Djokovic-Verletzung sorgt für Diskussionen

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Einen Monat lang muss Novak Djokovic sein Tennis-Racket ruhen lassen.

Der Dominator der bisherigen Saison riss sich am Wochenende im Davis-Cup-Halbfinale einen Muskel zwischen den Rippen.

Sein Einzel gegen Juan Martin del Potro musste der Serbe unter starken Schmerzen vorzeitig abbrechen.

"Es ist aber nicht so schlimm"

"Es ist aber nicht so schlimm, wie wir anfangs befürchtet haben", beruhigte Djokovic seine Fans. "Ich brauche jetzt einfach Ruhe."

Seinen Start bei den ATP-1000-Turnieren in Schanghai und Peking muss sich der Weltranglisten-Erste damit abschminken.

Verletzung schon seit den US Open

"Ich hoffe, dass ich danach wieder fit bin. ich werde aber sicherlich keine schlimmere Verletzung riskieren. Es ist schwer, eine Vorhersage zu treffen, wie lange die Pause dauern wird", so Djokovic, der zum ersten Mal mit derartigen Problemen zu kämpfen hat.

"Ich habe die Verletzung schon seit den US Open. Im Turnierverlauf ist es immer schlimmer geworden. Besonders im Endspiel waren die Schmerzen schon groß. Zum Glück habe ich da noch in vier Sätzen gewinnen können."

Murray heizt Diskussin um Tour-Kalender an

Die Verletzung von Djokovic sorgt auf der ATP-Tour für eine Neuentfachung der Diskussion über die zu lange Saison.

Seit Jahren klagen viele Stars über die zu kurzen Regenerationsphasen und die dadurch erhöhte Verletzungsgefahr.

Andy Murray stellte nun sogar einen Spielerstreik in Aussicht, falls sich nicht bald etwas ändern sollte.

"Keine Angst vor einem Streik"

"Das wäre sicherlich eine Möglichkeit. Ich habe mit einigen Spielern gesprochen und die haben sicherlich keine Angst vor einem Streik", erzählt der Schotte im Gespräch mit BBC Sport.

Für Murray wäre das aber erst der letzte Schritt. "Hoffentlich kommt es nicht zu diesem Szenario. Die Spieler werden es sich aber gut überlegen."

Im nächsten Monat steigt in Schanghai ein großes Meeting zwischen ATP, ITF und den Spielern. "Da werden wir alle zusammensitzen und schauen, dass wir einem Kompromiss finden. Wenn nicht, muss man weiterschauen."

Längere Pause und weniger Turniere

"Wir wollen einfach, dass sich ein paar Dinge ändern. Zwei, drei Wochen mehr Pause und etwas weniger Turniere pro Jahr. Ich glaube nicht, dass das zuviel verlangt ist", erklärt der Weltranglisten-Vierte, der noch auf seinen ersten Grand-Slam-Titel wartet.

Eine kleine Änderung zu Gunsten der Spieler wurde schon im vergangenen Jahr beschlossen.

ATP-Boss Adam Helfand, der mit Jahresende zurücktritt, sorgte dafür, dass gleich nach dem 1000er-Turnier in Paris-Bercy das ATP World Tour Finale gespielt wird. Dadurch werden im Kalender 2012 zwei Wochen frei.

Murray dauern Verhandlungen zu lange

Für Murray dauern derartige Verhandlungen aber zu lange. "Wenn wir in diesem Tempo weitermachen, geht die nächste Reform in fünf oder sechs Jahren über die Bühne. Dann sind wir alle schon in der Tennis-Pension. Wir wollen, dass sich schneller etwas ändert."

ITF-Boss Francesco Ricci kann die Kritik nicht nachvollziehen. Die Spieler selbst hätten zum Beispiel das Davis-Cup-Wochenende kurz nach den US Open angesetzt. Entgegen den Wünschen der ITF.

Auch die ATP versteht den Ärger der Stars nicht ganz. Schließlich hätte man gerade in den letzten Jahren vieles getan, um die Bedingungen für die Athleten zu verbessern.

Ein ATP-Sprecher verwies auf das erhöhte Preisgeld, die Freilose für Top-8-Spieler und die Verkürzung von Finalspielen auf Best-of-Three.

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