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Stalker-Probleme wegen Twitter-Fotos?

Noch vor 15 Jahren war es nicht so leicht, Neuigkeiten über seine Tennis-Lieblinge zu erhaschen.

Kleine Wortspenden bei den rund um den Erdball getätigten Pressekonferenzen fand der informationshungrige Fan erst nach einigen Tagen in der von ihm bevorzugten Tageszeitung wieder.

Allerdings auch nur, wenn diese überhaupt den weiten Weg über die verschiedenen Weltmeere schafften beziehungsweise die Zeitung neben der Ergebnisbekanntgabe auch noch ein paar Zeichen Platz hatte.

Dank dem Internet gehören diese Zeiten zum Glück der Vergangenheit an. Auf Sportseiten wie LAOA1.at sind tagtäglich innerhalb kürzester Zeit die akuellsten Ergebnisse und die Top-News zu finden.

Tennis-Stars lieben Twitter

Wer sich den absoluten Informations-Overkill geben will, dem sei allerdings „Twitter“ ans Herz gelegt.

Beinahe jeder Tennis-Spieler auf der Tour hat sich mittlerweile einen Account zugelegt, auf dem oft stündlich aktuelle Meinungen, Statusmeldungen oder einfach nur witzige Einzeiler gepostet werden. Ein gefundenes Fressen für Fans, die ihren Lieblingen so nahe wie möglich sein wollen.

Roddick, der „Iron Man“

Ein besonders eifriger „Tweeter“ ist Andy Roddick. Mehrmals täglich gibt der US-Superstar Einblicke in sein Leben auf der ATP-Tour. So erzählte er kürzlich von seinem Besuch in einer Kinder-Klinik.

Als er einen kleinen Buben nach seinem Namen frage, antwortete dieser mit „Iron Man“. Der  nicht auf den Mund gefallene Roddick erwiderte: „Meine Mom hat auch lange zwischen Iron Man und Andy überlegt – es war eine knappe Entscheidung!“

Melzer und der Apfelstrudel

Auch Jürgen Melzer hält seine Fans gerne auf dem Laufenden

Bei seiner Reise zum dieswöchigen Turnier in Kuala Lumpur schwärmte Österreichs Nummer eins zum Beispiel von einem Apfelstrudel  in einem Wiener Kaffeehaus in der malayischen Hauptstadt. Sogar ein Foto davon stellte er online.

Kritik an Serena Williams

Sehr tratschfreudig gibt sich wenig überraschend auch die Damen-Welt: Vor allem Serena Williams zeigt, dass sie auch abseits des Courts Nummer-1-Ambitionen in sich trägt. Alle paar Stunden lädt sie einen neuen Tweet von ihrem Handy hoch.

So werden ihre über zwei Millionen „Followers“ alle paar Stunden über Serenas Tagesablauf informiert. Strafzettel wegen

Geschwindigkeitsübertretung, Besuche von Moden-Schauen oder Football-Matches – zu allem und jedem gibt die 30-Jährige ihren Senf dazu.

Ihre Offenheit hat Serena Williams allerdings auch schon heftige Kritik eingebracht. Als sie im Mai ein recht freizügiges Foto von sich selbst auf die soziale Plattform lud,  unterstellten ihr einige Leute Scheinheiligkeit.

Denn nur zwei Wochen davor, wurde ein 40-jähriger Mann als ihr Stalker verhaftet und verurteilt. Die ehemalige Weltranglisten-Erste verweigerte bislang jeden Kommentar zu dieser Causa.

Weltverbände fürchten Wettbetrug

Die Aktivitäten der Tennis-Stars auf den sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook sind allerdings auch der ATP und der WTA ein Dorn im Auge. Die beiden Weltverbände fürchten die Verbreitung von Insider-Informationen, die in Folge zum Wettbetrug genützt werden könnten.

Wenn einzelne Spieler vor ihren Matches über Verletzungen und Blessuren klagen, wäre dies bei Sportwetten natürlich ein unschätzbarer Vorteil. Dementsprechend sind derartige Aktivitäten den Athleten (und auch den Journalisten) streng untersagt.

Trotz dieser Problematik ist aber klar: Die Vorteile von Twitter & Co. liegen auf der Hand. Zur Fan-Bindung gibt es für die Spieler kaum eine bessere Möglichkeit. Hier können die Stars auch ihre persönliche Seite zeigen und damit Sympathie-Punkte sammeln.

Und für die Fans ist es sowieso eine einzigartige Sache: Noch nie zuvor konnten sie ihren Idolen so nahe sein.

Christian Frühwald

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