Melzer und Mayr-Achleitner in Runde eins out

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Für Jürgen Melzer ist bei den Australian Open 2012 bereits in der ersten Runde Endstation.
Der 30-jährige Niederösterreicher muss sich am Montag in seinem Auftaktspiel dem kroatischen 2,08-Meter-Riesen Ivo Karlovic mit 6:7 (3), 5:7, 3:6 geschlagen geben.
Für Melzer, der in Melbourne an 31 gesetzt war und im Vorjahr das Achtelfinale erreichte, war es im fünften Duell mit Karlovic die erste Niederlage. In der Weltrangliste wird der ÖTV-Daviscupper dadurch aus den Top 40 fallen.

Jürgen Melzer hat bei seinen zehnten Australian Open eine bittere Erstrunden-Niederlage hinnehmen müssen.

Der Achtelfinalist des Vorjahres unterlag zum Auftakt in Melbourne am Montag dem Kroaten Ivo Karlovic im sechsten Duell erstmals und wird nach dem 6:7(3),5:7,3:6 in der Weltrangliste von Position 33 um rund 10 Plätze zurückfallen.

Auch Patricia Mayr-Achleitner schied gegen eine vermeintlich bezwingbare Gegnerin ohne Satzgewinn aus. Die Tirolerin unterlag der Weißrussin Olga Goworzowa 2:6,4:6.

Nur mehr Paszek im Bewerb

Damit ist Tamira Paszek der einzig verbliebene ÖTV-Beitrag in den Einzelbewerben des mit umgerechnet 20,9 Millionen Euro dotierten ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres.

Die Vorarlbergerin trifft am Dienstag (2. Match nach 09.00 Uhr MEZ) erstmals auf die fünffache Melbourne-Siegerin Serena Williams, die als Nummer 12 gesetzt ist.

Melzer muss sich auf das Doppel mit dem Deutschen Philipp Petzschner und das Mixed-Doppel konzentrieren.

Rückenprobleme im Griff

Die Vorzeichen für Melzer waren günstig gewesen. Der 30-Jährige hatte seine Rückenprobleme im Griff, war schmerzfrei und hatte in fünf Matches gegen den 2,08-m-Riesen, der in der Weltrangliste 24 Plätze hinter ihm rangiert, noch keinen Satz abgegeben.

Vor der Stärke des Kroaten war Melzer aber gewarnt, dieser sei "sicher einer der undankbarsten Gegner".

Das bewies Karlovic am Montag, als er 24 Asse und ebenso viele Winner schlug (Melzer nur 2) und nach nur 2:04 Stunden als Sieger vom Platz ging.

Melzers Matchplan funktionierte im ersten Satz noch recht gut.

"Aber er hat mir da schon 13 Asse und ich weiß nicht wie viele unreturnierbare Aufschläge serviert. Das ist schon sehr viel. Und im Tiebreak habe ich die wichtigen Punkte nicht gemacht", resümierte Melzer.

Im zweiten Set kassierte er bei 5:5 nach zwei Doppelfehlern und einem verschlagenen Volley das vorentscheidende Break.

"Gegen so einen Spieler kann man sich keine einfachen Fehler leisten", wusste der Niederösterreicher, der nicht von hinten spielen, sondern vor seinem Gegner am Netz sein wollte.

"Hab es bis zum letzten Punkt versucht"

"Das lief ganz gut, nur habe ich ein paar zu einfache Volleyfehler gemacht. Gegen ihn hat man nur drei, vier Chancen, aber wenn man die nicht nützt, verliert man eben glatt", sagte der ÖTV-Daviscupper, der aber nie aufsteckte.

"Ich habe es bis zum letzten Punkt versucht und gekämpft, auch im dritten Satz noch. Es ist ein Grand-Slam-Turnier, da will man alles probieren."

Ein Break zum 0:1 im dritten Satz brachte ihn aber bald auf die Verliererstraße.

Melzer Karlovic
  1. Aufschlag %
66 von 102 (65%) 81 von 104 (78%)
Asse 2 24
Doppelfehler 8 3
Unerzwungene Fehler 8 3
Punkte 1. Aufschlag 47 von 66 (71%) 61 von 81 (75%)
Punkte 2. Aufschlag 16 von 36 (44%) 10 von 23 (43%)
Punkte Rückschläger 33 von 104 (32%) 39 von 102 (38%)
Breakbälle 2 von 7 (29%) 5 von 10 (50%)
Gesamtpunkte 96 110

Melzer trauert vergebenen Chance nach

Karlovic ist kein Spieler, der einem angeschlagenen Gegner den Rhythmus finden lässt.

"Man kann das, was man draufhat, gegen ihn gar nicht zeigen. Er serviert sich da durch."

"Und ab Mitte des zweiten Satzes hat er dann auch noch meinen zweiten Aufschlag viel mehr attackiert, dadurch habe ich mehr Druck verspürt und auch viel schlechter serviert", bilanzierte Melzer und trauerte der vergebenen Chance nach.

"Es wäre gut gewesen, wenn ich den überstanden hätte. Das ist mir leider nicht gelungen."

Magere Bilanz seit Juli 2011

Melzers jüngste Bilanz liest sich nicht gut. Am 31. Jänner 2011 war der Paris-Halbfinalist von 2010 als Folge der guten Australian Open als Zehnter erstmals in den Top Ten aufgeschienen, hielt später sechs Wochen lang den achten Platz (zuletzt am 23.5.), doch danach ging es Schritt für Schritt bergab.

Denn Melzer - bis Dezember gehandicapt durch Rückenprobleme - ist es seit Mitte Juli 2011 in mittlerweile elf Turnieren nicht gelungen, zwei Matches in Folge auf der ATP-Tour zu gewinnen.

"Ich will so schnell es geht wieder Matches gewinnen und dann möchte ich so schnell wie möglich unter die besten 20 kommen. Da möchte ich wieder hin", nannte Österreichs Nummer 1 seine Ziele.

Mayr-Achleitner kämpft mit den Tränen

Mayr-Achleitner (WTA-Nummer 98) kam gegen Govorzova nicht an ihre Trainingsleistungen heran und kämpfte nach der siebenten Erstrunden-Niederlage in einem Grand-Slam-Turnier in Folge mit den Tränen.

"Ich bringe im Match momentan nur 20 Prozent von dem, was ich kann", ärgerte sich die 25-Jährige, die im Fed Cup gegen die Weißrussin (WTA-Nummer 114) schon triumphiert hatte.

"Das Match habe ich verloren und nicht sie gewonnen. Ich muss einfach lockerer werden bei den Grand Slams."

Mayr-Achleitner Govortsova
  1. Aufschlag %
41 von 58 (71%) 33 von 51 (65%)
Asse 0 1
Doppelfehler 3 3
Unerzwungene Fehler 3 3
Punkte 1. Aufschlag 20 von 41 (49%) 25 von 33 (76%)
Punkte 2. Aufschlag 8 von 17 (47%) 8 von 18 (44%)
Punkte Rückschläger 18 von 51 (35%) 30 von 58 (52%)
Breakbälle 2 von 4 (50%) 5 von 11 (45%)
Gesamtpunkte 46 63
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