Die besten Grand-Slam-Finali aller Zeiten

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Ein Endspiel eines Grand-Slam-Turniers ist immer etwas Besonderes. Schließlich wird nur vier Mal im Jahr ein Major-Titel ausgespielt.

Wenn die Besten der Besten aufeinandertreffen kommt es naturgemäß zu spektakulären Matches.

Eines davon war mit Sicherheit das Australian-Open-Finale zwischen Novak Djokovic und Rafael Nadal in Melbourne.

LAOLA1 hat in den Geschichtsbüchern geblättert und weitere Finali gefunden, die sich vor dem Melbourne-Kracher nicht verstecken brauchen.

Finali, an die wir immer noch mit einem Lächeln im Gesicht zurückdenken und dabei sogar eine leichte Gänsehaut bekommen.

Australian Open 2012: Novak Djokovic gegen Rafael Nadal

Mit 5:53 Stunden war das Australian-Open-Endspiel am Sonntag zunächst einmal das längste aller Zeiten. Ob es auch das beste aller Zeiten war? Zumindest qualifiziert es sich locker für unsere Top-5-Liste. Fakt ist jedenfalls, dass es im Herren-Tennis noch nie solch beeindruckende Grundlinien-Duelle zu sehen gab, wie sie sich Novak Djokovic und Rafael Nadal in Melbourne lieferten. Dazu sorgten eine kurze Regenpause, ein beeindruckendes Comeback von Nadal im vierten Satz und die finale Wende von Djokovic bei 2:4 im Entscheidungs-Satz für eine ganz besonders Würze. Ein derartiges Drehbuch eines Hollywood-Films würde man wohl als "kitschig und übertrieben" bezeichnen.

Wimbledon 2008: Rafael Nadal gegen Roger Federer

Das letzte große Grand-Slam-Endspiel liegt eigentlich noch gar nicht lange zurück. Vor nicht einmal vier Jahren war in Wimbledon ebenfalls Rafael Nadal einer der beiden Hauptdarsteller. Damals zwang der Spanier Langzeit-Rivalen Roger Federer mit 6:4, 6:4, 6:7 (5), 6:7 (8), 9:7 in die Knie. Bis Sonntag war es mit 4:48 Stunden das bisher längste Major-Finale aller Zeiten. "Jenes in Wimbledon hat mir aber ein bisschen besser gefallen", scherzte Nadal bei der Pressekonferenz. "Es macht mich aber glücklich, bei beiden Matches dabei gewesen zu sein." Nadal vergab im vierten Satz im Tiebreak zwei Matchbälle, beendete dann aber doch noch die 65 Matches andauernde Sieges-Serie von Federer in seinem Wohnzimmer in Wimbledon. Der Eidgenosse konnte nur einen seiner insgesamt 13 Breakbälle verwerten. Zwei Regen-Unterbrechungen sorgten für zusätzliche Spannung. Beinahe hätte das Match wegen der schlechten Lichtverhältnisse auf Montag verlegt werden müssen.

Wimbledon 2001: Goran Ivanisevic gegen Patrick Rafter

Für viele ist und bleibt das Wimbledon-Endspiel 2001 das größte Grand-Slam-Finale aller Zeiten. Goran Ivanisevic, dreifacher Wimbledon-Finalist und aus den Top 100 gerutscht, stürmte als Wild-Card-Starter bis zum Turniersieg - dieses Kunststück ist bis heute einzigartig! Mit 6:3, 3:6, 6:3, 2:6, 9:7 rang der kroatische Publikums-Liebling den nicht minder beliebten Patrick Rafter nieder. Es gab wohl niemanden, der Ivanisevic nicht seinen ersten Grand-Slam-Titel von ganzem Herzen vergönnte. Als er im letzten Game zum Turniersieg servierte, stiegen dem Kroaten sogar die Freudentränen in die Augen - ein unvergesslicher Anblick! Bei seiner Rückkehr in seine Heimatstadt Split wurde der Aufschlag-Kanonier von über 150.000 Menschen empfangen.

Andre Agassi bei den French Open 1990, 1991 und 1999

Andre Agassi und Roland Garros. Wenn der US-Superstar auf der roten Asche von Paris ins Endspiel einzog, dann war immer was los! 1990 und 1991 bezog er jeweils im Finale zwei ganz bittere Niederlagen. Zuerst verlor er gegen Überraschungsmann Andres Gomez aus Ekuador (3:6, 6:2, 4:6, 4:6), der zuvor schon im Halbfinale die Titel-Hoffnungen von Thomas Muster zerstörte, ein Jahr später unterlag Agassi seinem Landsmann Jim Courier mit 6:3, 4:6, 6:2, 1:6, 4:6. "Jeder hat mir gesagt, dass ich ihn schlagen werde. Danach habe ich mir einfach nur gedacht, dass ich es einfach nicht in mir habe, einen Grand-Slam-Titel zu habe." 1992 in Wimbledon sah die Welt schon wieder anders aus. Und acht Jahre später versöhnte er sich sogar mit Roland Garros, als er 1999 den Ukrainer Andrei Medvedev nach einem 0:2-Satz-Rückstand noch mit 1:6, 2:6, 6:4, 6:3, 6:4 niederkämpfte. Mit dem Titel bei den French Open holte er als erst zweiter Spieler nach Rod Laver den Grand Slam in der "Open Era"!

Wimbledon 1980: Björn Borg gegen John McEnroe

Für seinen fünften Wimbledon-Sieg in Folge musste Björn Borg vor über dreißig Jahren so hart arbeiten, wie für keinen zuvor. Denn im Finale wehrte sich John McEnroe mit Leibeskräften. Im wohl spannendsten Tiebreak aller Zeiten setzte sich der US-Amerikaner nach Abwehr von fünf (!) Matchbällen nach 22 Minuten mit 18:16 durch.  "Der Verlust des vierten Satzes war wohl die größte Enttäuschung meines Tennis-Lebens", meinte Borg. Schon davor hatte der Schwede zwei Mal die Möglichkeit, die Partie vorzeitig zu beenden. Doch "Big Mac" erzwang einen fünften Satz, wo er sich dann doch noch geschlagen geben musste. Borg setzte sich mit 1:6, 7:5, 6:3, 6:7 (16), 8:6 durch. Erst im Jahr 1981 war es McEnroe vergönnt, die Borg-Serie in Wimbledon zu beenden.

Christian Frühwald

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