Haider-Maurer feiert Premieren-Sieg im Davis Cup

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Der Kampf um die Zugehörigkeit zur Davis-Cup-Weltgruppe 2012 zwischen Belgien und Österreich wird erst am Sonntag entschieden.

Nach dem überraschenden Auftakt-Sieg von Andreas Haider-Maurer über die belgische Nummer 1, Xavier Malisse, in drei Sätzen, siegte auch im zweiten Einzel am Freitag in Antwerpen der Außenseiter. Steve Darcis, aktuell nur Nummer 93 der Welt, rang Jürgen Melzer nach 3:48 Stunden mit 7:6(3),6:7(4),6:4,6:3 nieder und ermöglichte den Hausherren damit wieder den erwarteten Zwischenstand nach dem ersten Tag.

"Habe wichtigen Punkte nicht gemacht"

"Wenn ich in Hochform bin, gewinne ich. Aber das bin ich nicht, es ist mehr ein Kämpfen und Rackern. Der Länderkampf ist offen. Wenn wir mit einem 2:1 in den Sonntag gehen, ist alles drinnen", glaubt Melzer, der sich vorwarf, die wichtigen Punkte einfach nicht gemacht zu haben.

"Ich habe leider nur zwei von 18 Breakbällen genützt und - das ist zu wenig. Das kann man drehen und wenden wie man will. Er hat sehr gut gespielt und verdient gewonnen. Von meiner Seite her war es eine Steigerung zu den US Open, aber ich bin noch nicht dort, wo ich gerne wäre."

Melzer bereits auf der Siegerstraße

Es war eine bittere Niederlage für Melzer: Er wehrte zunächst im ersten Satz insgesamt sechs Satzbälle ab, um dann mit dem siebenten den ersten Durchgang nach 80 Minuten doch noch abgeben zu müssen.

Der 30-jährige Niederösterreicher packte sich aber beim Schopf und glich nach 2:29 Stunden Spielzeit mit seinem vierten Satzball, ebenfalls im Tiebreak, auf 1:1 Sätze aus.

Als der US-Open-Doppelsieger, der erst am Montagabend aus New York via Wien nach Belgien gereist war, im dritten Satz mit 4:2 in Führung lag, wähnte man den Weltranglisten-21. bereits auf der Siegerstraße.

Und dieser Sieg hätte dem ÖTV-Team die Tür zur Weltgruppe 2012 weit aufgestoßen. Doch es kam anders. Darcis fing sich wieder, während bei Melzer die Kraft nachließ.

Sieben Games später sah sich der Deutsch Wagramer nach dem 4:6 in Satz drei auch schon einem 0:3-Rückstand im vierten Satz gegenüber. Das war an diesem Tag für einen ausgelaugt wirkenden Jürgen Melzer nicht mehr aufzuholen. Sein Blick wurde immer leerer, die Erschöpfung stand ihm ins Gesicht geschrieben.

"Mir ist die Kraft ausgegangen"

Melzer machte daraus auch kein Geheimnis: "Mir ist dann die Kraft ausgegangen. Ich war einfach nicht so fit, wie ich dachte. Mir tut halt alles weh, wenn man solange auf dem Platz steht. Man muss sagen, dass er der fittere war", gestand er.

Sein Bezwinger war in dementsprechend besserer Stimmung. "Im Davis Cup kann es sich immer schnell wenden. Ich habe gewusst, dass ich bis zum Schluss weiterkämpfen muss", sagte Darcis nach seinem für sein Land so wichtigen Erfolg.

"AHM" feiert Premierensieg

Im Nachhinein gesehen war somit der erste Sieg von Andreas Haider-Maurer im österreichischen Davis-Cup-Team noch wichtiger, denn mit einem 0:2 nach dem ersten Tag wäre es sehr schwer für die Gäste geworden. "AHM" bot beim 6:4,6:4,7:5 in 2:18 Stunden eine überzeugende Leistung gegen Malisse und war dementsprechend zufrieden.

"Ich habe gewusst, es hängt viel von meinem Aufschlag ab. Und es war auch gut, dass ich bei den Breakbällen aggressiv geblieben bin", meinte der Wahl-Innsbrucker, der als Weltranglisten-77. 31 Plätze hinter Malisse liegt. Bei seinem Debüt in Israel habe er sich noch zu viel Druck gemacht. "Daraus habe ich aber gelernt. Umso besser, dass es mir da gelungen ist."

Doppel-Aufstellung noch offen

Kapitän Gilbert Schaller fasste den Tag mit gemischten Gefühlen zusammen. "Es war ein perfekter Auftakt, aber leider nicht das erwünschte Endergebnis nach dem ersten Tag. Die Leistung von Darcis muss man anerkennen, er hat eine super Partie gespielt. Jürgen ist nach drei Stunden ein bisschen die Batterie ausgegangen", resümierte der Steirer nach dem ersten seiner drei letzten Tage in dieser Funktion.

In Sachen Doppelaufstellung wollte das Team sich noch nicht in die Karten blicken lassen, aber man kann davon ausgehen, dass Melzer am Samstag für das möglicherweise entscheidende Einzel am Sonntag gegen Malisse geschont wird.

Ob Österreich in der Elite-Liga 2012 dabei sein wird, werden die Fans somit erst am Sonntag erfahren. Am Samstag (12.30 Uhr) könnte im Doppel allerdings eine Vorentscheidung fallen, die derzeit nominierten Oliver Marach und Alexander Peya sind gegen Ruben Bemelmans/Olivier Rochus auf jeden Fall klar zu favorisieren. Und dann hätte Melzer am Sonntag gegen Malisse den ersten "Matchball" für Österreich.

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