"Ich will noch fünf weitere Jahre spielen"

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Das Tennis-Märchen von Kimiko Date-Krumm in Melbourne geht weiter.

Nach dem 6:2, 7:5-Erfolg über die Israelin Shahar Peer steht die im September 43 Jahre alt werdende Japanerin bereits in der dritten Runde der Australian.

Damit schaffte sie es erstmals seit ihrem Comeback im Jahr 2009 wieder unter die letzten 32 Spielerinnen bei einem Grand-Slam-Turnier.

Mehr als zehn Jahre Pause

Davor legte die ehemalige Nummer vier der Welt eine mehr als zehnjährige Pause ein.

Als sie im Jahr 1996 ihre Karriere beendete, hatte sie immerhin Grand-Slam-Halbfinali (darunter Melbourne 1994) zu Buche stehen.

„Damals hat es in Asien aber kaum jemanden interessiert. Keiner hat auf mich geachtet und ich war noch jung“, erklärte Date-Krumm im Interview mit Barbara Schett auf "Eurosport", warum sie 1996 den frühen Schlussstrich unter eine erfolgreiche Karriere zog.

Heirat mit Motorsportler

Nach mehreren Jahren als Marathon-Läuferin und der Heirat mit dem deutschen Motorsportler Michael Krumm im Jahr 2001, juckte es die ehrgeizige Japanerin dann aber doch wieder in den Fingern.

Anfangs belächelt, steht die 1,63 Meter große Rechtshänderin aus Tokio, schon seit längerem wieder unter den Top 100, aktuell genau auf Platz 100. Nach den Australian Open wird es aber wieder ein paar Schritte nach oben gehen.

Viel schlafen, viel trinken

Doch was ist das Erfolgsgeheimnis von Date-Krumm? Diese Frage musste sich die fast immer gut gelaunte Japanerin auch in Melbourne stellen.

„Ich habe kein besonderes Geheimnis“ , verneint sie die Frage nach einem geheimen Jungbrunnen.

„Ich konzentriere mich einfach auf mein Match und sammle alle Energie nur für das Tennis. Ich schlafe viel und trinke viel Wasser.“

Die Regeneration habe aber natürlich einen hohen Stellenwert bei Date-Krumm, die in „Down Under“ an der Seite der Spanierin Arantxa Parra Santonja auch im Doppel an den Start geht.

Keine Probleme mit dem heißen Wetter

„Ich lasse mich täglich massieren und nehme danach ein Bad. Letzteres ist in Japan aber ein tägliches Prozedere. Ich muss aber aufpassen, dass ich nicht gleich eine Stunde in der Badewann liege. Das ist nicht gut für den Körper – nach 15, 20 Minuten ist Schluss. Dann dehne ich ein bisschen und versuche, mich gesund zu ernähren.“

Mit diesem Programm überstehe sie auch die schwierigen, weil sehr heißen Bedingungen in Melbourne.

„Letzte Woche in Sydney war es aber sogar noch heißer. Ich bin so ein Wetter also gewohnt und ich mag es auch ganz gerne. Gegen Peer sind die Beine aber schon richtig schwer geworden.“

Chancen auf Achtelfinale

Spielmüde sei Date-Krumm aber deshalb noch lange nicht. In Runde drei hat sie mit der Serbin Bojana Jovanovski eine durchaus machbare Aufgabe vor sich.

Die Weltranglisten-56. eliminierte überraschend die an 17 gesetzte Tschechin Lucie Safarova.

Und sollte das Turnier doch vorzeitig ein Ende für Date-Krumm finden, wäre es auch nicht so schlimm.

„Ich kann mir vorstellen, auch in den nächsten fünf Jahren noch dabei zu sein!“

Christian Frühwald

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