Kranker Vater motiviert Novak Djokovic

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Für Novak Djokovic hat sich am Montagabend in London der Kreis perfekt geschlossen: Der Australian-Open-Sieger triumphierte mit einem 7:6,7:5-Erfolg über Roger Federer auch im Saisonabschluss-Turnier der acht Besten und untermauerte damit seine zurückgewonnene Nummer-1-Position.

Der Serbe gestand später auch ganz persönliche Gründe, die ihn motiviert hätten: Sein schwer erkrankter Vater.

"Dieser Titel war für ihn"

Srdjan Djokovic saß nicht an seinem angestammten Platz in der Spielerbox, doch sein Sohn zeigte, warum er wieder Nummer 1 der Welt ist.

"Ich wusste nicht wirklich, wie es mir nach dem unglaublichen Jahr 2011 gehen würde", sagte Djokovic.

"Es war ein fantastisches Jahr, in dem ich viele Schwierigkeiten auch außerhalb des Platzes hatte. Besonders vor diesem Turnier. Der Kampf meines Vaters für seine Gesundheit hat mir extra Kraft gegeben, weil ich irgendwie für ihn spielen wollte. Dieser Titel war für ihn."

Vater bleibt zu Hause

Djokovic' Vater hat eine ernsthafte Atemwegs-Erkrankung und der Tennis-Star hat in den vergangenen acht Tagen viele Stunden am Telefon verbracht, um seinem Vater beizustehen.

Umso größer ist seine Leistung einzustufen, dass er ungeschlagen zum Titel marschiert ist. "Derzeit bin ich fast noch zufriedener als letztes Jahr, obwohl 2011 so toll war", sagte der 25-jährige nach seinem zweiten Triumph beim ATP-Final-Turnier nach Shanghai 2008.

75 Einzel-Matchsiege

Mit insgesamt sechs Titeln in diesem Jahr, darunter seinem fünften Major-Erfolg sowie dem erstmaligen Einzug ins French-Open-Finale hat er es auf insgesamt 75 Einzel-Matchsiege in diesem Jahr gebracht. Federer bilanziert mit 71.

Seine Höhepunkte waren sein siebenter Wimbledon-Titel, Olympiasilber und die zwischenzeitliche Rückeroberung des für immer verloren geglaubten Tennis-Throns.

Federer schraubte den Allzeit-Rekord als Nummer 1 der Weltrangliste auf nun insgesamt 302 Wochen.

Federer ist noch hungrig

Und der 31-jährige Schweizer hat noch nicht genug. "Es war eine fantastische Saison: Vier verschiedene Grand-Slam-Sieger und dann waren auch die Olympischen Spiele sehr einzigartig", reflektierte Federer, der sich sehr glücklich darüber zeigte, dass er das Jahr ohne Verletzungen überstanden hat.

"Ich habe mich am Saisonende noch einmal gesteigert, das gibt mir für nächstes Jahr Selbstvertrauen."

Mit der Rückkehr des zuletzt Monate lang verletzten Rafael Nadal sollte 2013 wieder zum Vierkampf werden.

"Es ist ein Teil des Puzzles, das mich motiviert, gegen sie zu spielen", sagte Federer im Hinblick auf die Duelle mit Djokovic, Nadal und dem in diesem Jahr so erfolgreich wie nie zuvor spielenden Andy Murray.

Der Schotte hatte nicht nur Olympia-Gold in Wimbledon, sondern bei den US Open endlich auch den ersten britischen Major-Titel seit 76 Jahren geholt.

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