Teenie-Alarm auf der ATP-Tour

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Teenager-Revolution auf der ATP-Tour

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Erfahrung ist Trumpf. Unter diesem Motto duellierten sich in den vergangenen Jahren die Besten der Besten auf der ATP-Tour.

Im modernen Tennis befinden sich die meisten Spieler mittlerweile erst zwischen 27 und 30 Jahren im sogenannten „besten Tennis-Alter“.

In den Top 100 tummelten sich zuletzt so viele Ü30-Akteure wie noch nie zuvor in der Geschichte des weißen Sports.

Junge üben Druck aus

Schön langsam wird auf die älteren Herren allerdings Druck von der jüngeren Generation ausgeübt.

In dieser Woche finden sich so viele Teenager in den vorderen Regionen der Weltrangliste wie schon seit Jahren nicht.

Acht U20-Spieler gehören seit Montag dem elitären Kreis der Top 200 an. So viele wie seit dem 22. Oktober 2007 nicht mehr.

Zwei spätere Grand-Slam-Sieger

Die damaligen "Young Guns" hießen Evgeny Korolev, Lukas Lacko, Santiago Giraldo, Ernests Gulbis, Juan Martin Del Potro, Marin Cilic, Donald Young und Alexandr Dolgopolov.

Immerhin zwei davon haben mittlerweile einen Grand-Slam-Titel auf dem Konto und auch die sechs weiteren Akteure agierten teilweise recht erfolgreich auf der Tour.

Es lohnt sich also, sich die acht aktuellen Teenager einmal genauer anzusehen. LAOLA1 stellt die aufstrebenden Youngsters kurz vor:

Nick Kyrgios (19 Jahre, 9 Monate – ATP 35)

Die nähere Vorstellung erübrigt sich bei unserem ersten Teenager beinahe. Nick Kyrgios hat sich in den vergangenen Monaten nicht nur bei Insidern einen guten Namen gemacht. Nach seinem Viertelfinal-Einzug in Wimbledon 2014 schaffte der 19-Jährige heuer bei seinem Heim-Grand-Slam in Melbourne dasselbe Kunststück. Mittlerweile ist Kyrgios schon die Nummer 35 der Welt. Tendenz stark steigend!

Borna Coric (18 Jahre, 2 Monate – ATP 91)

In dieser Woche wurde Borna Coric mit dem „2014 ATP Star of Tomorrow“ ausgezeichnet. Die Trophäe erhielt der junge Kroate aus den Händen seines berühmten Landsmannes Goran Ivanisevic im Rahmen des ATP-Turniers in Zagreb. Nach einigen Erfolgen auf Challenger-Ebene sorgte Coric im Vorjahr vor allem in Basel für Furore, als er im Viertelfinale sensationell Superstar Rafael Nadal aus dem Bewerb nahm.

Alex Zverev stand in Hamburg im Halbfinale

Alexander Zverev (17 Jahre, 9 Monate – ATP 135)

Alexander Zverev ist der Jüngste im Bunde, zugleich aber auch der Größte. Der 1,98 Meter große Hamburger arbeitete sich 2014 in der Weltrangliste über 600 Plätze nach oben. Bei seinem Heim-Turnier in Hamburg verlor "Sascha" erst im Halbfinale gegen David Ferrer. Zverev entstammt einer klassischen Tennis-Familie. Vater Alexander, der als sein Coach fungiert, ist früherer Profi. Bruder Mischa mischt selbst noch auf der Tour mit. Auch Mama Irina ist Coach. Was soll da noch schiefgehen?

Thanasi Kokkinakis (18 Jahre, 9 Monate – ATP 143)

Für viele Experten ist Thanasi Kokkinakis das Talent mit dem größten Potenzial. Einige sehen in ihm schon die kommende Nummer eins. Der große NBA-Fan aus Adelaide verfügt über ein unglaubliches Ballgefühl und ist dank seiner Größe (1,96 Meter) bereits jetzt schon ein gefürchteter Aufschläger. Bei den Australian Open schlug er in Runde eins den lettischen Bresnik-Schützling Ernests Gulbis, scheiterte danach aber überraschend an Landsmann Sam Groth.

Hyeon Chung (18 Jahre, 8 Monate – ATP 151)

Der frühere Orange-Bowl-Sieger aus Südkorea holte im Vorjahr drei Future- und einen Challenger-Titel. Kurios: Seine Eltern wollten eigentlich gar nicht, dass ihr Sohn Tennis spielt. Aufgrund einer Behandlung am Auge griff Hyeon Chung aber doch zum Schläger und erwies sich in Folge als außergewöhnlich talentiert.

Yoshihito Nishioka (19 Jahre, 4 Monate – ATP 155)

Mit dem Japaner Yoshihito Nishioka gibt es ein zweites großes Talent aus dem asiatischen Raum. Der nur 1,70 Meter große Rechtshänder, dessen Vorbild Marcelos Rios ist, arbeitete sich vor allem mit guten Ergebnissen auf der Challenger-Tour nach oben. Schön langsam schnuppert er aber auch bei den großen ATP-Turnieren rein. Unter anderem war Nishioka in der Wr. Stadthalle in der Qualifikation zu sehen, wo er nach seinem Auftaktsieg über Borna Coric dem Slowaken Miloslav Mecir unterlag.

Donaldson wollte Poker-Spieler werden

Jared Donaldson (18 Jahre, 3 Monate – ATP 178)

Auch die USA haben endlich wieder einen neuen Hoffnungsträger. Jared Donaldson heißt der gute Mann bzw. Junge, der nur mit seinem Nachnamen an den vor Jahren als kommenden Superstar hochgehypten Donald Young erinnern will. Der große Muhammad-Ali-Fan, der auch gerne Poker-Spieler geworden wäre, wird übrigens vom ehemaligen Profi Taylor Dent trainiert. Donaldson schaffte erst in dieser Woche den erstmaligen Sprung in die Top 200 als er auf Maui den ersten Challenger-Titel seiner Karriere feiern durfte.

Elias Ymer (18 Jahre, 9 Monate – ATP 188)

Aus österreichischer Sicht besonders interessant ist Elias Ymer. Der Schützling von Magnus Norman ist nämlich Schwedens aktuelle Nummer eins und damit auch Fix-Starter im Davis-Cup-Duell Anfang März. Der 18-Jährige mit äthiopischen Wurzeln qualifizierte sich in Melbourne erstmals für ein Grand-Slam-Turnier und scheiterte dort in Runde eins in fünf Sätzen am routinierten Japaner Go Soeda.

 

Christian Frühwald

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