Aufmacherbild

Spanien jubelt über drittes Finale in vier Jahren

Argentinien und Spanien bestreiten von 2. bis 4. Dezember das Davis-Cup-Finale.

Novak Djokovic hat den Tennis-Strapazen der vergangenen Wochen Tribut zollen müssen. Der serbische US-Open-Sieger gab am Sonntag im Halbfinale gegen den Argentinier Juan Martin del Potro beim Stand von 6:7(5),0:3 auf.

Damit zogen die Argentinier dank der 3:1-Führung ins Endspiel ein. Die Spanier hatten sich dank eines überragenden Rafael Nadal gegen Frankreich ebenfalls vorzeitig und am Ende mit 4:1 durchgesetzt.

Bei Djokovic flossen Tränen

Djokovic hatte am Freitag noch auf einen Einsatz verzichtet. Am Sonntag wollte er dem Titelverteidiger in Belgrad zum 2:2-Ausgleich verhelfen, knickte aber bei einer Vorhand um und blieb mit einem offensichtlichen Knöchelproblem und schmerzverzerrtem Gesicht liegen.

Nachdem Kapitän Bogdan Obradivic dem Weltranglisten-Ersten auf die Bank geholfen hatte, umarmte Djokovic unter Tränen seinen Gegner und erhielt in der Belgrad-Arena Standing Ovations von den 18.000 Zuschauern.

Überglückliche Argentinier

"Wir sind überglücklich, dass wir das Finale erreicht haben. Ich weiß gar nicht was ich sagen soll", meinte del Potro, der Djokovic eine schnelle Genesung wünschte.

Der US-Open-Sieger von 2009 hatte bereits am Freitag sein Einzel gegen Janko Tipsarevic gewonnen und damit die Weichen auf Sieg gestellt.

Überragender Nadal

Rafael Nadal hat auf die US-Open-Finalniederlage gegen Novak Djokovic in bestmöglicher Weise reagiert. Mit zwei Einzelsiegen gegen Frankreich hatte der Weltranglisten-Zweite maßgeblichen Anteil am Finaleinzug von Spaniens Davis-Cup-Team. Am Sonntag "demontierte" er Jo-Wilfried Tsonga mit 6:0,6:2,6:4 und machte damit die Vorentscheidung zum 3:1 perfekt.

Die Spanier bestreiten damit das dritte Finale in den vergangenen vier Jahren.

Man kann sich kaum einen idealeren Austragungsort für eine Sandplatz-Demonstration von Rafael Nadal vorstellen als eine Stierkampfarena. Zwei Tage nach der Demontage von Richard Gasquet (6:0,6:3,6:1) war am Sonntag Jo-Wilfried Tsonga in der Rolle des chancenlosen Opfers.

Tsonga chancenlos

Nur gerade sechs Games gewann der Bezwinger von Roger Federer in Wimbledon und Montreal, nach 137 Minuten war der Spuk vorbei. Vor allem von der Grundlinie aus war Tsonga praktisch chancenlos.

Nadal hat damit in den beiden Partien gegen Top-15-Spieler nur 10 Games abgegeben, und auch David Ferrer war gegen Gilles Simon weit von einem Satzverlust entfernt. Dass das Linkshänderdoppel Feliciano Lopez/Fernando Verdasco gegen Michael Llodra/Tsonga nur drei Games gewonnen hatte, konnten die Iberer angesichts der Dominanz in den Singles problemlos verkraften.

Premiere oder fünfter Cup?

Im Endspiel genießt Spanien Heimrecht und kann zum fünften Mal den Cup holen. Argentinien gelang dies noch nie.

Vor drei Jahren gab es daheim eine Finalniederlage gegen die Spanier, obwohl sie damals sogar ohne Nadal angetreten waren.

Mehr zum Thema Zum Seitenanfang»