"War der fittere Spieler"

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"Von der Grundlinie her war das Niveau sehr hoch"

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Der Niederösterreicher Jürgen Melzer hat am Mittwoch bei den Australian Open seiner Setzung als Nummer 26 gemäß die 3. Runde erreicht.
 
In seinem Zweitrundenspiel besiegte der 31-Jährige den Spanier Roberto Bautista Agut nach zweimaligem Satzrückstand und 3:49 Stunden 6:7(4),6:3,6:7(3),6:3,6:2.
 
Für seine Landsfrau Tamira Paszek hingegen kam als Nummer 30 gegen die US-Amerikanerin Madison Keys mit 2:6,1:6 das klare Out.
 
Harter Kampf für Melzer
 
Für Melzer war es ein harter Kampf, ehe das erste Duell mit Bautista Agut für ihn entschieden war.
 
Der Deutsch Wagramer war gewarnt, hatte der etwas schmächtige, drahtige und hart schlagende Iberer doch in der ersten Jänner-Woche auf dem Weg ins Chennai-Finale u.a. Tomas Berdych besiegt.
 
Und um ein Drittrunden-Duell mit dem auf Position fünf eingestuften Tschechen ging es nun auch.
 
"Ich war fitter als er"
 
Die Freude bei Melzer war nach dem Sieg groß, in Richtung Spielerbox und Coach Alexander Waske kam die Siegesfaust.
 
"Da draußen hatte es sehr viele Grad, aber ich habe die Arbeit gesehen, die ich im Winter reingesteckt habe", nannte Melzer einen Grund für seinen Erfolg.
 
"Ich war fitter als er. Klar waren ein paar Fehler dabei, aber generell war es eine gute Leistung. Am Ende ist nur wichtig, dass man durch ist." Gegen Berdych sieht sich Melzer freilich als Außenseiter.
 
Umstrittene Entscheidung
 
Zu Beginn gegen Bautista Agut hatte er in seinen Aufschlagspielen noch nicht in seinen Rhythmus gefunden, rettete sich nach Abwehr mehrerer Breakbälle aber ins Tiebreak.
 
Einige leichte Fehler brachten dem ÖTV-Ass gegen den flinken Südeuropäer aber doch den Satzverlust. Den Satzausgleich ermöglichte eine umstrittene Entscheidung des Schiedsrichters. Den dadurch erhaltenen Breakball nutzte Melzer zum 3:1 und servierte fortan aus.
 
Im Durchgang drei folgte nach Break und Rebreak erneut ein Tiebreak, das Melzer nach ähnlichem Verlauf wie in Satz eins verlor. Gleich wie der zweite verlief der vierte Satz, Melzer reichte ein Break zum 3:1.
 
In der Entscheidung zog der Weltranglisten-29. nach Abwehr eines Breakballs auf 5:2 davon. Bei eigenem Service nutzte er auch gleich den zweiten Matchball, als ein Rückschlag von Bautista ins Out ging.
 
Melzer zeigt sich selbstkritisch
 
Österreichs Nummer eins war nach seinem Erfolg über den Weltranglisten-56. durchaus auch selbstkritisch.

 "Ich habe im ersten Satz fürchterlich returniert, bin überhaupt nicht zurecht gekommen mit seinem Aufschlag", sagte er.
 
"Ich habe mir im ersten Satz das Leben schwer gemacht. Dann habe ich besser ins Spiel gefunden, besser returniert, habe mehr Punkte dominiert. Von der Grundlinie war das Niveau teilweise schon sehr hoch."
 
Große Unruhe auf Court 19
 
Melzer kritisierte aber auch die Bedingungen auf Court 19, neben dem ständig eine Straßenbahn fährt und unter den rund 700 Zuschauern große Unruhe herrschte.
 
Während des Spiels wurden sogar zusätzliche Sitzreihen hineingetragen. Melzer: "Es ist schade, dass man nicht fähig ist, an die Eingänge ein paar Security-Leute hinzustellen. Es hat überhaupt nicht funktioniert, die Leute sind rein- und rausgegangen, wie sie wollten. Das ist schade."
 
Paszek-Aus dauert keine Stunde
 
Paszek stand nur gut ein Viertel der Zeit von Melzer auf dem Platz, nach 56 Minuten hatte sie auf dem voll besetzten Showcourt 3 die wie bei ihrem Landsmann bei windigen Bedingungen ausgetragene Partie verloren.
 
Die noch 17-jährige Keys ließ der Vorarlbergerin keine Chance, überrollte sie mit ihren hammerharten Schlägen förmlich. Die athletische Weltranglisten-105. gilt als eines der größten US-Talente, ihre einzigen beiden Breakbälle ließ Paszek aus.
 
"Es war sehr schwer"
 
"Es ist schade, es war sehr schwer", meinte die Dornbirnerin. "Sie hat sehr gut gespielt und immer zwischen 180 und 190 km/h serviert."
 
"Ich kam eigentlich gar nicht zu dem Plan, den ich mir vorgenommen hatte: den Platz über die Rückhandseite öffnen."
 
Der 22-Jährigen machte auch ein wenig ihr linker Oberschenkel zu schaffen. "Es war ein Match zum Vergessen. Aber ich versuche, das Positive aus der ersten Runde mitzunehmen." Paszeks nächste Station sind die Paris Indoors.

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