Generationenduell in Kitzbühel

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Fischer scheitert an der Chancenauswertung

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Der Niederösterreicher Dominic Thiem hat am Montag beim mit 410.200 dotierten "bet-at-home"-Cup in Kitzbühel den Einzug ins Achtelfinale geschafft, in dem er am Mittwoch auf den als Nummer vier gesetzten Landsmann Jürgen Melzer trifft.

Thiem besiegte Andrej Kuznetsov (RUS) in nur 79 Minuten 6:2,7:5 . Zuvor war der Vorarlberger Qualifikant Martin Fischer nach 2:05 Stunden mit 5:7,6:1,3:6 am Argentinier Horacio Zeballos gescheitert.

Thiem zum 3. Mal in Runde 2

Für den 19-jährigen Thiem, Nummer 268 im ATP-Ranking, war der Erfolg über Kuznetsov (82.) sein drittes Erreichen einer zweiten Runde bei einem ATP-Turnier.

Seine Premiere feierte er 2011 in Wien, als er in der ersten Runde Thomas Muster mit 6:2,6:3 in die "Pension" schickte. Im Vorjahr gewann Thiem ebenfalls in Runde eins beim Stadthallen-Turnier gegen den Slowaken Lukas Lacko 7:6(3),6:3.

"Die Stadthalle und Kitzbühel zählen seit meiner Kindheit zu den Lieblingsturnieren. Als Kind war ich sicher schon sechsmal in Kitzbühel."

Nervöser Beginn, starkes Ende

Dabei gestand Thiem, dass er nervös und angespannt in sein Kitzbüheler Auftaktmatch gegen Kusnezow ging:

"Weil ich wusste, dass ich an einem guten Tag diesen Gegner schlagen kann."

Nach zwei Breaks führte Thiem schnell 4:0 und sicherte sich den ersten Satz nach nur 35 Minuten 6:2.

Im zweiten Satz lag der Schützling von Günther Bresnik 1:4 hinten, kämpfte sich aber wieder zurück. Nach drei schweren Eigenfehlern des Russen schaffte Thiem das vorentscheidende Break zum 6:5, um schließlich nach 79 Minuten den ersten Matchball sicher zu verwandeln.

Sieg über Ramos bringt Selbstvertrauen

Thiem, dessen langwierige Bakterienerkrankung im Darm inzwischen abgeheilt ist, bereitete sich auf seinen ersten Kitzbühel-Auftritt etwas ungewöhnlich vor.

Für seinen bayrischen Verein TC Bruckmühl spielte er noch am Sonntag bei sengender Hitze in der deutschen Bundesliga gegen Albert Ramos (ESP) und gewann 0:6, 7:6 ,10:7.

"Das hat mir dann viel Selbstvertrauen gegeben", bekannte Thiem, "hätte ich hingegen 0:6,0:6 verloren, wäre das sicher sehr schlecht gewesen."

"Habe nichts zu verlieren"

Während Thiem mit viel Anspannung in das Match gegen den Russen ging ("Mein Puls war durchgehend bei 180"), sieht er die Partie gegen Melzer sehr locker:

"Jürgen Melzer ist mein großes Vorbild, denn für Muster bin ich zu jung. Ich habe aber nichts zu verlieren. Heute dachte ich, dass ich Kusnezow schlagen kann, das hat extremen Druck gemacht. Der fällt am Mittwoch aber weg."

Fischer nach Kampf out

Fischer hatte Pech bei seiner Niederlage.

Nach einem hart umkämpften ersten Satz, in dem sich sowohl Fischer, 233 im ATP-Ranking, als auch Zeballos (54.) mit vielen Stoppbällen zermürbten, schien Fischer schon auf der Siegerstraße und sicherte sich den zweiten Satz klar mit 6:1.

Nach einer kurzen Verletzungspause im dritten Satz, in der sich Zeballos an seinem Rücken behandeln ließ, kam der Argentinier ins Spiel zurück und gewann diesen Satz noch 6:3.

"Hatte die Partie im Griff"

"Schade. Ich hatte die Partie im Griff", kommentierte Fischer seine Niederlage.

"Ich habe im dritten Satz meinen Aufschlag zum 3:1 nicht gehalten und dann sicher bis zu zehn Breakchancen nicht verwandelt."

Gegen den argentinischen Sandplatzspezialisten Zeballos musste der 27-jährige Vorarlberger einen großen Aufwand betreiben und besonders im dritten Satz bei jedem Ballwechsel "über die Distanz gehen. Da spielt die körperliche Fitness eine große Rolle."

Kritik an Spielansetzung

Fischer ärgerte sich auch, dass er als Qualifikant bereits am Montag wieder zum Einsatz kam.

"Nach dieser Qualifikation in der Gluthitze in Kitzbühel am Wochenende hätte mir ein Tag Pause sicher sehr geholfen", ist Fischer überzeugt.

In der Qualifikation schaffte Fischer am Sonntag gegen Gerald Melzer den Einzug in den Hauptbewerb.

Nach dem frühen Aus in Kitzbühel will sich Fischer nun ein paar Tage in Dornbirn auf die Hartplatz-Saison vorbereiten, um in der Qualifikation bei den US-Open an den Start zu gehen.

Zeballos trifft im Achtelfinale auf Marcel Granollers. Der als Nummer acht gesetzte Spanier besiegte Mate Pavic (Wildcard) 7:6(2), 6:2.

Kohlschreiber gegen Argentinier

Ebenfalls im Achtelfinale steht Albert Monatens (7). Der Spanier setzte sich gegen den Rumänen Adrian Ugur 6:4, 6:2 durch.

Der topgesetzte Deutsche Philipp Kohlschreiber (Freilos in Runde 1) kennt seinen Auftaktgegner ebenfalls bereits. Argentiniens Leonardo Mayer feierte einen 6:4,6:4-Erfolg über Kenny De Schepper aus Frankreich.

Für den kroatischen Qualifikanten Antonio Veic kam gegen den Spanier Daniel Gimeno-Traver mit 1:6, 3:6 das Aus.

Abbruch bei Knowle

Am Abend musste die Auftaktpartie von Julian Knowle und Doppel-Partner Leonardo Mayer gegen Daniel Brands/Michal Mertinak (GER/SVK) beim Stand von 4:6, 1:0 wegen Regens abgebrochen werden.

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