Melzer eröffnet Davis Cup gegen Kunitsyn

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Jürgen Melzer wird am Freitag (14 Uhr) in der Arena Nova von Wr. Neustadt das Davis-Cup-Duell in der 1. Runde der Weltgruppe gegen Russland eröffnen.
Österreichs Nummer eins bekommt es etwas überraschend mit der russischen Nummer vier, Igor Kunitsyn, zu tun. Danach versucht Andreas Haider-Maurer gegen den bei den Russen an eins geführten Alex Bogomolov jr. sein Glück.
Das Doppel am Samstag (Beginn: 14 Uhr) werden Oliver Marach/Alexander Peya gegen Nikolay Davydenko/Mikhail Youzhny bestreiten.

Der langjährige russische Davis-Cup-Kapitän Shamil Tarpishev hat am Donnerstag bei der Auslosung für das Weltgruppen-Treffen Österreich-Russland für eine Überraschung gesorgt.

Anstelle des erwarteten Michail Youzhny bietet er in Wr. Neustadt den in der Weltrangliste nur auf Platz 79 liegenden Igor Kunitsyn als Nummer zwei seines Teams auf.

Jürgen Melzer eröffnet am Freitag (ab 14 Uhr live im LAOLA1-Ticker) gegen Kunitsyn, gegen den er zuletzt bei den US Open 2011 in der ersten Runde mit 6:7 im fünften Satz verloren hat.

Haider-Maurer gegen Bogomolov

Im Anschluss trifft Andreas Haider-Maurer, der seine Österreich-Premiere in dem prestigeträchtigen Mannschaftsbewerb feiert, auf die russische Nummer 1 Alex Bogomolov jr.

Für das Doppel am Samstag hat Neo-ÖTV-Kapitän Clemens Trimmel vorerst Oliver Marach und Alexander Peya nominiert, bei den Russen stehen Youzhny und Nikolaj Davydenko vorläufig auf dem Programm.

Die Teams können die Aufstellung allerdings noch bis eine Stunde vor Spielbeginn ändern.

"Waren alle ein bisserl überrascht"

"Wir waren alle ein bisserl überrascht, man hat auch ein kurzes Raunen in der Menge gehört. Aber wir kennen alle vier Spieler und sind auf alle vorbereitet. Kunitsyn war sicher einer, mit dem wir vielleicht am wenigsten gerechnet haben", sagte Kapitän Trimmel und Melzer konnte ihm da nur beipflichten.

"Ich habe mit allem gerechnet, nur nicht, dass ich morgen gegen Kunitsyn spiele. Das ist aber okay. Wenn man beide Spieler in Topform hernimmt, dann spielt man lieber gegen Kunitsyn als gegen Juschnij", sagte der 30-jährige Niederösterreicher.

Youzhny erst am Sonntag?

Youzhny hatte am Dienstag von Schulterproblemen gesprochen, die ihn aber keinesfalls daran hindern müssen, vielleicht am Sonntag eingesetzt zu werden.

Der gefinkelte Tarpischew hat sich möglicherweise auch für Kunitsyn  entschieden, weil Melzer gegen den Weltranglisten-79. erst vor rund fünf Monaten eine schmerzhafte Erstrunden-Niederlage bei den US Open erlitten hatte.

Mit 6:7 im fünften Satz hatte der ehemalige Weltranglisten-Achte damals sein Major-Jahr im Einzel beendet.

Melzer denkt nicht an September

Melzer will sich darauf nicht einlassen. "Ich nehme die Niederlage (von damals, Anm.) auch gerne mit, weil wenn ich gut gespielt habe, habe ich ihn gut kontrollieren können. Das ich dann 6:7 im Fünften verliere, war bitter, aber ich war über weite Strecken der bessere Spieler."

Sollte es auch am Freitag in einen fünften Satz gehen, dann habe er sicher andere Sorgen, als daran zu denken, was vergangenen September gewesen ist.

Österreichs Nummer 1 und aktuelle Nummer 40 der Welt hat beide bisherigen Duelle mit Kunitsyn verloren, zuletzt aber ansteigende Form bewiesen. Er wünscht sich natürlich eine 1:0-Führung.

"Wenn ich vorlegen kann, dann kann ich Bogomolov mehr Druck geben", hofft Melzer. Bogomolov, der übrigens US-amerikanischer und russischer Doppelstaatsbürger ist, spielt erstmals Davis Cup für sein Geburtsland und feiert seine Premiere gleich als Nummer 1. Ein Faktor, der möglicherweise eine Rolle spielen könnte.

Haider-Maurer erwartet schwere Aufgabe

Der gebürtige Moskauer ist jedenfalls erster Gegner von Andreas Haider-Maurer bei dessen erstem Heim-Match für Österreich.

"Bogomolov ist ein Spieler, der sich im letzten Jahr extrem gesteigert hat. Ich kenne ihn noch von früher, der war vor eineinhalb Jahren wesentlich weiter hinten", erinnerte sich Haider-Maurer, der weder gegen ihn noch gegen Kunitsyn bisher gespielt hat.

"Er ist sicher gefährlich, sehr solide, macht wenig Fehler, hat aber nicht die großen Waffen. Ich denke, er liegt mir schon vom Spielertyp her", meinte der Niederösterreicher.

Muss "AHM" länger warten?

Möglich, dass Haider-Maurer länger wird warten müssen, denn Melzer erwartet gegen Kunitsyn ein längeres Match. Melzer beschrieb seinen ersten Gegner als einen mit viel Spielverständnis: "Er weiß, wo er hin spielen muss, damit es wehtut." Als Schwäche ortete Melzer vor allem Kunizyns zweiten Aufschlag.

 "Ich werde nach dem Spiel erklären, warum. Vor dem Spiel kann man nicht alles sagen", war die kryptische Erklärung von Trainerfuchs Tarpishev zur Nichtaufstellung von Youzhny. Der von ihm berücksichtigte Kunitsyn prophezeit ein "hartes Match", wird Melzer trotz einer 2:0-Bilanz aber nicht unterschätzen.

Kunitsyn sieht Druck bei Melzer

"Er war erst vor kurzem Top Ten im Einzel und Doppel. Aber er hat auch den Druck, weil er der Leader seines Teams ist", sagte der 30-Jährige aus Wladiwostok.

Dass Tarpishev sicher genau weiß, was er tut, davon zeugt auch seine langjährige Erfahrung als Fed-Cup- und Davis-Cup-Kapitän seines Landes.

Wie aus der Pistole geschossen kommt die Antwort nach seiner persönlichen Erfolgsbilanz: "47 Partien bei den Damen und vier Titel, im Davis Cup ist es mein 77. Länderkampf mit bisher zwei Titeln", sagte Tarpishev. Dieser Mann liebt wohl Statistiken.

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