Deshalb hat sich der sechsfache Grand-Slam-Turniersieger dazu verpflichtet, Djokovic zu allen wichtigen Turnieren zu begleiten. Was den Serben selbst überraschte. Er hatte nur mit wochenweiser Hilfe gerechnet.
 
Hauptaugenmerk auf den mentalen Bereich
 
Am Montagnachmittag stand Becker zunächst mit Djokovic auf dem Trainingsplatz, am Abend saß er dann in der Rod Laver Arena und feierte seine Premiere als Coach.
 
Seine Aufgabe sieht er mehr im mentalen Bereich als darin, dem Weltranglisten-Zweiten noch irgendwelche tennisspezifischen Dinge beizubringen.
 
"Wenn ich dem Djokovic oder der Stefan Edberg dem Roger Federer noch einmal die Vorhand beibringen müsste, dann wäre was falsch", sagte Becker. "Es geht hier nicht um Vorhand oder Rückhand. Es geht vor allem um Taktik, um Einstellung, um Psychologie", erklärte der "Rote Baron".
 
"Wenn Grand-Slam-Sieger oder ehemalige Weltranglisten-Erste über den Sport reden, in dem sie Erfolge hatten, dann gibt es erst einmal wenig Gegenargumente", sagte Becker. "Man hat vorgelebt, was man erklärt."
 
Djokovic ist von Beckers Impulsen angetan
 
Djokovic scheint bisher sehr angetan von den Impulsen, die Becker ihm gibt. "Ich hätte nicht gedacht, dass wir uns von Anfang an so gut verstehen", sagte der Serbe, der in Melbourne den vierten Titel in Serie holen will. "Ich bin total positiv überrascht von seiner Art."
 
Becker genießt es, wieder mittendrin zu sein. Zwar betont er immer wieder, dass er als TV-Experte nie weg war vom Tennis. Doch richtig eingetaucht in die Filzball-Szene ist er erst wieder, seit Djokovic ihn angerufen hat.
 
Dass viele alte Weggefährten wie Ivan Lendl oder Stefan Edberg derzeit ebenfalls als Trainer arbeiten, erinnert ihn zusätzlich an die alten, goldenen Zeiten. "Wir haben unser Pokerface auch in der Umkleidekabine an", erzählte Becker. Schon als Aktive verband die beiden eine große Rivalität.

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