Rekorde für die Ewigkeit?

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Ein Grand-Slam-Finale für die Geschichtsbücher

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Spektakulärer hätte das Tennis-Jahr 2012 wohl nicht beginnen können.

Novak Djokovic und Rafael Nadal lieferten sich im Endspiel der Australian Open einen beinharten Kampf, der in die Geschichte des Tennis-Sports eingehen wird.

Auch die Rekordbücher müssen neu geschrieben werden. Noch selten zuvor wurden in einem Grand-Slam-Finale derart viele neue Bestmarken aufgestellt.

LAOLA1 hat die einzelnen Rekorde aufgelistet:

Das längste Finale bei den Australian Open

 24 Jahre liegt das bisher längste Endspiel bei den Australian Open zurück. Lokalmatador Pat Cash musste sich damals dem Schweden Mats Wilander mit 3:6, 7:6, 6:3, 1:6, 6:8 geschlagen geben. 4:27 Stunden quälte sich der Australier vergeblich ab, um die seit 1976 – übrigens immer noch - währende Durstrecke eines Heimsiegs im Herren-Einzel zu beenden. Mit 5:53 Stunden sorgten Novak Djokovic und Rafael Nadal am Sonntag für gänzlich neue Maßstäbe. „Wir haben den letzten Tropfen unserer Energie-Reserven aufgebraucht“, gestand Djokovic. „Am Ende war es eine reine Glückssache!“

Das längste Grand-Slam-Finale aller Zeiten

2008 verpasste Rafael Nadal bei seinem legendären Final-Sieg in Wimbledon über Roger Federer diesen Rekord noch um mickrige sechs Minuten. In Melbourne hat er die bisherige Bestmarke von Mats Wilander und Ivan Lendl aus dem Jahr 1988 bei den US Open nun klar übertroffen. Vor 24 Jahren benötigte der Schwede 4:54 Stunden um den neuen Coach von Andy Murray in die Schranken zu weisen. Djokovic und Nadal legten fast eine ganze Stunde drauf. „Bei solchen Rekorden kommen mir die Tränen“, meinte ein erschöpfter Djokovic bei der Pressekonferenz. „Ich bin stolz, ein Teil der Geschichte zu sein.“

Das längste Match bei den Australian Open

Rafael Nadal ist es gewohnt, lange auf dem Platz zu stehen. So ist es wenig verwunderlich, dass er in Melbourne schon einmal die längste Partie aller Zeiten ablieferte. 2009 rang er seinen Landsmann Fernando Verdasco erst nach 5:14 Stunden mit 6:7, 6:4, 7:6, 6:7, 6:4 nieder. Doch selbst dieser Kraftakt verblasst im Vergleich zum Finale am Sonntag. „Das war sicherlich das körperlich anstrengendste Match meiner Karriere“, stellte Nadal klar. „Ich bin einfach nur müde.“ Wobei angesichts der Rekordflut hinzuzufügen wäre, dass Djokovic und Nadal bei der Spiellänge auch ein bisschen geschummelt haben: Die neunminütige Regenpause wurde nämlich in die Spielzeit eingerechnet, da das Match nicht offiziell unterbrochen worden ist.

Drei Grand-Slam-Finali in Folge mit denselben Protagonisten

Noch nie zuvor in der Offenen Ära trafen in drei Grand-Slam-Turnieren hintereinander dieselben Spieler aufeinander. Derzeit scheint es, als ob die frisch aufgestellte Bestmarke in diesem Jahr noch ausgebaut werden könnte. Zumindest Djokovic hat es sich fix vorgenommen, bei den French Open - dem Wohnzimmer von Nadal – ins Endspiel zu kommen. „Roland Garros ist sehr wichtig für mich. Ich will dort unbedingt gut spielen und endlich mein erstes Endspiel bei den French Open erreichen. Heuer fühle ich mich dazu bereit!“

Grand-Slam-Verlierer Rafael Nadal

Rekorde ist Rafael Nadal eigentlich gewohnt. Der Sandplatz-König kann vor allem auf seinem Lieblingsbelag zahlreiche Bestmarken vorweisen. In Melbourne hat der 25-jährige Spanier diesmal allerdings für einen Negativ-Rekord gesorgt. Noch nie zuvor musste sich ein Spieler in drei Grand-Slam-Turnieren in  Folge im Endspiel geschlagen geben. Mit sieben Niederlagen hintereinander scheint sich Novak Djokovic zum wahren Angstgegner von Nadal zu entwickeln. Trotz der katastrophalen Statistik sieht der Weltranglisten-Zweite aber Licht am Ende des Tunnels: „Ich hatte in Melbourne eine echte Chance auf den Titel. So nah dran war ich im vergangenen Jahr in sechs Versuchen kein einziges Mal!“ Djokovic zeigt Verständnis für Nadal: „Ich war selbst noch vor zwei, drei Jahren in dieser Position. Meistens habe ich im Halbfinale oder Finale gegen ihn oder Roger verloren. Ich weiß, wie sich das anfühlt.“

Christian Frühwald

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