Djokovic deklassiert Ferrer

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Djokovic stürmt ins Endspiel der Australian Open

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Der Weltranglistenerste Novak Djokovic ist drauf und dran, seinen dritten Australian-Open-Triumph en suite zu feiern.

Der 25-jährige Serbe gewann am Donnerstag in Melbourne sein Halbfinal-Match gegen den als Nummer vier eingestuften Spanier David Ferrer nach nur 1:29 Stunden souverän 6:2,6:2,6:1.

"Ich glaube nicht, dass ich viel besser spielen kann", sagte Djokovic nach seiner Tennis-Gala, mit der er seinen Kontrahenten regelrecht zerstörte.

Freie Tage tun gut

Sein Endspielgegner wird erst am Freitag (ab 9.30 Uhr) ermittelt, wobei das zweite Herren-Halbfinale zwischen dem Schweizer Roger Federer und dem Schotten Andy Murray das Zeug zum Klassiker hat.

Djokovic, der bisher 2008, 2011 und 2012 in Melbourne triumphiert hat, wird dieses Match bequem vor dem TV-Gerät verfolgen.

"Die zwei freien Tage tun mir jetzt richtig gut. Ich hoffe, dass ich diese Leistung auch im Endspiel noch einmal abrufen kann. Ich habe mich von Anfang an gut und voller Selbstvertrauen gefühlt. Aber dass ich zu so einer Leistung imstande bin, hat mich auch überrascht. Ich habe heute Nacht nur unglaublich gespielt", wusste der "Djoker", dass er einen wahren Traumtag erwischt hatte.

Ferrer ohne Chance

Von Anfang an ließ Djokovic dem spanischen Dauerläufer nicht den Funken einer Chance. Ferrer, ab kommender Woche vor seinem verletzten Landsmann Rafael Nadal die Nummer vier der Welt, hatte dem druckvollen Spiel des Serben zu keiner Zeit etwas entgegenzusetzen.

Was der Iberer auch versuchte, Djokovic hatte stets die bessere Antwort parat. Nach nicht einmal eineinhalb Stunden verwandelte der Branchenprimus, der jeden Breakball in dieser Partie nutzte, seinen ersten Matchball.

Murray leichter Favorit

Das zweite Halbfinale verspricht mehr Spannung, wobei Murray nach seinen bisher gezeigten Leistungen in "down under" als Favorit gilt.

Gerade einmal 8:56 Stunden verbrachte der Brite in seinen insgesamt fünf Partien auf dem Platz. Als sich Federer am Mittwochabend in der Rod Laver Arena über dreieinhalb Stunden und fünf Sätze gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga in die Vorschlussrunde kämpfte, legte Murray daher in der benachbarten Hisense Arena noch eine Spätschicht ein.

Um seinen Körper ein bisschen auszupowern und sich vor allem an das Spielen unter Flutlicht zu gewöhnen.

Murray und Federer haben in Melbourne bisher zwei unterschiedliche Turniere gespielt.

Der US-Open-Champion musste bisher ausschließlich am Tag antreten, während Federer gleich viermal in der populären Night Session sein Können zeigen durfte. Die englischen Medien taten deshalb das, was sie immer tun, wenn es um ihre Sportlieblinge geht - sie schmiedeten Verschwörungstheorien.

Prepare, Attack, Destroy

Murray nahm die Spielplangestaltung dagegen gelassen.

"Ich hätte Federer und Tsonga auch am Abend spielen lassen, weil es einfach das beste Spiel des Tages war", sagte der Olympiasieger, der Jeremy Chardy zuvor in einem emotions- und höhepunktlosen Viertelfinale in drei Sätzen abgefertigt hatte.

Auf dem Weg zu seinem zweiten Grand-Slam-Turnier-Triumph will sich der 25-Jährige von solchen Nebensächlichkeiten nicht ablenken lassen.

Das Motto für seine Mission "down under" steht auf dem T-Shirt, das Murray im Training trägt - und das nun auch Federer zu spüren bekommen soll. "Prepare, Attack, Destroy" (Vorbereiten, Angreifen, Zerstören).

Bisher funktionierte der Plan perfekt, Murray ist der einzige Spieler, der in der mit 23,91 Millionen Euro dotierten Veranstaltung noch keinen Satz abgegeben hat.

Egal ob Tag oder Nacht

Doch gegen Federer wird der Weltranglisten-Dritte nun erstmals wirklich gefordert. Schließlich präsentiert sich der 17-fache Grand-Slam-Turnier-Rekordsieger zum Jahresauftakt wieder einmal in bestechender Form.

Das Viertelfinal-Duell des 31-Jährigen mit Tsonga zählte bisher zum Besten, was die Australian Open in diesem Jahr zu bieten hatten. "Es ist ein Privileg, so spät am Abend, auf dem Centre Court und vor diesem Publikum zu spielen", betonte Federer.

Einen riesigen Vorteil sieht er für sich aber nicht darin, dass er an die Bedingungen der Night Session anders als Murray bereits gewöhnt ist.

"Wenn es jeden Tag 35 Grad gehabt hätte, wäre es vielleicht etwas anderes. Aber das war nicht der Fall." Und so ist wie so oft zwischen den Beiden alles offen. 2012 siegte Federer im Finale von Wimbledon, Murray triumphierte im Olympia-Endspiel.

"Es waren immer tolle Duelle mit Andy", sagte Federer. Egal, ob bei Tag oder bei Nacht.

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