Auf Rasen bleibt alles anders

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"Habe mich auf Rasen in vielen Punkten verbessert"

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Am Dienstag startet Dominic Thiem beim ATP-250-Turnier in Stuttgart in die Rasen-Saison.

Zum Auftakt bekommt es der 21-jährige Niederösterreicher mit dem deutschen Qualifikanten Mischa Zverev zu tun.

Bevor er am Samstag mit den ersten Trainingseinheiten in Stuttgart seine in diesem Jahr ersten Schritte auf Gras machen konnte, hatte er allerdings noch einiges aufzuarbeiten.

Auch nach fast zwei Wochen lag Thiem sein Zweitrunden-Aus bei den French Open gegen Pablo Cuevas noch etwas im Magen.

„Ein paar Sachen waren richtig schlecht“

22 Breakchancen hatte der junge Lichtenwörther gegen den Routinier aus Uruguay. Nutzen konnte er nur zwei davon, womit am Ende eine knappe Vier-Satz-Niederlage stand.

„Es war einfach eine sehr enge Partie. Ein paar Sachen waren leider richtig schlecht von mir“, weiß Thiem im Gespräch mit LAOLA1, dass in Paris sicherlich mehr drin gewesen wäre.

„Der Doppelfehler im Tiebreak des ersten Satzes war nicht akzeptabel. Im zweiten Satz habe ich einen 2:5-Rückstand wettgemacht, mein Gegner war schon im Eck und ich lasse ihn durch meine eigenen Dummheiten wieder zurückkommen. Im vierten Satz muss ich einfach das Break machen“, zählt er seine „Sünden der Vergangenheit“ auf.

Zuversichtlicher Blick in die Zukunft

Es sei allerdings auch ein Beweis dafür gewesen, wie „eng alles beisammen auf der ATP-Tour ist. Ich hätte die Partie genauso gut gewinnen, wie ich das Nizza-Finale gegen Mayer verlieren hätte können. Cuevas ist eine Runde später gegen Monfils dasselbe passiert. Man verliert auch einmal, wenn man gar nicht schlecht spielt.“

Sein Vorteil sei auf jeden Fall, dass in seiner Karriere noch genug Gelegenheiten kommen werden, es besser zu machen.

„Es waren erst meine zweiten French Open – so viele Best-of-Five-Partien habe ich noch nicht gespielt. Deshalb wird das auch besser werden“, ist Thiem zuversichtlich.

Thiem verdoppelt Starts bei Rasen-Turnieren

Unter dem Motto „Erfahrung sammeln“ lief auch im vergangenen Jahr seine erste Rasen-Saison, die sieglos zu Ende ging. Im Londoner Queen’s Club und in Wimbledon setzte es jeweils Erstrunden-Niederlagen.

Heuer spielt Thiem gleich vier Rasen-Turniere. Vor Wimbledon will sich der Youngster in Stuttgart, Halle und Nottingham den nötigen Schliff für den Klassiker im All England Club verpassen.

Er ist zuversichtlich, dass er aus dem vergangenen Jahr gelernt hat: „Ich habe mich in vielen Punkten verbessert, die mir beim Spiel auf Rasen entgegen kommen werden. Ich gehe besser ans Netz und rücke besser nach.“

Kein Vergleich zu anderen Belägen

„Außerdem habe ich keine Punkte zu verteidigen. Dementsprechend kann ich locker drauflos spielen“, versucht er aus der letztjährigen Nullnummer das Positive zu sehen.

Die Umstellung sollte Thiem zudem auch leichter fallen, sind ihm doch mittlerweile die Eigenheiten des Belags bekannt. Mit dem Spiel auf Sand oder Hardcourt sei das Rasen-Tennis nämlich nicht zu vergleichen.

„Es ist etwas ganz anderes“, erklärt Thiem. „Auf Rasen kann ich beim Return zum Beispiel nicht zurückgehen, wenn ich mich nicht wohl fühle. Da muss ich einfach vorne stehen bleiben, bis ich das richtige Timing habe.“

„Wimbledon ist DAS Tennis-Turnier“

„Auf Rasen wird es zudem nicht bestraft, wenn ich den Ball reinslice, weil der Ball so tief bleibt, dass der Gegner nichts damit machen kann. Das ist schon ein anderes Spiel“, bittet der auf Sand aufgewachsene Rechtshänder um Verständnis für seine Anpassungs-Schwierigkeiten.

Einen hohen Stellenwert habe das Spiel auf Rasen für Thiem aber auf jeden Fall. Nicht nur, weil erst heuer die Saison auf Gras um eine Woche verlängert worden ist.

Schließlich sei Wimbledon für ihn „DAS Tennis-Turnier“ schlechthin. So brannte sich auch sein erstes TV-Erlebnis vom Rasen-Mekka in sein Gedächtnis. „Damals holte sich Goran Ivanisevic im Finale gegen Patrick Rafter den Titel. Ich weiß noch genau, wie ich mit ihm mitgefiebert habe.“

Christian Frühwald

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