Philosophie und Playboy-Hasen

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Russlands Davis-Cup-Asse im Kurz-Porträt

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Alex Bogomolov Jr., Mikhail Youhny, Nikolay Davydenko und Igor Kunitsyn - mit diesen vier Spielern will Russlands Davis-Cup-Kapitän Shamil Tarpishev den Sprung ins Viertelfinale der Weltgruppe schaffen.

Dieses Ziel soll naturgemäß von Österreich verhindert werden.

Jürgen Melzer & Co. empfangen das russische Team vom 10. bis 12. Februar in der Arena Nova von Wr. Neustadt.

Die Statistk spricht für die Russen: Seit 17 Jahren hat es das ÖTV-Team nicht mehr unter die letzten acht der Weltgruppe geschafft. Im Head-to-Head liegt Rot-Weiß-Rot mit 0:2 zurück.

Umso wichtiger ist es, den Gegner zu kennen. LAOLA1 stellt deshalb das russische Quartett im Kurz-Porträt vor:

Alex Bogomolov Jr.

Mit 28 Jahren darf sich Alex Bogomolov Jr. über sein Davis-Cup-Debüt freuen. Wobei der gebürtige Moskauer aber erst seit dem 1. Dezember des letzten Jahres einsatzberechtigt ist. Von 2002 bis 2011 ging der ehemalige College-Spieler nämlich für die USA an den Start. Die Aussichten auf einen Start bei den Olympischen Spielen haben ihm den Wechsel zu Russland sicherlich schmackhaft gemacht. Als Nummer 35 der Welt ist er derzeit der beste Spieler seines Heimatlands. Den Sprung in die Top 50 schaffte Bogomolov Jr., dessen Vater als sowjetischer Tennis-Coach unter anderem Yevgeny Kafelnikov und Andrei Medvedev betreute, allerdings erst in der vergangenen Saison. Davor sorgte der frühere Schlagpartner von Anna Kournikova nur mit einer Doping-Sperre (2005) und der Scheidung von Ashley Harkleroad (2006) für Schlagzeilen. Harkleroad ist die bislang einzige Spielerin, die sich für den Playboy ausgezogen hat.

Mikhail Youzhny

Nur ein Jahr älter als Bogomolov Jr. ist Mikhail Youzhny. Der Erfahrungsschatz der ehemaligen Nummer acht der Welt ist aber um ein Vielfaches größer. Sieben Turniersiege hat der meist kahl rasierte Moskauer auf der ATP-Tour bislang gefeiert und dabei im Laufe der Zeit knapp neun Millionen Dollar Preisgeld gescheffelt. Sein wildes Äußeres täuscht übrigens: Seit Ende letzten Jahres ist Youzhny Doktor der Philosophie. Sein Studium wickelte er jahrelang neben seiner Tennis-Karriere ab. Vor zehn Jahren feierte Youzny im Davis Cup einen seiner größten Erfolg: Im Finale gegen Frankreich rang er im entscheidenden Einzel Paul-Henri Mathieu nach 4:27 Stunden trotz eines 0:2-Satz-Rückstands noch in fünf Sätzen nieder.

Nikolay Davydenko

Nikolay Davydenko ist mit Sicherheit der prominenteste Spieler im russischen Team. Zu seinen Glanzzeiten in den Jahren 2005 bis 2009 gewann der mittlerweile 30-Jährige unter anderem das World Tour Finale in London (2009) und spielte sich hinter Roger Federer und Rafael Nadal auf den dritten Weltranglistenplatz nach vorne. 21 Titel hat Davydenko mittlerweile auf dem Konto. Der Schützling von Ronnie Leitgeb bewies auch Nervenstärke, als er vor drei Jahren des Wettbetrugs verdächtigt worden ist. Trotz der Anschuldigungen ließ er sich nicht unterkriegen. Nach einer komplizierten Handgelenksverletzung im März 2010 ging es für Davydenko jedoch bergab. Bei den Australian Open war für den nunmehrigen Weltranglisten-52. in Runde eines gegen Flavio Cipolla Endstation.

Igor Kunitsyn

Igor Kunitsyn ist im Vergleich zu den anderen drei Spielern so ein bisschen der "Nobody" im russischen Team. Aber Vorsicht! Dass der 30-Jährige aus Vladivostok Tennis spielen kann, hat er schon oft bewiesen. Aktuell ist er zwar "nur" die Nummer 80 der Welt, erst vor drei Jahren kratzte er als 35. sogar an den Top 30. Der leidenschaftliche Koch italienischer Spezialitäten kann auch einen Turniersieg vorweisen: 2008 triumphierte er im Endspiel von Moskau über die russische Legende Marat Safin - der bis dato größte Erfolg seiner Karriere!

 

Christian Frühwald

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