Straka: "Schönste Bestätigung für die Mühen"

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Über 50.000 Fans wollten sich die Premiere der neuen ATP-500-Turnier-Katagorie bei den Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle nicht entgehen lassen.

Dementsprechend zufrieden zog am Sonntag Turnierdirektor Herwig Straka nach Österreichs mittlerweile größtem jährlich stattfindendem Sport-Event Bilanz.

"Das Turnier hat sehr gut funktioniert, das aber liegt nicht nur am 500er-Status. Wir haben davor viel gesät, mit dem 500er hat es sich potenziert. Es ist wesentlich schneller gekommen, dass die Halle endlich einmal voll ist", freute sich der Steirer.

Zuschauer-Rekord am Freitag

Am Freitag konnte mit 9.100 Besuchern sogar ein Zuschauer-Rekord verzeichnet werden. Dabei weist die Stadthalle sogar nur 8.800 Plätze auf. Erstmals in der 40-jährigen Turnier-Geschichte wurden Stehplatz-Karten verkauft.

Verbesserungspotenzial ortet Straka, der auch von ATP und Spielern viel gutes Feedback bekommen hat, am Montag ("ein Wermutstropfen"). Und am Donnerstag fehlte ihm von den Erwartungen her wohl ein Dominic Thiem im Achtelfinale.

"Wenn Dominic oder ein noch größerer internationaler Star weiter kommen, dann wird die Halle hoffentlich jeden Tag voll sein. Aber es war die schönste Bestätigung für die Mühen, die ich jetzt ein Jahr auf mich genommen habe."

Djokovic oder Nadal sollen kommen

Priorität hat für Straka bei der kommenden Auflage (23. bis 30. Oktober 2016) nun die Verpflichtung eines echten Superstars. Da Roger Federer in Zukunft aufgrund seines zeitgleich in Basel ausgetragenen Heim-Turniers kein Thema mehr sein wird, bleiben für Straka nur mehr zwei absolute Wunsch-Spieler über: Novak Djokovic und Rafael Nadal.

Beide Superstars wären beinahe eine Garantie für eine volle Stadthalle. „Sollte genug Geld da sein, nehmen wir gerne auch beide“, muss es der Steirer aber natürlich zwangsläufig auch vom Budget abhängig machen, in welcher Größenordnung die Verhandlungen geführt werden. Startgelder im siebenstelligen Euro-Bereich sind bei Djokovic und Co. mittlerweile nichts Ungewöhnliches mehr.

Andere Spieler kassieren deutlich weniger. „Durch den 500er-Status werden sie zudem günstiger“, erklärt Straka einen netten Nebeneffekt der neuen Turnier-Kategorie.

Internationale Tennis-Fans

Ein weiterer wichtiger Vorteil ist die höhere Attraktivität für internationale tennis-Fans. So fanden sich in Wien auffallend viele tschechische und slowakische Zuschauer ein.

„Leider haben wir es nicht gemessen, das werden wir aber nächstes Jahr machen“, so Straka, der sich deshalb auch vermehrt um den tschechischen Top-Star Tomas Berydch bemühen wird. Dieser war bislang immer vertraglich fest an das zeitgleich stattfindende ATP-Turnier in Stockholm gebunden.

Mit dem ab 2016 direkten Konkurrenten in Basel wollen sich die Veranstalter übrigens absprechen.

Die größten Veränderungen in der Infrastruktur sind bei den Nebenplätzen geplant. Derzeit fasst die B-Halle nur um die 1.000 Plätze.

 „Idealerweise sollten wir da aber 2.000 bis 3.000 Besucher reinbekommen“, erklärt Straka, der deshalb den heuer erstmals in einem Zelt erreichten Platz vor der Eingangshalle in einem Match-Court umbauen will.

Internationaler Partner gesucht

Dort könnte man ein höheres Fassungsvermögen erreichen, als es bei der bisherigen B-Halle der Fall ist.

Hintergrund dieses Gedankens ist das wahrscheinlich noch stärker werdende Hauptfeld. „Heuer musste schon ein Fognini in der B-Halle spielen. Sollten in Zukunft wirklich Stars wie Nadal oder Djokovic kommen, könnte zum Beispiel ein David Ferrer ein ähnliches Schicksal erleiden.“

Fix ist, dass Hauptsponsor Erste Bank auch nächstes Jahr mit ihm Boot ist. Straka sucht allerdings noch einen großen internationalen Partner, der die neugewonnene internationale mediale Präsenz voll ausnutzen kann.

Christian Frühwald

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