"Unglaublich, es ist ein Team-Sieg"

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Mit einem Aufschlag-Game zu null hat Jürgen Melzer am Sonntag in Antwerpen den erlösenden Davis-Cup-Auswärtssieg gegen Belgien schon vor dem Schlusseinzel fixiert.

Der 30-jährige Niederösterreicher bot gegen den anstelle von Xavier Malisse aufgebotenen Olivier Rochus eine solide Leistung und fixierte nach exakt 2:10 Stunden mit einem 6:4,6:4,6:3 die uneinholbare 3:1-Führung für Österreich.

Das ÖTV-Team hat damit den Klassenerhalt im Kreis der besten 16 Tennis-Nationen der Welt geschafft und kann mit Freude der Auslosung am Mittwoch (13.30 Uhr MESZ) in Bangkok entgegenblicken.

"War sehr, sehr schwierig"

Nach dem Einzelsieg von Andreas Haider-Maurer am Freitag sowie dem Doppelpunkt durch Oliver Marach und Alexander Peya holte nun Melzer den dritten erforderlichen Zähler. Und es war auch ein für die Psyche des zuletzt nicht in Hochform befindlichen Weltranglisten-21. ein enorm wichtiger Sieg.

"Es war sehr, sehr schwierig, denn es lag enormer Druck auf meinen Schultern. Jeder hat diesen Sieg von mir erwartet", gestand Österreichs Nummer 1.

"Unglaublich, es ist ein Team-Sieg, jeder hat einen Punkt geholt. Es freut mich auch für den Gilli, so einen Abschied hat er sich verdient", dachte Melzer auch an den scheidenden Kapitän Gilbert Schaller, der nach fünf Jahren (Bilanz: 5 Siege, 5 Niederlagen) mit diesem Länderkampf aus dem Amt scheidet.

Mit seinem Auftritt war Melzer sehr zufrieden, er hofft, dass ihm dies für die kommenden Aufgaben wieder mehr Zuversicht gibt. "Ich habe heute mehr riskiert und gut gespielt, ich hoffe, dass ich das für die nächsten Turniere mitnehmen kann", sagte der Deutsch Wagramer.

"Das haben wir uns verdient"

Auch Schaller war freilich sehr glücklich, war es doch sein Wunsch gewesen, sein Team als Weltgruppen-Nation an seinen Nachfolger übergeben zu können. Schallers Nachfolger steht noch nicht fest, soll aber bis zum Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle bestimmt werden. "Wir sind nächstes Jahr wieder in der Weltgruppe, das war unser Ziel und das haben wir uns verdient", freute sich der Steirer.

Lob für Melzer kam auch von seinen Teamkameraden. "Das war eine sehr starke Leistung vom Jürgen", sagte Haider-Maurer, der am Freitag mit seinem ersten Davis-Cup-Sieg den Grundstein zum Auswärtserfolg gelegt hatte.

"Auf den Punkt hier kann ich aufbauen. Ich bin froh, dass wir gewonnen haben, das ist, was zählt, das kann man genießen", betonte der zweite Niederösterreicher im Team.

Lob von den Teamkkollegen

Alexander Peya und Oliver Marach, die im Doppel ebenfalls einen Punkt zum Sieg beigesteuert haben, waren ebenso happy.

"Jürgen hat das unglaublich gelöst. Es war nicht einfach für ihn, denn jeder hat von ihm diesen Punkt erwartet. Respekt, wie er das geschafft hat, da kann man nur den Hut vor ihm ziehen", sagte Peya. Marach hofft, dass Melzer viel Selbstvertrauen mitnehmen kann.

Peya sorgte für vierten Sieg

Im Anschluss gewann Peya hat das bereits bedeutungslose Schluss-Einzel gegen Ruben Bemelmans und sorgte damit für einen 4:1-Auswärtssieg für Österreich gegen Belgien.

Peya, der anstelle von Andreas Haider-Maurer eingesetzt wurde, besiegte den Ersatzmann für Steve Darcis glatt mit 6:4,6:3.

"Für Jürgen war dieser Sieg sehr wichtig und gibt ihm sicher wieder Aufschwung. Ich hoffe, er kommt jetzt wieder in den nächsten Turnieren sehr weit." Der Steirer selbst hat den Davis Cup sehr genossen. "Das ist ein unglaubliches Gefühl, ich werde diesen Davis Cup nie vergessen, hoffe aber auch, dass noch viele weitere Siege kommen."

"We-we-we Weltgruppe"

Die erste Gelegenheit dazu erhält das Team in der ersten Weltgruppen-Runde 2012 vom 10. bis 12. Februar, freilich hofft man nun auf ein Heimspiel. Doch auch die großartigen österreichischen Fans aus Bad Kreuzen mussten ihren Trip nach Belgien nicht bereuen.

"We-we-we Weltgruppe" skandierten die rund 15 Anhänger, denen Jürgen Melzer schon am Samstag ein Bier ausgegeben hatte. Sie dankten es ihm am Sonntag mit besonders enthusiastischer Unterstützung.

Österreich hat damit wie im Vorjahr in Tel Aviv (3:2) mit einem Auswärtssieg den Klassenerhalt in der Weltgruppe geschafft. Das bedeutungslos gewordene Schluss-Einzel bestritten übrigens Ruben Bemelmans und Alexander Peya.

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