Djokovic triumphiert bei ATP World Tour Finals

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Der Weltranglistenerste Novak Djokovic hat beim Showdown des Jahres in London triumphiert.

Der Serbe bezwang am Montagabend im Endspiel des ATP-Tour-Finals Titelverteidiger und Rekordsieger Roger Federer in einem hochklassigen Match 7:6(6) und 7:5.

Für den 25-Jährigen war es der zweite Erfolg beim Turnier der acht Saisonbesten nach 2008, damals noch am Austragungsort Schanghai.

Sieg Nr. 13 über Federer

Djokovic holte sich den Titel in London unbesiegt in allen Partien und sicherte sich 1,76 Millionen Dollar Preisgeld. Er feierte den sechsten Turniersieg 2012 und den 34. Karriere-Titel.

Für den Serben war es der 13. Sieg im 29. Duell mit dem 31-jährigen Eidgenossen und der erste nach zuletzt zwei Niederlagen in Serie.

Im Halbfinal von Wimbledon auf Rasen und im Final von Cincinnati auf Hardplatz hatte zuvor Federer seinen Thronfolger im ATP-Ranking bezwungen.

"Bis zum Maximum"

"Wir haben uns heute gegenseitig bis zum Maximum getrieben. Danke an mein Team, die Saison hätte nicht schöner anfangen und enden können," meinte der zu Jahresbeginn bei den Australian Open siegreiche Serbe.

Federer hatte vor dem Match erklärt: "Wir müssen für ein erfolgreiches Jahresende den letzten Saft, der in unserem Körper ist, herauspressen."

Dem 17-fachen Grand-Slam-Turniersieger Federer liegt der Schauplatz London eigentlich. Hier hat er in diesem Sommer nicht zuletzt seinen siebenten Wimbledon-Rekordtitel gewonnen.

Federer legt fulminant los

Nach dem verlorenen Olympia-Finale gegen Andy Murray bestritt "King Roger" nun schon sein drittes großes Endspiel des Jahres an der Themse.

Wie schon gegen Lokalmatador Murray im Halbfinale hatte der Mann aus Basel die Mehrheit der 17.800 Zuschauer in der ausverkauften Arena auf seiner Seite - und er legte los, als merke er nichts von einem langen Jahr in seinem Knochen:

Nach acht Minuten stand es 3:0 für den "Fed-Express". Doch dann kämpfte sich Djokovic in die Partie.

Sturz und Schürfwunden

Der Australian-Open-Champion wirkte zum Saison-Endspurt wieder erstaunlich frisch und machte seinem Ruf als Mann für die Big Points - der "Djoker" mit den Nerven wie Drahtseile - alle Ehre.

Erst vor einer Woche hatte er Federer wieder als Branchenprimus abgelöst und behauptet die Weltspitze damit wie in der Vorsaison zum Jahresende.

Djokovic gelang das Rebreak zum 2:3 und von da an begann ein hochspannendes und hochklassiges Endspiel.

Djokovic konnte Federer dann zum 5:4 erneut das Service abnehmen, kassierte dann aber prompt einen Aufschlagverlust, er stürzte, musste sich Schürfwunden am Ellbogen behandeln lassen, um dann in einem dramatischen Tiebreak schließlich seinen insgesamt dritten Satzball zu nutzen.

Siegesschreie nach über zwei Stunden Spielzeit

Sieg nach 2:14 Stunden

Aber Federer schlug sofort mit einem Break zum 1:0 zurück - angepeitscht von seinen zahlreichen Fans mit bestimmt 50 Schweizer Flaggen in der Halle.

Diesen Vorteil konnte er aber im zweiten Durchgang wieder nicht halten - bei 5:4 und 40:15 vergab er sogar zwei Satzbälle. Der Serbe war am Ende der Nervenstärkere der beiden und spielte nahezu fehlerlos.

Er verwandelte nach 2:14 Stunden Spielzeit seinen ersten Matchball mit einem Rückhand-Longline-Passierball.

Rekordchampion des Turniers der acht Saisonbesten bleibt Federer mit sechs Titeln (2003, 2004, 2006, 2007, 2010 und 2011) - hinter ihm folgen in er ewigen Bestenliste Ivan Lendl und Pete Sampras (je fünf).

Doppelbewerb an Spanier

Das spanische Duo Marcel Granollers und Marc Lopez hat indes zum ersten Mal den Doppelbewerb des ATP-Tour-Finales gewonnen.

Das als Nummer sechs gesetzte Paar bezwang am Montagabend im Endspiel die Inder Makesh Bhupathi und Rohan Bopanna 7:5,3:6,10:3.

Die zwei Katalanen sind erst das zweite spanische Tennis-Duo, das beim Jahresendturnier der acht saisonbesten Doppel triumphiert - nach Juan Gisbert und Manuel Orantes im Jahr 1975. Granollers (26) und Lopez (30), die am kommenden Wochenende auch für Spanien im Davis-Cup-Finale in Prag gegen Tschechien antreten, kassierten für ihren Sieg bei dem Hartplatz-Event gemeinsam 305.000 US-Dollar.

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