Sympathien sind klar verteilt

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Victoria Azarenka gegen Publikums-Liebling Li Na

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Die Sympathien dürften am diesjährigen Australia Day so klar verteilt sein wie schon lange nicht mehr.
 
Wenn Viktoria Azarenka und Li Na am Samstag (09.30 Uhr) in Melbourne um den Damen-Titel bei den Australian Open spielen, kann sich die Chinesin der Unterstützung des Großteils der 16.000 Tennis-Fans in der Rod Laver Arena sicher sein.
 
Li Na ist in der Millionen-Metropole am Yarra-River extrem populär, Azarenka kämpft bei den Sympathiewerten immer noch ein bisschen.
 
Auch der vermeintliche taktische Schachzug im Halbfinale gegen die US-Amerikanerin Sloane Stephens, als die Weißrussin nach zuvor fünf vergebenen Matchbällen einen zehnminütige medizinische Auszeit genommen hat, trägt dazu nicht bei.
 
Sie insistierte danach, sie habe die Auszeit wegen einer Rippenverletzung genommen, und nicht um ihre Nerven zu beruhigen.
 
Azarenka kämpft um den Tennis-Thron
 
Für Azarenka steht am Samstag aber nicht nur die Titelverteidigung auf dem Spiel, sondern auch der Tennis-Thron, der heimlich von vielen Fans ohnedies schon seit längerer Zeit Serena Williams zugesprochen wurde.
 
Verliert Azarenka gegen Li, steht Williams wieder an der Spitze der Weltrangliste.
 
Ihr gegenüber steht die French-Open-Siegerin 2011, die erste asiatische Major-Siegerin in diesem Sport überhaupt. Li Na stand schon vor zwei Jahren im Melbourne-Endspiel.
 
"Ich war damals ein bisschen geschockt und wusste nicht, was ich tun soll. Jetzt habe ich mehr Erfahrung", sagte die im Februar 31 Jahre alt werdende Li.
 
Offenherzig in den Interviews
 
Ihre Interviews gestaltet Li offenherzig, auch in Ansprachen auf dem Platz zeigt sie Humor.
 
Mit der Verpflichtung von Carlos Rodriguez, des ehemaligen Trainers von Justine Henin, vor einem halben Jahr scheint der Chinesin, die ab Montag neue Nummer 5 der Welt sein wird, ein Coup gelungen zu sein. Die Vorbereitung in der "off-season" war extrem hart für sie.
 
"Nach drei Tagen habe ich ihn gefragt: Weißt du eigentlich, wie alt ich bin?", berichtete die 30-Jährige über die Zeit während der Vorbereitung, in der sie anfangs auch ihren Ehemann anrief. "Carlos ist verrückt", berichtete Li Na dem Gatten.
 
Beeindruckende Partie gegen Sharapova
 
Doch das Schuften hat sich ganz offensichtlich ausgezahlt. Im Halbfinale hatte Li der bis dahin unantastbar gewesenen Maria Sharapova nur vier Games überlassen. Rodriguez hat Li nicht nur auf dem Platz geholfen, sondern auch die Selbstzweifel in Selbstvertrauen verwandelt.
 
"Er gibt mir Hausaufgaben. Einfach ein Stück Papier mit ein paar Hinweisen. Es geht um den Glauben an mich selbst", verriet Li.
 
In den bisher neun Begegnungen hat Asarenka fünfmal gewonnen, vor allem die bisher letzten vier in Folge. Dennoch wird die Noch-Nummer-eins gut daran tun, die wieselflinke Li nicht zu unterschätzen.

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