Melzer als Nummer drei - "Eine neue Erfahrung"

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Zum bereits 31. Mal vertritt Jürgen Melzer an diesem Wochenende Österreichs Farben im Davis Cup.

Trotzdem ist das Duell gegen die Niederlande in Kitzbühel etwas Besonderes für den 34-jährigen Routinier.

Erstmals seit 14 Jahren wird er voraussichtlich nur im Doppel zum Einsatz kommen. Dominic Thiem (ATP 28) und Andreas Haider-Maurer (ATP 58) haben aufgrund ihres klar besseren ATP-Rankings von ÖTV-Kapitän Stefan Koubek den Vorzug gegenüber Melzer (ATP 129) erhalten.

Melzer: „Eine neue Erfahrung“

Thiem eröffnet am Freitag (ab 13 Uhr im LAOLA1-Ticker) gegen Thiemo De Bakker. Danach kämpft „AHM“ gegen die niederländische Nummer eins Robin Haase.

„Es ist eine neue Erfahrung, die aber nicht wirklich überraschend gekommen ist. Ich habe schon damit gerechnet, da die anderen beiden Spieler deutlich besser stehen“, sagte Melzer im Gespräch mit LAOLA1.

„Mir geht’s gut mit meiner neuen Position“, zeigt er sich wie auch schon in der Vergangenheit als echter Teamplayer.

„‘Leider‘ würde ich in diesem Zusammenhang gar nicht sagen, denn es heißt lediglich, dass wir einige gute Spieler haben, die nicht nur das ganze Jahr gut gespielt haben, sondern sich hier in Kitzbühel auch besser fühlen als ich.“

Koubek: „Auch für mich ein ungewohntes Bild“

Koubek bestätigt die vorbildhafte Einstellung von Österreichs ehemaliger langjähriger Nummer eins: „Wir haben noch am Mittwoch darüber gesprochen und ich habe ihm gesagt, dass ich Andi spielen lassen werde. Er hat das ganz normal aufgenommen und er weiß genau, wie man damit umgeht.“

Der 38-jährige Kärntner, der selbst viele Jahre gemeinsam mit Melzer für das heimische Davis-Cup-Team auf dem Platz stand, gibt aber zu, dass „es auch für mich ein ungewohntes Bild ist. Schließlich war er lange Jahre Nummer eins oder Nummer  zwei.“

Doppel-Einsatz mit Marach

Seinen Teil zum Erfolg gegen die Oranjes soll Melzer aber natürlich trotzdem beitragen.

Am Samstag wird er an der Seite von Oliver Marach im Doppel gegen Wimbledon-Sieger Jean-Julien Rojer und Jesse Huta Galung auflaufen. „Jürgen ist ganz wichtig für das Doppel – das weiß er auch. Das wird eine ganz schwierige Aufgabe“, so Koubek.

Seinen letzten Doppel-Auftritt mit Marach hatte Melzer im Davis Cup vor vier Jahren im Heimspiel gegen Frankreich. Damals zwang das Duo die Weltklasse-Paarung Benneteau/Llodra in vier Sätzen in die Knie.

„Wenn Olli wieder so stark spielt wie gegen Frankreich wäre das eine tolle Sache“, erinnert sich Melzer an den damaligen starken Auftritt des steirischen Doppel-Spezialisten zurück. „Dann hätten wir wahrscheinlich keine Probleme.“

Einen Sieg dürfe man allerdings nicht unbedingt erwarten. „Im Doppel sind wir sicherlich am ehesten Außenseiter. Rojer kommt als Wimbledon-Sieger mit sehr, sehr viel Selbstvertrauen. In Kitzbühel spielen wir allerdings auf Sand und das ist dann doch wieder etwas anderes. Wir müssen uns nicht verstecken. Es wird eine offene Partie werden.“

Höhenlage im Doppel nicht so tragisch

Spielt Melzer in Kitzbühel, führt das Gespräch zwangsläufig zur ungeliebten Höhenlage. Im Doppel sollte diese Abneigung allerdings nicht so stark zur Geltung kommen. „Da spielt man natürlich deutlich weniger Schläge als im Einzel. Da macht es nicht so einen großen Unterschied aus.“

Zudem habe er die Trainingswoche in Kitzbühel ausgiebig genutzt. „Wir haben viele Einheiten runtergespult. Mittlerweile habe ich mich schon ganz gut darauf einstellen können“, ist er zuversichtlich, dass er seinen Teil zu einer erfolgreichen Revanche für die 0:5-Pleite vor zwei Jahren in Groningen beitragen kann.

„Wir haben etwas gutzumachen und diesmal sicher bessere Bedingungen als damals.“

Zurück auf die Challenger-Tour

Nach dem Davis Cup will Melzer noch einmal angreifen, um sein Ranking wieder nach oben zu treiben. Dabei schreckt er auch vor dem Schritt auf die Challenger-Tour nicht zurück.

Vor Kitzbühel versucht er im finnischen Tampere sein Glück, die Woche danach bestreitet er in Vancouver ein großes Challenger-Event als Vorbereitung auf die US-Open-Qualifikation.

Und nach Flushing Meadows steht hoffentlich das Weltgruppen-Playoff im Davis Cup auf dem Programm.

Christian Frühwald

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