"Die Großen haben immer nur ihr Ziel vor Augen"

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“Erst wenn du erwachsen bist, lernst du, richtig zu arbeiten.”

Mit diesen Worten beschreibt Judy Murray das Erfolgsgeheimnis ihres Sohnes Andy.

Der 25-jährige Schotte schaffte im vergangenen Jahr mit seinen Siegen bei den Olympischen Spielen und den US Open den seit langem angekündigten Durchbruch in die absolute Weltklasse.

Lendl als fehlender Mosaikstein

Gearbeitet habe er laut seiner Mutter zwar schon seit einigen Jahren sehr diszipliniert, mit Ivan Lendl als Coach habe man aber endlich den fehlenden Mosaikstein gefunden.

Der ehemalige Weltranglisten-Erste ist seit etwas über einem Jahr für die sportlichen Belange Murrays zuständig.

Die ganz Großen geben alles

„Am meisten hat mich beeindruckt, dass sich auch Andys Fokus auf das Wesentliche stark geändert hat. Er ist nun auf demselben Level wie Djokovic, Rafa oder Federer – sie alle haben immer nur ihr Ziel vor Augen. Und um dieses zu erreichen, geben sie einfach alles.“

Diese Einstellung mache laut Judy Murray, die neben ihren Sohn auch das britische Fed-Cup-Team betreut, den Unterschied aus.

„Wenn ich mir einen Trainings-Tag von Andy in der Saisonvorbereitung in Miami anschaue, ist das einfach nur beeindruckend. Um 7:30 Uhr geht es los und erst um 19 Uhr am Abend beendet er seinen Tag. Dazwischen liegen Trainings-Stunden, das Fitness-Studio, Physio-Einheiten, ein Eisbad – der Tag ist komplett ausgefüllt.“

Tomic noch nicht reif genug

So ein Pensum könne man aber eben nur erfüllen, wenn man auch im Kopf reif genug dafür ist. Dies fehle zum Bespiel auch noch Bernard Tomic.

Der 20-jährige Australier gilt in seiner Heimat schon seit Jahren als großes Ausnahme-Talent. Der große Durchbruch gelang dem als schwierig geltenden Weltranglisten-64. aber noch nicht. In Sydney zog Tomic in dieser Woche zumindest einmal ins Finale ein.

„Vielleicht kriegt er ja jetzt endlich die Kurve“, meint Mama Murray. „Er ist ein unglaubliches Talent und noch immer sehr jung. Jeder Mensch entwickelt sich in verschiedenen Altersstufen mental und körperlich.“

Zudem sei die Unterstützung der jungen Spieler zwar wichtig – sie selbst habe für ihre Kinder Andy und Jamie (Anm.: Doppel-Spezialist) viele Opfer gebracht, den letztlich entscheidenden Schritt kann aber doch nur der Spieler selbst setzen.

 „Am Ende liegt es nur an einem selbst!“ stellt Mama Murray klar.

Christian Frühwald

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