Federer nach London-Triumph im Aufwind

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Roger Federer hat es wieder einmal allen gezeigt. Obwohl der Schweizer das letzte Turnier der Saison nur als Nummer vier in Angriff genommen hatte, setzte er sich am Sonntag im Endspiel der ATP World Tour Finals durch.

Er verlor keines seiner fünf Spiele in der beeindruckenden O2-Arena, während die Top-3-Gesetzten, Novak Djokovic, Rafael Nadal und Andy Murray, allesamt in der Vorrunde die Segel streichen mussten.

Es war der sechste Triumph Federers beim traditionellen Saisonabschluss der besten acht Spieler des Jahres. Damit hält der 30-Jährige den alleinigen Rekord (siehe Tabelle unten).

"Jetzt steht es fest, dass ich die World Tour Finals sechs Mal gewonnen habe und es ist ein großartiges Gefühl! Ich weiß, dass das eine der größten Leistungen in meiner Karriere ist", freute sich der Schweizer über seinen Rekord.

Jubiläums-Finale und -Sieg

Gleichzeitig war es Federers 70. Titelgewinn in seinem 100. Finale (siehe Tabelle unten). Dennoch liegt er mit seiner Final-Siegquote von exakt 70 Prozent nicht an der Spitze dieser Statistik-Kategorie.

Spieler

Siege

Jahre

1.

Roger Federer (SUI)

6

2003, \'04, \'06, \'07, \'10, \'11

2.

Ivan Lendl (CZE/USA)

5

1981, \'82, \'85, \'86, \'87

Pete Sampras (USA)

5

1991, \'94, \'96, \'97, \'99

4.

Ilie Nastase (ROU)

3

1972, \'73, \'75

John McEnroe (USA)

3

1978, \'83, \'84

Boris Becker (GER)

3

1988, \'92, \'95

Doch Federer zählt noch lange nicht zum alten Eisen. Ganz im Gegenteil: Er ist aktuell wieder "on fire". Seit mittlerweile 17 Spielen ist der Schweizer ungeschlagen. Vor London triumphierte er bereits in Paris-Bercy und Basel.

"Ich habe noch nie eine Saison in so starker Form beendet", freute sich der Schweizer nach seinem Sieg in London.

Starker Saison-Ausklang

Auch, wenn er heuer "nur" vier Titel gewinnen konnte, so beendete er immerhin die elfte Saison in Folge mit zumindest einer Trophäe im Schrank.

Gelingt ihm dieses Kunststück drei weitere Jahre, würde er den Allzeit-Rekord von Ivan Lendl knacken (siehe Tabelle unten).

Spieler

Finali

Titel

gewonnen%

1.

Jimmy Connors (USA)

158

109

69,0%

2.

Ivan Lendl (CZE/USA)

146

94

64,4%

3.

John McEnroe (USA)

108

77

71,3%

4.

Roger Federer (SUI)

100

70

70,0%

5.

Pete Sampras (USA)

88

64

72,7%

Geht es nun auch in der Weltrangliste wieder nach oben? Immerhin bedeutet Rang drei die schlechteste End-Platzierung des 30-Jährigen seit 2002, dem Jahr seines ersten Grand-Slam-Sieges.

Zu verteidigen hat Federer so wenig wie selten zuvor: Bei den Grand-Slam-Turnieren schaffte er es in der abgelaufenen Saison nur einmal ins Finale (French Open). Bei den Masters-Turnieren war - mit Ausnahme von Paris-Bercy - sogar spätestens im Semifinale Endstation.

"Habe das Rezept gefunden"

Nach seinem Tour-Finals-Triumph lässt er wieder mit einer Kampfansage aufhorchen: "Ich konnte mich wieder etwas finden und darüber nachdenken, was ich in den entscheidenden Momenten falsch mache. Ich denke, ich habe das Rezept jetzt gefunden."

In London lehrte er der versammelten Creme de la Creme des Tennis wieder das Fürchten: Rafael Nadal, David Ferrer, Mardy Fish und zweimal Jo-Wilfried Tsonga gingen in der letzten Woche als Verlierer vom Platz.

Für 2012 ist die Konkurrenz jedenfalls gewarnt!

Michael Höller

Spieler

Serie

Jahre

1.

Ivan Lendl (CZE/USA)

14

1980-\'93

2.

Jimmy Connors (USA)

13

1972-\'84

3.

Stefan Edberg (SWE)

12

1984-\'95

Boris Becker (GER)

12

1985-\'96

5.

Roger Federer (SUI)

11

2001-\'11

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