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Warum Nadals Masters-Titel überfällig ist...

So widersprüchlich können Statistiken sein.

Treffen die Besten der Besten aufeinander, sollte eigentlich Rafael Nadal der große Favorit sein.

Schließlich ist der 25-jährige Spanier der einzige Spieler, der gegen jeden der übrigen Starter beim World Tour Finale in London ein positives Head-to-Head hat.

Sechs Saison-Niederlagen gegen Djokovic

Sogar gegen den heuer alles überragenden Novak Djokovic, der Nadal in allen sechs Aufeinandertreffen dieser Saison besiegen konnte.

Mit 16:13 hat der nunmehrige Weltranglisten-Zweite trotzdem noch knapp die Nase vorne.

Titel beim World Tour Finale fehlt Nadal noch

Gegen Roger Federer und Andy Murray führt das Muskelpaket aus Mallorca sowieso klar die Statistiken an.

Die erste Zahl bezieht sich immer auf die Siege des in der linken Spalte stehenden Spielers.

Djokovic Nadal Murray Federer Ferrer Tsonga Berdych Fish
Djokovic X 13:16 6:4 10:14 6:4 4:5 7:1 7:0
Nadal 16:13 X 13:5 17:8 13:4 6:2 10:3 7:1
Murray 4:6 5:13 X 8:6 5:3 5:1 1:3 4:4
Federer 14:10 8:17 6:8 X 11:0 6:3 10:4 6:1
Ferrer 4:6 4:13 3:5 0:11 X 1:1 5:2 4:4
Tsonga 5:4 2:6 1:5 3:6 1:1 X 0:1 1:0
Berdych 1:7 3:10 3:1 4:10 2:5 1:0 X 0:1
Fish 0:7 1:7 4:4 1:6 4:4 0:1 1:0 X

Worin jetzt also die Widersprüchlichkeit liegt?

Obwohl gerade Nadal immer auf dem absoluten Top-Level sein bestes Tennis zeigen kann, blieb ihm bislang ausgerechnet der Titel beim World Tour Finale versagt, wo jedes Jahr zum Saison-Abschluss die besten acht Spieler der Saison aufeinandertreffen.

Federer kann Geschichte schreiben

Ganz anders sieht es da bei Roger Federer aus: Sowohl gegen Nadal als auch gegen Murray liegt der Eidgenosse im Head-to-Head zurück.

Mit fünf Siegen ist der Schweizer Ausnahmekönner bei der inoffiziellen Tennis-WM aber trotzdem klarer Spitzenreiter der aktuellen Generation und führt mit Ivan Lendl und Pete Sampras auch die "All-Time"-Wertung an.

Mit seinem sechsten Triumph könnte Federer heuer in London also wieder einmal Geschichte schreiben.

Die Form scheint auf jeden Fall zu passen: Erst am Sonntag feierte er in Paris-Bercy den 69. Turniersieg seiner Karriere. Davor gewann Federer sein Heimturnier in Basel.

Federer-Konkurrenten mit Problemen

Zudem scheinen seine Konkurrenten Novak Djokovic und Rafael Nadal derzeit alles andere als fit zu sein.

Den serbischen plagen Weltranglisten-Ersten plagen schon seit Wochen starke Schmerzen in der rechten Schuler. Nadal hat seit über einem Monat kein Turnier mehr bestritten.

Ist die Zeit von Andy Murray gekommen?

Vielleicht ist aber auch endlich die Zeit von Andy Murray gekommen, der schon seit Jahren auf seinen ersten großen Titel wartet. Sein Wohnort wäre dafür ein idealer Ort.

Bei der Head-to-Head-Statistik weist der 24-jährige Schotte allerdings gleich gegen drei Spieler (Djokovic, Nadal, Berdych) eine negative Bilanz auf.

Allerdings: Was sind schon Statistiken!

Christian Frühwald

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