerb in Roland Garros zu Ende.

An der Seite des Spaniers Feliciano Lopez verlor der 33-jährige Deutsch-Wagramer im Achtelfinale gegen die kroatisch-rumänische Paarung Marin Draganja/Florina Mergea in zwei Sätzen mit 5:7, 3:6.

Damit ist Österreich bei den French Open nur mehr in den Junioren-Bewerben mit Lucas Miedler und Julia Grabher vertreten.

Miedler feiert Auftaktsieg

Die Junioren-Bewerbe begannen dank Lucas Miedler mit einem österreichischen Erfolg.

Der 17-jährige Muckendorfer gewann in der ersten Runde mit 6:3, 6:4 gegen den ein Jahr älteren Australier Harry Bourchier.

Miedler, der bei den Australian Open an der Seite von Bradley Mousley im Doppel den Titel holte, trifft nun entweder auf Kamil Majchrzak (POL/12) oder Rafael Matos (BRA).

Im Doppel spielt der Niederösterreicher in Paris mit dem Australier Akira Santillan.

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