"Ich will ihn nicht nur ärgern"

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Andreas Haider-Maurer glaubt an seine Chance

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Eigentlich hatte es Andreas Haider-Maurer als eine von mehreren Glücksfeen bei der Auslosung der Erste Bank Open selbst in der Hand.

Doch sein Namens-Kärtchen blieb bis zum Schluss im Lostopf und wurde so im Raster dem an zwei gesetzten Kevin Anderson zugeteilt.

„Das wird ganz schwer werden“, stöhnte Haider-Maurer, der vor vier Jahren in der Wr. Stadthalle schon einmal das „Vergnügen“ hatte, sich mit dem baumlangen Südafrikaner zu messen, im Gespräch mit LAOLA1.

Damals war der ehemalige College-Spieler Anderson noch recht unbekannt und erst am Beginn seiner Karriere, hatte aber trotzdem schon recht deutlich mit 6:4, 6:4 das bessere Ende für sich.

Aufstieg in die Top Ten

Heute ist der 29-jährige Südafrikaner als Nummer zehn der Welt frischgebackener Top-Ten-Spieler, der in dieser Saison vor allem mit seiner Konstanz überzeugen konnte.

Anderson gewann das ATP-Turnier in Winston-Salem, stand zwei weitere Male in einem Endspiel (Queen’s Club, Memphis), erreichte bei den US Open das Viertelfinale und stand in Melbourne und Wimbledon jeweils unter den letzten 16.

Gefürchtet ist Anderson vor allem für seine starken Aufschläge. 886 Asse schlug er in dieser Saison bereits, 88 Prozent seiner Aufschlagsspiele konnte er für sich entscheiden.

Kein Typ für AHM

Ein Spieler-Typ, den Haider-Maurer so gar nicht mag. „Vor der Auslosung habe ich noch gesagt, dass ich nur nicht gegen Isner, Karlovic oder Anderson antreten will. Ich spiele nicht gerne gegen diese starken Aufschläger, da man keinen Rhythmus bekommt. Anderson kann noch dazu auch von hinten sehr gut spielen.“

Deshalb sei es wichtig, selbst bei den eigenen Service-Games nichts anbrennen zu lassen und bei der Chancenverwertung eiskalt zu agieren.

Sieg über Tsonga gibt Selbstvertrauen

Wie es klappen könnte, hat Haider-Maurer selbst vor zwei Wochen in Peking gezeigt. Da zwang der 28-jährige Waldviertler keinen Geringeren als Jo-Wilfried Tsonga in die Knie.

Dementsprechend kommt „AHM“ auch mit breiter Brust in die Wr. Stadthalle, wo er 2010 schon einmal sensationell das Endspiel erreichte.

Keine Angst vor großen Namen

„Der Sieg über Tsonga war sehr wichtig für mich. Man hat in dieser Partie gemerkt, dass er wirklich alles probiert hat, um selbst zu gewinnen. Es war ihm doch sehr wichtig und trotzdem ist es mir gelungen, das ich ihn schlage“, ist er auf seinen Sieg über den ehemaligen Weltranglisten-Fünften stolz.

Umso mehr, nachdem Tsonga in der Woche nach Peking beim ATP-1000-Event in Shanghai mit einem Sieg über Rafael Nadal das Endspiel und erst dort von Novak Djokovic gestoppt werden konnte.

Haider-Maurer weiß nun, dass er sich auch vor großen Namen nicht fürchen muss, „wenn alles zusammenpasst – vom Aufschlag bis zur Chancenverwertung.“ Dementsprechend hofft er auch gegen Anderson auf eine Überraschung: „Ich will ihn nicht nur ärgern, sondern ihn schlagen.“

Jung-Ehemann ist körperlich bereit

Körperlich fühlt sich der Wahl-Tiroler, der im September mit seiner langjährigen Freundin Iris Khanna vor den Traualtar trat („Ich fühle mich jetzt vielleicht ein bisschen reifer“) und vor den Erste Bank Open zwei trainingsfreie Tage in Innsbruck verbrachte, für das Saison-Finish bereit.

Die schmerzhaften Knie-Probleme, die ihn noch bei den US Open plagten, sind zwar nicht gänzlich verschwunden, beeinträchtigen sollten sie den 28-Jährigen aber nicht mehr.

Nach der Saison will sich Haider-Maurer, der nach Wien noch die Qualifikations-Bewerbe für Basel und Paris-Bercy bestreiten will, aber noch einmal einer ausgiebigen Untersuchung unterziehen.

Vorher gilt die gesamte Konzentration dem Stadthallen-Turnier. „Wien ist für mich eines der besten Turniere der Welt. Man merkt einfach, dass sich die Veranstalter sehr viel Mühe geben. Da will ich noch einmal alles aus mir herausholen!“

Christian Frühwald

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