Tschechien im Halbfinale und die Nr. 1 der Welt

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Titelverteidiger Tschechien hat das Davis-Cup-Viertelfinalduell gegen Österreich-Bezwinger Kasachstan für sich entschieden.

Lukas Rosol kämpfte am Sonntag in Astana auf Sand Evgeny Korolev 7:6(5), 6:7(2), 7:6(5), 6:2 nieder und sorgte damit für das vorentscheidende 3:1.

Korolev servierte im dritten Satz bei 5:4 zum Satzgewinn, kassierte aber das Rebreak und hatte im Tiebreak das Nachsehen. Im vierten gelangen Rosol Breaks zum 1:0 sowie 5:2 und er konnte nach 3:34 seinen ersten Matchball verwandeln.

11.000 km haben sich ausgezahlt

"Ich habe dieses Gefühl, für mein Land zwei Punkte an einem Wochenende zu holen, noch nie gehabt. Tomas hat es schon geschafft und jetzt weiß ich ein bisschen, wie sich das anfühlt", freute sich der Weltranglisten-63.

Rosol war am Montag rund 11.000 km und 23 Stunden von einem Challenger aus Guadeloupe in der Karibik nach Astana gereist. Die Reise hat sich für ihn ausgezahlt.

Doppel sorgt für Ehrenpunkt

Am Freitag hatte Jan Hajek mit einem 6:3,6:2,6:4-Erfolg über Mikhail Kukushkin vorgelegt, Rosol sorgte mit einem 4:6,6:4,6:2,7:6(6)-Sieg über Andrey Golubev für die komfortable 2:0-Führung.

Yuriy Schuhkin und Andrey Golubev konnten am Samstag mit einem 7:6(2),6:4,6:3-Erfolg über Radek Stepanek/Jan Hajek nur Schadensbegrenzung betreiben.

Den Regeln entsprechend (wenn am Sonntag im ersten Single zumindest vier Sätze gespielt wurden) einigten sich die Teams dann darauf, das bedeutungslos gewordene Schluss-Einzel nicht mehr zu spielen.

Spanien abgelöst

Tschechien übernimmt damit am Montag erstmals und als sechste Mannschaft seit Einführung der Davis-Cup-Weltrangliste 2001 die Führung in dieser Wertung.

Spanien wird nach fast vier Jahren an der Spitze auf Platz zwei verdrängt.

Halbfinalgegner Tschechiens ist wie bereits im Vorjahr Argentinien. Die Südamerikaner warfen Franrkecih nach hartem Kampf raus.

Doppel brachte die Wende

In Buenos Aires durften sich die argentinischen Fans nach dem Doppel erstmals über die Führung freuen.

David Nalbandian/Horacio Zeballos setzten sich am Samstag (Ortszeit) gegen Juliene Benneteau/Michael Llodra durch und brachten die Hausherren mit 2:1 in Front.

Die "Gauchos" verloren zwar den ersten Satz mit 3:6, drehten dann aber auf und entschieden die weiteren Durchgänge mit 7:6 (3), 7:5 und 6:3 für sich.

Am Sonntag musste man gegen Frankreich  zunächst den 2:2-Ausgleich hinnehmen. Juan Monaco war beim 3:6,3:6,0:6 ohne Chance gegen Jo-Wilfried Tsonga. Für den ersten Sieg über die Franzosen im sechsten Aufeinandertreffen sorgte dann Carlos Berlocq.

Der "Charly" genannte Lokalmatador gewann 6:4,5:7,6:4,6:4 gegen Gilles Simon. Die Argentinier, zuvor im Parque Roca 5:0-Sieger über das deutsche Team, wollen sich vom 13. bis 15. September in Tschechien für das schmerzliche Halbfinal-Aus im Vorjahr vor heimischer Kulisse revanchieren.

Serbien überrascht gegen Bryans

In den USA setzte es dagegen eine faustdicke Überraschung.

Bob und Mike Bryan verloren das Doppel gegen Ilija Bozoljac und Nenad Zimonjic. Damit führt Serbien in Boise/Idaho gegen die USA mit 2:1.

Bozoljac/Zimonjic sicherten sich die ersten beiden Sätze jeweils im Tiebreak, mussten die Durchgänge drei und vier jedoch an die favorisierten Zwillinge abgeben.

Nervenschlacht

Satz fünf wurde zur Nervenschlacht.

Beim Stand von 13:13 gelang den Serben das heiß ersehnte Break, ehe sie nach 4:23 Stunden zum 7:6(5),7:6(1),5:7,4:6,15:13-Sieg ausservierten.

"Sie haben wirklich gut gespielt. 36 Asse haben uns nicht viele Möglichkeiten gelassen, vor allem im fünften Satz", zollte Bob Bryan den Gegnern Respekt.

Allein die Hälfte der Asse gelang dem serbischen Duo in der Entscheidung in der Taco Bell Arena in Boise.

Für die Entscheidung sorgte schließlich Novak Djokovic. Die Nummer 1 der ATP-Single-Rangliste hatte gegen Sam Querrey nur zwei Sätze lang Mühe und setzte sich schlussendlich souverän mit 7:5,6:7(4)6:1,6:0 durch.

Da die Serben mit dem 3:1 bereits fix in der Runde der letzten Vier standen, einigten sich beide Teams darauf, das abschließende Einzel zwischen Victor Troicki und John Isner nicht mehr auszutragen.

Kanada erstmals im Halbfinale

Kanadas Team hat am Sonntag (Ortszeit) erstmals das Halbfinale erreicht. Die Nordamerikaner gewannen ihr Viertelfinale gegen Italien in Vancouver 3:1, Milos Raonic sorgte mit einem 6:4,6:4,3:6,7:5-Sieg für den entscheidenden Punkt.

Das vierte Einzel wurde nicht mehr ausgetragen. Im Halbfinalist Kanada vom 13. bis 15. September in Serbien zu Gast, Argentinien gastiert bei Titelverteidiger Tschechien.

Für die Serben hatte in Boise/Idaho gegen die USA Novak Djokovic mit einem 7:5,6:7(4),6:1,6:0-Erfolg gegen Sam Querrey entscheidend gepunktet.

Der Führende in der Weltrangliste hatte sich jedoch zu Match-Beginn am rechten Sprunggelenk verletzt. Nachdem er überknöchelt hatte, spielte er mit entzündungshemmenden Tabletten und einem Tape, dennoch gewann er die letzten neun Spiele in Folge.

 Nach der Partie schwoll sein Knöchel allerdings an. Djokovic reiste am (heutigen) Montag in seinem Wohnort Monte Carlo, wo er sich genauer untersuchen lassen wollte. Sein Antreten ebendort nächste Woche beim Masters-1000-Turnier ist fraglich.

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