Vorerst keine Leisten-Operation bei Melzer

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Hüftschmerzen links, Leistenbruch links und nun auch noch eine Nierenkolik auf der linken Seite.

Jürgen Melzer hat trotz seines tollen Abschneidens in Wimbledon mit dem Achtelfinale im Einzel und dem Viertelfinale im Doppel körperlich einiges durchzustehen.

Nach einer ganzen Reihe von Untersuchungen hat sich der 32-Jährige nun entschlossen, die geplante Leistenoperation vorerst nicht durchzuführen.

Schlechter Zeitpunkt

"Keine OP. Es jetzt zu machen, wäre sowieso nicht unbedingt gescheit", schilderte Melzer am Mittwoch. "Wir haben in den letzten Tagen mehrere Ärzte konsultiert und es ist mir davon abgeraten worden, es jetzt während der Saison reinzupressen."

Melzer nimmt aktuell noch Schmerztabletten, zumal sein Rücken extrem verspannt ist.

Es bestehe aber die Hoffnung, dass die Nierenkolik bei all seinen Problemen auch mitgespielt hat, da diese auch auf der linken Seite war und der Schmerz ausgestrahlt haben könnte.

"Im Endeffekt wäre es wahrscheinlich ein Schnellschuss", stellte Melzer fest. Er wollte sich nicht voreilig auf den OP-Tisch legen.

Doppeltes Comeback in "Kitz"

Die Streichung des geplanten Antretens beim Sandplatzturnier kommende Woche in Hamburg bestätigte der Weltranglisten-33., sein Comeback feiert er im doppelten Sinn nun in Kitzbühel.

Melzer tritt erstmals seit 2008 in der Gamsstadt an, damals hatte er bei seinem siebenten Antreten mit dem Finale (Niederlage gegen Juan Martin del Potro) auch sein bisher bestes Abschneiden.

Gerade auf Sand ist die Belastung für seinen Körper allerdings besonders groß. "Kitzbühel ist jetzt das einzige Turnier auf Sand und leider der Davis Cup, aber da muss ich irgendwie durchbeißen. Auf Hardcourt hatte ich ja eh eigentlich kaum Probleme", spricht Melzer auch den Auswärts-Länderkampf im September in Groningen gegen die Niederlande an.

Ausgibige Vorbereitungszeit

Sein Turnierplan bis zum Holland-Trip: Kitzbühel, Montreal, Cincinnati, Winston-Salem, US Open. "Und jetzt habe ich drei Wochen Zeit, um mich auf Kitzbühel vorzubereiten."

Am verspannten Rücken will Melzer auch mit seinem französischen Physiotherapeuten Mathieu Grandgirard arbeiten, sich sonst diese Woche aber noch Ruhe gönnen.

"Ich habe jetzt drei Wochen Zeit, mich ganz gut vorzubereiten. Die habe ich ja selten während der Saison gehabt, das kann man ganz gut nützen", sieht der frühere Weltranglisten-Achte auch Positives in der Auszeit, die er in Wien verbringen wird. In der kommenden Woche will Melzer wieder vermehrt am körperlichen Aspekt arbeiten und sehen, wie gut die Hüfte funktioniert.

Als Gesetzter in New York?

Wenn alles glattgeht, dann hofft Melzer auf die Setzung bei den US Open in Flushing Meadows.

"Vor allem habe ich bis dahin keinen Punkt mehr zu verteidigen. In Montreal und Cincinnati habe ich letztes Jahr zweimal erste Runde verloren", weiß Melzer.

Um in Kitzbühel für die Weltrangliste wirklich zu punkten, müsste er allerdings aufgrund der geringeren Wertigkeit des ATP-250-Turniers schon das Endspiel erreichen.

Im Doppel mit Haas

Im Doppel wird Melzer übrigens in diesem Jahr nicht mehr mit seinem guten Freund Philipp Petzschner spielen. Der Deutsche ist nach Verletzungen im Ranking zu weit zurückgefallen.

Nach dem geplanten "Bruder-Doppel" mit Gerald in Kitzbühel wird Melzer in Montreal mit Tommy Haas spielen.

Für die restliche Saison gibt es eine Option, über die der frühere Sportler des Jahres aber noch nicht öffentlich sprechen möchte.

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