Mit Russland auf Augenhöhe

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Mit russischem Bären auf Augenhöhe

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Wenige Tage vor Weihnachten macht sich Österreichs Tennis-Davis-Cup-Team bereits Gedanken über das kommende Heimduell in der ersten Weltgruppenrunde von 10. bis 12. Februar mit Russland, in dem der erste Viertelfinaleinzug seit 1995 auf dem Spiel steht.

"Eine starke und kompakte Mannschaft, ohne Spieler, der herausragt", urteilte die rot-weiß-rote Nummer eins, Jürgen Melzer, der vor dem Aufeinandertreffen mit den Russen in der Arena Nova von Wiener Neustadt die Augen freilich noch auf die Australian Open (ab 16. Jänner) gerichtet hat.

Vorläufiger Kader steht

Auch der designierte Davis-Cup-Kapitän Clemens Trimmel, der sein Amt am 1. Jänner offiziell antritt, ist bereits auf das "Duell auf Augenhöhe" (Melzer) fokussiert.

Der ehemalige Aktive hat einen erweiterten Sechs-Mann-Kader mit Jürgen Melzer, Andreas Haider-Maurer, Oliver Marach, Alexander Peya, Julian Knowle und Martin Fischer nominiert. "Der ist aber noch nicht in Stein gemeißelt", sagte Trimmel am Freitag auf einer Pressekonferenz in Wien.

Der 33-Jährige kann sich aber auch etwa Philipp Oswald ("Sollte er zwei Runden bei den Australian Open gewinnen") im Team vorstellen.

Möglicherweise mit Thiem

Einer Klärung harrt noch die Frage nach der Doppelbesetzung. Das Duo Marach/Peya, das im kommenden Jahr auf der Tour gemeinsam antreten wird, drängt sich weiter für den Davis Cup auf.

Die beiden haben schon zuletzt im September im Play-off in Belgien gemeinsam gespielt und gewonnen. Trimmel will aber noch zuwarten: "Ich würde auch Jürgen Melzer für das Doppel nicht komplett außer Acht lassen."

Denkbar ist laut Trimmel auch, dass ein Perspektivspieler wie etwa der 18-Jährige Orange-Bowl-Sieger Dominic Thiem als Trainingspartner mitgenommen wird.

Knapp nach Melbourne

Melzer, die Nummer 33 der Welt, sieht bezüglich der zeitlichen Nähe zwischen Australian Open ("Ich möchte auf jeden Fall die zweite Woche erreichen") und Davis-Cup keine Probleme.

Auch wenn er beim Finalwochenende noch in Melbourne vertreten sein sollte, werde er von Beginn an an der direkten Davis-Cup-Vorbereitung teilnehmen.

"Da ist dann eh noch eine Woche dazwischen. Da kann ich mich an den Belag herantasten, und dann haben wir acht Tage Zeit, um uns gut vorzubereiten."

Auf Russland fokussiert

Österreichs Nummer zwei, Haider-Maurer, derzeit Nummer 128 der Welt, kann sich bereits jetzt intensiv mit dem Davis Cup auseinandersetzen.

"Ich werde die Australien-Tour nicht bestreiten, daher beginnt eigentlich jetzt schon die Vorbereitung auf den Davis Cup. Ich kann mich länger vorbereiten auf die Hallen-Saison. Ich werde Mitte Jänner einsteigen und vielleicht zwei, drei Vorbereitungsturniere spielen. Das ist daher optimal", sagte Haider-Maurer, der sich erst von einer in Salzburg im November erlittenen Rückenblessur erholten musste.

Challenge auf langsamen Untergrund

Gespielt wird in der rund 4.000 Zuschauer fassenden Arena auf einem langsamen Opticourt-Hartplatz, ähnlich jenem, der auch beim Wiener Stadthallenturnier im Oktober zur Verwendung kam.

Eine Erstrunden-Premiere wird auch das "hawk-eye" feiern. Erstmals stellt der Tennis-Weltverband (ITF) in dieser Bewerbsphase das elektronische Linienrichtersystem gratis zur Verfügung.

Breit aufgestellt

Russlands Team hat zwar keinen absoluten Spitzenspieler zu bieten, aber einen ausgeglichenen Kader. Mit Michail Juschni (35.), Dmitri Tursunow (40.), Nikolaj Dawydenko (41.) und Igor Kunizyn (71.) rangiert ein Quartett unter den Top Hundert.

Zusätzlichen Schub könnte Alex Bogomolov Jr. (34.) geben, der zwar für die USA antritt, kürzlich aber grünes Licht erhielt, im Davis Cup für seine russische Heimat zu spielen.

"Das ist für uns auf keinen Fall eine g'mahte Wies'n", betonte Trimmel.

Sport rechnet sich

Niederösterreichs Sport-Landesrätin Petra Bohuslav, quasi Gastgeberin des Duells, unterstrich die wirtschaftliche Bedeutung des Events.

Die Kosten der Veranstaltung konnte und wollte Bohuslav zwar nicht beziffern, sie verwies aber auf die Wertschöpfung:

"Für jeden Euro, den wir in Sportveranstaltungen investieren, bekommen wir 6,4 zurück", sagte Bohuslav, die das Ereignis auch zur Anbahnung und Vertiefung von Geschäften zwischen niederösterreichischen und russischen Firmen nützen möchte.

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