Thiem besiegelt Davis-Cup-Pleite

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Österreich verliert Davis-Cup-Duell gegen Niederlande

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Österreich verliert im Davis-Cup-Duell gegen die Niederlande in Kitzbühel mit 2:3.

Die Entscheidung fiel schon nach dem ersten Einzel am Sonntag.

Dominic Thiem musste sich nach seiner Fünf-Satz-Niederlage am Freitag gegen Thiemo De Bakker auch der holländischen Nummer eins Robin Haase mit 4:6, 6:7 (4), 3:6 geschlagen geben.

Der anschließende 6:3, 6:3-Erfolg von Oliver Marach gegen Jesse Huta Galung im nachfolgenden „Dead Rubber“ war nur mehr Ergebniskosmetik.

Das ÖTV-Team verpasste damit den Sprung ins Weltgruppen-Playoff und muss auch in der kommenden Saison in der zweitklassigen Europa/Afrika-Zone I sein Glück versuchen.

Nervöser Start

Wie schon gegen De Bakker begann Thiem auch gegen Haase nervös, musste gleich im ersten Game seinen Aufschlag abgeben und geriet nach einem zweiten Break sogar mit 1:4 in Rückstand.

Ein Rebreak gelang dem 21-jährigen Lichtenwörther zwar noch, am Ende servierte Haase allerdings sicher aus.

In Folge stabilisierten sich die Aufschläger und ließen im gesamten zweiten Satz keine Breakbälle zu. Das Tiebreak entschied der Niederländer, der sich meist als etwas konstanterer Spieler erwies, relativ souverän für sich. Im dritten Durchgang holte sich Haase das entscheidende Break zum 5:3.

„Spielerisch nicht gut genug“

„Es haben im ganzen Match einfach immer ein paar Prozent gefehlt. Am Freitag war es ähnlich. Wenn man so spielt, kann man gegen einen Haase nicht gewinnen“, haderte Thiem erneut mit seiner Leistung. „Es war spielerisch einfach nicht gut genug.“

„Ich hatte heute wieder sehr viele unerzwungene Fehler. Ich weiß selbst nicht, auf was das zurückzuführen ist“, war der Youngster über die fehlende Konstanz ratlos.

Nach vier Davis-Cup-Matches muss Thiem, der im Vorjahr bei seinem Debüt gegen die Slowakei ebenfalls zwei Niederlagen einfuhr, weiterhin auf seinen ersten Sieg warten. Ein Davis-Cup-Trauma sieht er deshalb aber nicht: „Ich hatte solche Tage auch schon bei anderen Turnieren.“

Koubek: „Es geht nicht locker von der Hand“

ÖTV-Kapitän Stefan Koubek konnte seinem Schützling zumindest nicht den Willen absprechen: „Dominic war auch heute wieder ein bisschen nervös, hat sich aber super reingekämpft. Er hat derzeit einfach nicht so viel Selbstvertrauen. Er denkt zu viel nach, probiert herum und will auch spielen, aber es geht ihm einfach nicht so locker von der Hand.“

Seinen Teil zum glatten Drei-Satz-Erfolg trug freilich auch der Sieger selbst bei, der sich nach der Auftaktniederlage gegen Andreas Haider-Maurer etwas stärker präsentierte.

„Ich habe heute viel besser und aggressiver als im ersten Match gespielt“, meinte der Niederländer. „Haider-Maurer hat aber auch sehr gut aufgeschlagen, deshalb bin ich nicht so gut ins Spiel reingekommen. Heute konnte ich besser retournieren. Bei den Ballwechseln hatte ich zudem bei Dominic meist ein gutes Gefühl.“

Thiem gab seinem Bezwinger in dieser Hinsicht durchaus recht: „Haase hat gut gespielt, aber ich sollte eigentlich schon so weit sein, dass ich ihn dazu zwingen kann, Fehler zu machen. Und das ist mir heute nicht gelungen.“

Thiem fährt nun nach Umag

Für Thiem geht es nun nach Umag weiter, wo er als Nummer vier der Setzliste in der ersten Runde ein Freilos hat und im Achtelfinale entweder auf den Serben Dusan Lajovic oder einen Qualifikanten trifft.

„Das Freilos hilft natürlich. Ich werde sicher ein, zwei Tage brauchen, um den Davis Cup zu verarbeiten“, wird Thiem noch einige Zeit brauchen, um das Kitzbühel-Wochenende etwas zu verdauen.

Christian Frühwald

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