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Neues österreichisches Weltklasse-Doppel

Jahrelang haben Österreichs so starke Doppelspieler mit internationalen Partnern ihre Karrieren verfolgt und sich damit in die absolute Weltspitze gespielt.

Alexander Peya, der heuer mit dem Wimbledon-Halbfinale mit dem Deutschen Christopher Kas seinen bisher größten Erfolg gefeiert hat, hat sich nun entschieden, es ab dem Olympiajahr 2012 mit Oliver Marach zu versuchen.

Zwei erfolgreiche "Testläufe"

Diese rein-österreichische Weltklasse-Paarung könnte auch tatsächlich für Furore sorgen, wie sie auch heuer schon mit dem Titel in Hamburg und dem Finale in Belgrad eindrucksvoll bewiesen hat.

Da der zweifache Doppel-Masters-Teilnehmer Marach nach der Trennung vom Polen Lukasz Kubot schon länger auf "Partnersuche" war, hat er sich nun mit Peya auf eine Zusammenarbeit geeinigt.

Schwierige Entscheidung

Für Peya war das keine leichte Aufgabe, zumal er sich erstens mit Kas sehr gut versteht und auch noch erfolgreich war.

"Für mich war das mit Sicherheit eine der schwierigsten Entscheidungen in meiner Tennis-Karriere, weil wir eigentlich ein sehr gutes Jahr hatten. Wie wir auch in Wien gezeigt haben, haben wir sehr gut miteinander spielen können", erklärte Peya im Gespräch mit der APA und erinnerte an das sensationelle Doppel vom Donnerstagabend, als Kas/Peya trotz zweier Matchbälle gegen die weltbesten US-Zwillinge Bob und Mike Bryan nur hauchdünn verloren hatten.

Olympia spielt eine Rolle

"Natürlich hat Olympia mit eine Rolle gespielt", gestand der 31-jährige Wiener. Beim Kampf um Medaillen dürfen freilich nur Spieler aus der gleichen Nation antreten.

Auch im Hinblick auf den Davis Cup würde man als eingespieltes Duo eine gute Alternative zu Jürgen Melzer bieten.

Gewisse Vorteile sieht Peya auch in den besseren Trainingsmöglichkeiten, wenn beide Spieler aus dem gleichen Land kommen.

Olympia-Pläne hängen an Melzer

Ob es dann tatsächlich zum Olympia-Auftritt der beiden kommt, entscheiden u.a. die Ergebnisse, aber vielleicht auch Jürgen Melzer.

Sollte nur ein Doppel den Quotenplatz für Wimbledon im Zeichen der Fünf Ringe schaffen, dürfte sich Melzer, sofern er Top-Ten-Spieler ist, seinen Partner aussuchen. "Jürgen wird vermutlich auch dann in den ersten Zehn stehen, weil Melzer/Petzschner sind zu gut, um nicht in diesem Kreis zu sein."

"Damit müssen wir leben, aber er muss sich den wählen, mit dem er sich am wohlsten fühlt", weiß Marach. Am besten wäre, wenn Alex und ich es schaffen und dann könnte Julian (Knowle, Anm.) mit Jürgen auch noch antreten", hofft er auf eine doppelte Lösung für Olympia.

Masters als Ziel

Als weiteres großes Ziel ist freilich die Masters-Teilnahme angepeilt.

Peya hat durchaus das Potenzial dazu, Marach hat dies mit Kubot schon zweimal erlebt. "Ich bin jetzt Nummer 19, daher muss auch ich das als Ziel aussprechen", sagt Peya, der kommende Woche in Basel noch einmal mit dem vom Ende der Zusammenarbeit schwer enttäuschten Kas spielen wird.

Vielleicht beginnt die "Ära" Marach/Peya dann schon beim letzten Masters-1000-Turnier in Paris, sonst eben ab 2012.

Erleichterung bei Marach

Für Oliver Marach war die Entscheidung Peyas eine große Erleichterung.

"Es war für Alex sicher eine sehr schwere Entscheidung. Ich war allein und ich habe gewusst, dass ich mit ihm sehr gut spiele, darum habe ich ihn gefragt. Ich bin glücklich, dass er sich so entschieden hat", sagte der Steirer, der allerdings wie Peya viele gute Gründe für die rot-weiß-rote Partnerschaft sieht.

Auch aus Vermarktungsgründen sind zwei Österreicher für Sponsoren freilich interessanter als eine "gemischte" Paarung.

"Ich hoffe, wir bringen es nächstes Jahr gut rüber. Wir werden im Winter jetzt in Österreich trainieren und schauen, dass wir uns für diese Zeit vielleicht noch einen Doppel-Coach holen", erklärte Marach.

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