Thiem nach Aus: "Das ist eine Riesenenttäuschung"

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Erstmals in seiner noch jungen, aber schon so erfolgreichen Karriere muss Dominic Thiem bei einem Heim-Turnier einen bitteren Rückschlag hinnehmen.

Nach einer bislang sensationell starken Saison, die ihn unter die Top 40 der Welt spülte, musste der als Zugpferd der Erste Bank Open 2014 auserkorene 21-Jährige bereits in der ersten Runde die Segel streichen.

Vorjahres-Finalist Robin Haase erwies sich als der befürchtet schwere Gegner und zwang den ÖTV-Youngster mit 6:3, 3:6, 6:3 in die Knie.

„Das ist eine Riesenenttäuschung“

„Das ist eine Riesenenttäuschung. Es war heute einfach zu schwach von mir. Das muss ich klipp und klar sagen“, ging Thiem hart mit sich selbst ins Gericht.

„Im Tennis wird dir nichts geschenkt. Der Haase lässt mich nicht gewinnen, nur weil ich in Wien spiele. Man muss jede Woche zu 100 Prozent seine Leistung bringen und das habe ich heute nicht geschafft. Deshalb bin ich als Verlierer vom Platz gegangen.“

Probleme beim Return

Thiem haderte vor allem mit seinem Return. Beim ersten Aufschlag von Haase machte der Österreicher nur zu 23 Prozent den Punkt. „Ich habe schlecht reagiert und seinen Aufschlag kaum lesen können. Ich habe viele erste Aufschläge gar nicht erst zurückspielen können.“

Ein Umstand, der Thiem schon länger ärgert. „Der Return zieht sich schon durch die ganze Saison bzw. sogar mein ganzes Leben. Das ist eine Schwäche, die ich unbedingt ausmerzen muss.“

Thiem hadert auch mit eigenem Aufschlag

Sauer war Thiem allerdings auch auf seine Aufschlagleistung. Nur 44 Prozent seiner ersten Aufschläge fanden ihren Weg ins Ziel. „Ich habe immer nur voll durchgezogen. Es wäre besser gewesen, wenn ich ihn öfters einfach nur irgendwie reingespielt hätte.“

Coach Günter Bresnik stimmte seinem Schützling zu: „Er hat alles richtig erkannt – leider eineinhalb Stunden zu spät. Es waren Games dabei, in denen er keinen einzigen ersten Aufschlag reinserviert hat.“

Laut Thiem sei dies zudem ein altbekannter Fehler: „Es war nicht das erste Mal, das mir so etwas passiert ist. Deshalb sollte ich das jetzt wirklich schleunigst ändern.“

Bresnik fordert einen Plan B

Positiv sei laut Bresnik aber auf jeden Fall, dass Thiem zumindest überhaupt über die Möglichkeiten eines harten Aufschlags verfügt. „Zumindest kann er mit 215 km/h servieren. Nur erwarte ich mir eben von ihm, dass er, wenn der Aufschlag nicht funktioniert, er einen Plan B hat.“

„Außerdem muss man sagen, dass Haase heute auch sehr gut gespielt hat. Das muss man auch anerkennen“, so Bresnik, der nicht glaubt, dass der Druck von außen zu groß war.

„In den ersten Runden ist es immer schwer. Dominic geht mit Druck normalerweise sehr gut um. Was andere Leute als Druck empfinden, empfindet er nicht so.“

Noch zwei Turniere 2014

Thiem wird in den nächsten beiden Wochen noch die Turniere in Basel und Paris-Bercy bestreiten. „Ich hoffe, dass ich die zwei Turniere noch gut spielen werde und dann top vorbereitet in das Jahr 2015 starten kann.“

Zwischen Saisonende und Vorbereitung steht allerdings noch das Einrücken beim Bundesheer auf dem Programm.

Christian Frühwald

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