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Österreich trifft auf Russland

Ein ausgezeichnetes Los hat Österreichs Davis-Cup-Team am Mittwoch bei der Auslosung der Weltgruppe 2012 in Bangkok erhalten:

Jürgen Melzer und Co. treffen vom 10. bis 12. Februar vor eigenem Publikum auf Russland und haben durchaus eine Chance auf den ersten Viertelfinal-Einzug seit 1995.

In Anbetracht möglicher weiter Auslandstrips nach Argentinien oder in die USA herrschte natürlich auch über das Heimspiel große Freude im ÖTV-Team.

"Hätte uns viel schlimmer treffen können"

"Natürlich hätte es uns viel schlimmer treffen können. Ich habe immer gesagt: Wenn wir ein Heimspiel haben, wäre das optimal", freute sich Melzer.

"Mit Russland haben wir einen Gegner gefunden, mit dem wir definitiv auf Augenhöhe sind und gegen den wir eine Chance haben, ihn zu Hause auch zu schlagen", ist Österreichs Nummer 1 durchaus optimistisch für diese Begegnung.

Das Heimspiel sei ein Riesenvorteil. "Da waren andere (mögliche, Anm.) Lose wie in Argentinien oder in Amerika, wo du weit fliegen musst und noch dazu krasser Außenseiter bist", war Melzer über das "sehr gute Los" erleichtert.

Leitgeb sieht eine 50:50-Chance

Sein Manager Ronnie Leitgeb, der mit Nikolai Davydenko ja auch einen Russen managt, sieht "eine 50:50-Chance".

Neutral werde er allerdings nicht sein, sollte bei den Russen sein zweiter Schützling aufgeboten werden.

"Meine Neutralität endet beim österreichischen Pass, ich bin schon Österreicher", meinte er lachend.

Teuschl: "Bin absolut zufrieden"

ÖTV-Generalsekretär und interimistischer Sportdirektor, Peter Teuschl, war ebenfalls höchsterfreut über den Gegner Russland.

"Was will man mehr? Ich bin absolut zufrieden, vor allem über das Heimspiel. Mit Russland haben wir vielleicht sogar einen von den nicht ganz unüberwindbaren Gegnern. Eigentlich ist es für mich ein sehr erfreuliches Los", sagte Teuschl.

Natürlich geht ab sofort die Schauplatz-Suche los. "Wenn ich mir etwas wünsche, dann eher den Osten von Österreich", erklärte er.

Der mit dem 4:1-Auswärtssieg in Belgien zurückgetretene Davis-Cup-Kapitän Gilbert Schaller, dessen Nachfolger in wenigen Wochen bekanntgegeben werden soll, hätte dieses Los wohl auch in seiner aktiven Zeit auf der Bank gerne genommen.

"Man darf schon von einem Wunschlos sprechen, weil zu Hause gegen Russland sind alle Gegner in Reichweite von unserer Nummer 1. Da kann Jürgen durchaus zwei Punkte holen", glaubt Schaller.

Russland hat vier Top-60-Spieler

In der aktuellen Weltrangliste haben die Russen mit dem zuletzt zurück gefallenen Michail Youzhny (ATP-Nr. 32), Davydenko (36), Dmitri Tursunov (41) sowie Igor Kunitsyn (58) vier Top-60-Spieler.

"Das ist ein Gegner, wo Jürgen gleichwertig in beide Einzel-Partien reingeht", sagte Schaller, der sein ehemaliges Team im Doppel in einer leichten Favoritenrolle sieht.

"Wir haben die besseren Teams, die Russen haben keine richtigen Doppel-Experten. Ich glaube schon, dass da drei Punkte durchaus drinnen sind."

Über die Belagswahl wollte sich freilich noch niemand so kurzfristig äußern, denn dies müsse gut überlegt werden, meinten sowohl Melzer als auch Schaller.

Noch ohne Sieg gegen Russland

Österreich ist bisher erst zweimal auf Russland (damals noch Sowjetunion) getroffen. 1981 setzte es in Pörtschach eine 0:4-Niederlage, 1984 in Yurmala ein 2:3.

Sollte sich das ÖTV-Team erstmals seit 17 Jahren in die Runde der besten acht Nationen kämpfen, dann wird es allerdings extrem schwierig.

Denn niemand zweifelt am Aufstieg von Spanien, das in der ersten Runde Kasachstan empfängt. Gegen Spanien müsste die rot-weiß-rote Equipe Anfang April übrigens auswärts antreten.

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