Melzer-Serie in der Stadthalle geht zu Ende

Aufmacherbild

Für den zweifachen Titelverteidiger Jürgen Melzer ist im Viertelfinale der Erste Bank Open Endstation.

Der 30-jährige Deutsch-Wagramer muss sich dem an sechs gesetzten Südafrikaner Kevin Anderson in zwei Sätzen 3:6, 3:6 geschlagen geben.

Für Melzer ist es die erste Niederlage nach neun Siegen in Folge in der Wr. Stadthalle. Zuletzt verlor der ÖTV-Daviscupper in Wien vor drei Jahren im Viertelfinale gegen Feliciano Lopez.

Anderson, der in der 1. Runde Andreas Haider-Maurer eliminierte, trifft nun auf Juan Martin del Potro. Der an zwei gereihte Argentinier schlägt Tommy Haas (GER) 6:2, 6:4.

Zwei Breaks reichen Anderson zum Sieg

Auch gegen Del Potro wird sich der 25-jährige Südafrikaner dank seiner Service-Performance gute Chancen ausrechnen können.

Gegen Melzer musste der 2,03-Meter-Riese bei seinen Aufschlaggames kein einziges Mal über Einstand. Jeweils ein Break zum 3:1 bzw. 4:3 reichte Anderson zum souveränen Satzgewinn.

"Habe gar nicht richtig Tennis gespielt"

"Es war sehr, sehr schwierig", meinte Melzer. "Ich habe mich sehr auf diese Partie gefreut und habe jetzt das Gefühl, dass ich gar nicht richtig Tennis gespielt habe."

"Das waren gefühlte fünf Ballwechsel. Ich bin bei seinen Aufschlagspielen meist nur links, rechts gegangen."

Dementsprechend unter Druck stand Melzer bei seinen eigenen Aufschlagspielen.

"Da hat er extrem viel Risiko genommen und kompromisslos retourniert. Bei 30 beide kann er voll draufhauen, weil es ihm egal ist, für mich geht es ums Überleben."

Melzer kann sich nicht viel vorwerfen

Vorwerfen kann sich der Niederösterreicher nicht viel. "Es kann natürlich immer besser sein. Ich bin aber einfach sehr wenig zum Spielen gekommen. Ich hab zwei dumme Fehler gemacht, die mich das Match gekostet haben. Wenn dir so etwas passiert, hat der Andere einfach ein sehr, sehr gutes Match gespielt."

Nur einmal schnupperte Melzer an einem Break. Bei 3:2 im zweiten Satz stand es bei Aufschlag Anderson 0:30. "Da hat er mir aber vier Bomben hinter her gelegt. Das ist natürlich frustrierend."

"Hatte keine Ahnung, wo der jetzt hin serviert"

Dabei meinte Melzer noch am Vortag, dass er eigentlich sehr gerne gegen Spieler-Typen wie Anderson auf den Platz komme.

"Im Normalfall spiele ich gegen so einen starken Aufschläger mehr Returns zurück. Diesmal habe ich aber seine Aufschläge überhaupt nicht lesen können. Ich hatte keine Ahnung, wo der jetzt hin serviert."

"Ich war gegen einen starken Aufschläger eigentlich noch nie so chancenlos wie heute. Gegen Isner oder Karlovic war es immer so, dass ich mitspielen konnte. Heute war es zum ersten Mal so, dass ich aus der Halle serviert worden bin."

Christian Frühwald

Zum Seitenanfang» 0 Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen