Haas freut sich auf die Zeit nach der Karriere

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Es war vielleicht der letzte Auftritt von Tommy Haas in der Wr. Stadthalle.

Mit 3:6, 7:6, 4:6 musste sich der 37-jährige Deutsche in der ersten Runde der Erste Bank Open dem französischen Titel-Favoriten Jo-Wilfried Tsonga geschlagen geben.

Womit eine durchwachsene Comeback-Saison zu Ende geht. In elf Matches reichte es gerade mal zu zwei Siegen. Das Jahr 2014 verpasste Haas wegen einer Schulter-Operation. Eine Verletzung, die dem zweifachen Wien-Sieger (2001, 2013) immer noch nachhängt.

„Nach eineinhalb Stunden wird der Arm schwer“

„Es ist noch sehr schwierig für mich, da ich noch nicht viel Selbstvertrauen in meinem Spiel habe und immer noch versuche herauszufinden, wo ich körperlich stehe“, erklärte Haas nach der knappen Niederlage gegen Tsonga.

„Nach eineinhalb Stunden wird durch die angeschlagene Schulter der Arm sehr schwer. Da kriege ich einfach nicht genug Kraft raus. Wenn man anfängt, darüber  nachzudenken, geht es immer sehr schnell und plötzlich läuft man einem Break hinterher. Ich muss einfach dran und positiv bleiben.“

Gute Leistungen sind Haas zu wenig

Zumindest Schmerzen habe Haas keine mehr. In erster Linie ist es nach der langen Pause ein mentales Problem: „Wenn das Hirn versucht, die Schulter anzusteuern, dann fehlt einfach ein bisschen. Die Schulter hinkt ein bisschen hinterher und das Timing ist nicht mehr optimal. Das wirkt sich dann auf die Aufschlagquote und auch andere Schläge aus.“

Für einen 15-fachen ATP-Titel-Gewinner ist es freilich auch nicht leicht, mit ungewohnt vielen Niederlagen in einer Saison umzugehen.

Daran können auch gute Leistungen wie jene gegen Tsonga nichts ändern: „Man bekommt als Tennis-Spieler nur die Bestätigung, wenn man ein Match gewinnt. ‚Du warst nicht schlecht und du kannst nicht mithalten‘ sind keine Sprüche, auf die ich in meiner Karriere Wert gelegt habe und das wird auch in Zukunft so bleiben“, setzt er weiterhin hohe Ansprüche an sich selbst.

Vorbereitung auf ein schönes Abschiedsjahr

In der Vorbereitung auf die kommende Saison will noch einmal alles geben. Denn wahrscheinlich wird es sein letztes Jahr auf der ATP-Tour werden.

„Ich muss niemandem mehr etwas beweisen. Ich will selbst noch ein paar Matches gewinnen und gegen die Großen spielen. Für mich ist es wichtig, bei den Turnieren noch einmal dabei zu sein und „Tschüss“ zu sagen.“

Neben den sportlichen Beweggründen spielt auch das Privatleben mit. Schließlich wird Haas in wenigen Monaten zum zweiten Mal Vater.

„Ich freue mich dementsprechend schon auf die Zeit nach der Karriere. Ich will es einfach noch mal genießen und meinen bislang gelebten Traum zu Ende bringen.“

Christian Frühwald

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