Jürgen Melzer bangt um Start in der Wr. Stadthalle

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Keine guten Nachrichten brachte Jürgen Melzer mit, als er am Freitag in der LAOLA1-Redaktion in Wien zu einem großen Interview-Termin vorbeischaute.

Der 34-jährige Niederösterreicher plagt sich nämlich bereits seit mehreren Wochen mit starken Schulter-Schmerzen herum.

Seit seinem Zweitrunden-Aus bei den US Open gegen Tomas Berdych am 3. September konnte er kein Turnier mehr bestreiten. Derzeit sei nicht einmal an normales Tennis-Training zu denken.

„Habe keinen Schlag mehr gemacht“

„Seit dem Matchball gegen Berdych habe ich keinen Schlag mehr gemacht“, erzählte Melzer. Die Probleme seien schon bei einem Segel-Turn vor der Amerika-Tournee aufgetreten.

„Ein Grand-Slam-Turnier boxt man aber natürlich mit allen möglichen Mitteln durch“, so Melzer, der sich nach seiner Rückkehr aus den USA sofort einigen MRIs unterzog. „Dabei wurde festgestellt, dass im Labrum (Anm.: die wulstige Umrahmung der Gelenkpfanne des Schulterblatts) ein Loch ist.“

Dieses könnte mithilfe einer Operation zwar zugenäht werden, würde aber zugleich eine neunmonatige Zwangspause und damit wohl auch das vorzeitige Karriereende bedeuten.

Therapie am Chiemsee

„Deshalb versuche ich, es ohne OP zu schaffen“, hofft Melzer, das Problem mit Therapien in den Griff zu bekommen.

Aus diesem Grund fuhr er in den letzten beiden Wochen zwei Mal jeweils für zwei Tage an den Chiemsee zu Spezialist Dr. Harald Gumbiller, der den Deutsch-Wagramer schon im Februar 2014 bei Schulterproblemen helfen konnte.

„Das letzte Mal hat er meine Schulter gut hinbekommen. Es hat sich auch schon etwas gebessert, ins Training kann ich aber noch nicht einsteigen“, sagte der Weltranglisten-111., der derzeit nur Fitness-Einheiten bestreiten kann, um „körperlich in Schuss“ zu bleiben.

Bangen um Start in der Stadthalle

Sorgen macht sich Melzer vor allem um seinen Start beim Wr. Stadthallen-Turnier, das vom 19. bis 25. Oktober erstmals als ATP-500-Event über die Bühne geht.

Von Turnierdirektor Herwig Straka hat er bereits eine Wild Card für den Hauptbewerb der Erste Bank Open zugesagt bekommen.

„Das kann jetzt natürlich ganz eng werden. Zudem wäre es schön, wenn ich vor Wien auch noch ein paar Turniere spielen könnte“, hofft Melzer zumindest noch die beiden Challenger-Turniere in Mons und Rennes bestreiten zu können.

„Dann hätte ich wenigstens ein paar Matches in den Beinen. Wien ist schließlich ein wichtiges Turnier für mich.“

Christian Frühwald

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