Die "Mini-Grand-Slams" stehen vor der Tür

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Nach dem bombastischen Saisonauftakt bei den Australian Open stehen im März endlich die nächsten Highlights der ATP-Tour auf dem Programm.

In Indian Wells (8. bis 18. März) und Miami (21. bis 31. März) werden in den kommenden Wochen die ersten Turniere der ATP-1000-Kategorie ausgetragen.

Die neun ehemaligen Masters-Series- bzw. Super-9-Turniere gehören nach den Grand-Slam-Events zu den wichtigsten auf der Tour.

Einzige Turniere mit 96er-Hauptfeld

Vor allem Indian Wells und Miami müssen sich nicht vor den vier Majors verstecken. Als einzige "1000er" verfügen sie über ein 96er-Hauptfeld.

In Miami lagen die Ambitionen früher sogar noch höher. Earl "Butch" Buchholz konzipierte das Turnier als fünftes Grand-Slam-Turnier.

Traum von "Winter-Wimbledon"

Dem ehemaligen US-Davis-Cup-Spieler schwebte die Idee eines "Winter-Wimbledons" vor. Damals wurden die Australian Open noch im Dezember ausgetragen. Buchholz wollte die Grand-Slam-Saison im Februar im warmen Florida beginnen.

Diesen Traum konnte sich der im Jahr 2010 als Turnierdirektor zurückgetretene Buchholz zwar nicht erfüllen, aus dem Tennis-Kalender ist das Miami Masters aber trotzdem nicht mehr wegzudenken.

In Key Biscaine wird übrigens erst seit dem Jahr 1987 gespielt. Die Premiere ging 1985 in Delray Beach, das mittlerweile wieder über ein eigenes ATP-Turnier verfügt, über die Bühne. 1986 wurde in Boca Raton gespielt.

Keine Überraschungs-Sieger

Beim Durchstöbern der Siegerlisten fällt auf, dass die meisten Stars in Indian Wells und Miami noch ausgeruht, fit und erfolgshungrig sind. Dementsprechend sind Überraschungs-Sieger rar.

Im kalifornischen Millionärs-Örtchen kann man einzig die Erfolge von Ivan Ljubicic, Alex Corretja und Mark Philippoussis als "Außenseiter"-Erfolge bezeichnen. Ansonsten regierte in Indian Wells die absolute "Creme de la Creme" der Tennis-Welt.

Noch beeindruckender sieht es in Key Biscaine aus: Tim Mayotte (1985) und Nikolay Davydenko (2008) waren die einzigen Miami-Sieger, die in ihrer Karriere nicht zumindest ein Grand-Slam-Turnier gewannen bzw. einmal Nummer eins der Welt waren.

Nur sieben "back-to-back"-Sieger

Als besondere Leistung gilt es, Indian Wells und Key Biscaine hintereinander zu gewinnen.

Diese "back-to-back"-Siege haben bislang nur Jim Courier (1991), Michael Chang (1992), Pete Sampras (1994), Marcelo Rios (1998), Andre Agassi (2001), Roger Federer (2005 und 2006) und im vergangenen Jahr Novak Djokovic geschafft.

Folgenschwerer Muster-Unfall

Vor allem österreichischen Tennis-Fans jagt der Name Key Biscaine immer noch einen kalten Schauer über den Rücken.

Schließlich ereilte hier im Jahr 1989 Thomas Muster sein Schicksal, als ihn kurz nach seinem Halbfinal-Sieg über Yannick Noah ein betrunkener Autofahrer für mehrere Monate in den Rollstuhl beförderte.

Acht Jahre später schloss der Steirer selbst den Kreis, als er in Key Biscaine den letzten seiner ingesamt 44 Turnier-Siege holte.

Die üblichen Verdächtigen

Im Favoritenkreis der diesjährigen Auflagen in Indian Wells und Miami finden sich mit den "großen Vier" Djokovic, Nadal, Federer und Murray die üblichen Verdächtigen.

Von den letzten 16 ausgespielten Titeln sicherte sich dieses Quartett satte 12!

Vor allem in Indian Wells ist die Dominanz der Stars beeindruckend: Seit 2004 teilten sich Djokovic, Nadal und Federer die Siege auf - nur der Kroate Ivan Ljubicic sorgte 2010 für eine Überraschung.

Zweitgrößtes Tennis-Stadion der Welt

Das nur knapp 5.000 Einwohner zählende "Millionärs-Dorf" in Kalifornieren kann rein von der Atmosphäre locker mit den Grand-Slam-Events mithalten.

Mit dem "Indian Wells Tennis Garden" (16.100 Sitzplätze) verfügen die Veranstalter über das zweitgrößte Tennis-Stadion der Welt. Nur das Arthur-Ashe-Stadium kann mehr Fans aufnehmen (22.547).

Federer bald alleiniger Rekord-Sieger?

Federer könnte in Kalifornieren heuer wieder einmal einen Rekord knacken.

Mit seinem vierten Sieg in Indian Wells könnte er sich zum alleinigen Rekordsieger krönen. Derzeit hat der Schweizer genauso viele Titel wie Jimmy Connors und Michael Chang auf dem Konto.

Jahr Djokovic Nadal Federer Murray
2011 <span style=\'color: #ff0000;\'>SIEG Finale Halbfinale
  1. Runde
2010 Achtelfinale Halbfinale
  1. Runde
Viertelfinale
2009 Viertelfinale <span style=\'color: #ff0000;\'>SIEG Halbfinale Finale
2008 <span style=\'color: #ff0000;\'>SIEG Halbfinale Halbfinale Achtelfinale
2007 Finale <span style=\'color: #ff0000;\'>SIEG
  1. Runde
Halbfinale
2006
  1. Runde
Halbfinale <span style=\'color: #ff0000;\'>SIEG
  1. Runde
2005 - - <span style=\'color: #ff0000;\'>SIEG -
2004 -
  1. Runde
<span style=\'color: #ff0000;\'>SIEG -
2003 - -
  1. Runde
-
2002 - -
  1. Runde
-
2001 - -
  1. Runde
-

Die Form scheint jedenfalls zu passen: Am Samstag gewann Federer zum bereits fünften Mal in seiner Karriere das ATP-500-Turnier in Dubai.

"Es gibt keinen Ersatz für Selbstvertrauen"

Im Endspiel wies er mit einer beeindruckenden Vorstellung Andy Murray in die Schranken. Von seinen letzten 35 Matches hat der 30-Jährige beeindruckende 33 gewonnen.

"Es gibt einfach keinen Ersatz für Selbstvertrauen", startet Federer mit breiter Brust in die kurze US-Tournee.

Murray fühlt sich in Amerika wohler

Aber auch Final-Verlierer Murray rechnet sich für Indian Wells gute Chancen aus. Der siebenfachen 1000er-Sieger hat dort noch nie gewonnen. 2009 scheiterte er im Endspiel an Nadal.

"Ich habe mich in Dubai gut bewegt. In Indian Wells und Miami sind die Bedingungen freilich anders."

"Die Plätze dort sind langsamer. Das kommt meinem Spiel aber hoffentlich auch ein bisschen mehr entgegen", hofft Murray, dem natürlich vor allem sein Halbfinal-Sieg in Dubai über Djokovic Mut macht.

"Das war ein guter Sieg, der für den weiteren Saisonverlauf sicherlich wichtig ist. Das Selbstvertrauen ist im Tennis einfach extrem wichtig."

Djokovic in Dubai nicht in Topform

Wobei Djokovic in Dubai sicher nicht in der bestechenden Form seines Australian-Open-Siegs Ende Jänner war. Nach vier Wochen Pause lief es bei dem serbischen Weltranglisten-Ersten nicht so rund wie gewohnt.

Leidet sein Spiel unter dem großen Trubel um seine Person? Während seiner Turnier-Pause absolvierte der lebensfrohe Serbe neben einem kurzen Ski-Urlaub viele öffentliche Auftritte.

"Es gibt viele Versuchungen"

"Seit ich Nummer eins bin, habe ich auch viele Aufgaben abseits des Platzes", gesteht Djokovic. "Es gibt natürlich viele Versuchungen und eine Menge Dinge, mit denen man Spaß haben kann."

"Aber das ist ganz normal. Du kannst nicht 100 Prozent deines Lebens dem Tennis geben. Du bist jung und musst auch das Leben genießen."

Zum Glück steigen die kommenden ATP-1000-Turniere in Kalifornien und Florida. Im "Golden" und im "Sunshine" State sollte "Genussmensch" Djokovic auf seine Kosten kommen.

Christian Frühwald

Jahr Djokovic Nadal Federer Murray
2011 <span style=\'color: #ff0000;\'>SIEG Finale Halbfinale
  1. Runde
2010
  1. Runde
Halbfinale Achtelfinale
  1. Runde
2009 Finale Viertelfinale Halbfinale <span style=\'color: #ff0000;\'>SIEG
2008
  1. Runde
Finale Viertelfinale
  1. Runde
2007 <span style=\'color: #ff0000;\'>SIEG Viertelfinale Achtelfinale Halbfinale
2006
  1. Runde
  1. Runde
<span style=\'color: #ff0000;\'>SIEG
  1. Runde
2005 - Finale <span style=\'color: #ff0000;\'>SIEG -
2004 - Achtelfinale
  1. Runde
-
2003 - - Viertelfinale -
2002 - - Finale -
2001 - - Viertelfinale -
2000 - -
  1. Runde
-
1999 - -
  1. Runde
-
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