Murray würdiger Sieger der 40. Erste Bank Open

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Die 40. Auflage des Tennis-Stadthallenturniers in Wien hat einen großen Namen für die Siegerliste gebracht:

Andy Murray setzte sich am Sonntag in einem dramatischen und teilweise hochklassigen Endspiel des Erste Bank Open gegen den topgesetzten Spanier David Ferrer nach 2:41 Stunden mit 5:7,6:2,7:5 durch.

Murray holte damit bei seinem Wien-Debüt wichtige Punkte für das Race nach London und seinen insgesamt 30. Titel.

Der Olympiasieger war im dritten Satz bereits mit 3:5 zurückgelegen, dementsprechend erleichtert war der 27-jährige Schotte.

"Sorry, David. Es hat heute hier keiner verdient zu verlieren", meinte Murray noch auf dem Platz zu Ferrer.

Turniersieg lässt Murray hoffen

"Es war ein sehr hartes Match mit langen Rallyes und langen Games. Vor allem der dritte Satz war mental sehr schwierig", gestand der Schotte rund 90 Minuten, nachdem er den Matchball zum Titel verwertet hatte.

Murray durfte sich über einen Scheck in Höhe von 94.500 Euro freuen, Ferrer musste sich mit 49.770 Euro begnügen.

Doch viel mehr wert waren freilich die 250 ATP-Zähler, die im Kampf um einen der drei noch freien Plätze beim ATP-World-Tour in London noch schlagend werden könnten.

Murray ist im Race nun an achter Stelle, Ferrer ist Neunter.

Murray zuversichtlich, Ferrer enttäuscht

"Natürlich sind die nächsten Wochen sehr wichtig. Alle spielen nächste Woche. Ich werde einfach versuchen, so viele Matches wie möglich zu gewinnen", sagte Murray, der am Mittwoch zum Auftakt in Valencia auf Jürgen Melzer trifft.

"Ich werde versuchen, diesen achten Platz zu halten. Wenn ich höher hinaufkomme, ist das okay, aber ob ich Sechster oder Achter werde, ist mir egal."

Für Ferrer war es nach mitreißendem Kampf freilich ein sehr enttäuschendes Ende: Schon gegen Philipp Kohlschreiber im Halbfinale hatte er alles geben müssen, um den Deutschen zu bezwingen.

"Natürlich bin ich sehr enttäuscht. Wenn man in einem Finale im letzten Satz 5:3 führt, ist das normal. Ich habe wieder ein Finale erreicht, das ist positiv. Andy Murray hat in den wichtigen Momenten aggressiver gespielt."

"Es ist immer schwierig, ein Turnier zu beenden"

Murray sei einer der besten Rückschläger auf der Tour, daher war er nicht überrascht, dass der Schotte trotz 3:5-Rückstand noch einmal zurückkam.

"Es ist immer schwierig, ein Turnier zu beenden", meinte Murray dazu. Man habe beim Aufschlagen auf das Match einfach noch mehr Druck.

Nach einem ausgeglichenen ersten Satz, gelang Ferrer im zwölften Spiel das Break. Nach etwas mehr als einer Stunde ging der Weltranglisten-Fünfte mit 7:5 in Front.

Beinahe wäre es für Ferrer in ähnlicher Manier weitergegangen, als er im zweiten Durchgang bei 1:0 zwei weitere Breakbälle vorfand. Doch Murray stellte auf 1:1 und holte sich nach zwei Doppelfehlern von Ferrer selbst das Break.

Als Murray bei 2:1 wiederum selbst drei Breakbälle abgewehrt und auf 3:1 gestellt hatte, war die Vorentscheidung im zweiten Satz gefallen.

Murray kündigt Wiedersehen an

Der zweifache Major-Sieger aus Schottland zog in einem an Dramatik kaum zu überbietenden dritten Satz zunächst auf 2:0 davon, verlor dann aber in der Folge vier Games en suite.

Murray gelang das Rebreak zum 3:4, doch als er zum 3:5 das Service neuerlich verlor, hatten ihn nicht mehr viele auf der Rechnung.

Doch der Kampfgeist Murrays war an diesem Tag beispielhaft. Murray bäumte sich auf, glich auf 5:5 aus und schaffte das Break zum 6:5 und mit einem Ass fixierte er den Titel.

Und es muss nicht sein letzter Triumph in Wien gewesen sein. "Ich komme gerne zu Turnieren zurück, bei denen ich gut gespielt habe. Ich glaube, ich bin zu fast jedem Turnier, das ich in der Vergangenheit gewonnen habe, zurückgekommen, um meinen Titel zu verteidigen", sagte Murray.

Goldenes Händchen von Straka

Turnierdirektor Herwig Straka bewies bei seiner Wildcard-Vergabe übrigens ein "goldenes Händchen":

Erstmals seit 2004 (Hertogenbosch) standen sich einem Finale auf der ATP-Tour zwei Wildcard-Spieler gegenüber.

Und auch die Doppelchampions Jürgen Melzer/Philipp Petzschner waren ja nur dank einer Wildcard im Bewerb.

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