Das Herrentennis-Jahr 2012 im Rückblick

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Mit dem Sieg von Novak Djokovic beim ATP World Tour Finale in London ging bei den Herren am Sonntag ein mehr als abwechslungsreiches Tennis-Jahr zu Ende.

Andy Murray schaffte mit seinem US-Open-Titel und Olympia-Gold endgültig den Anschluss zu den Top Drei, Novak Djokovic, Roger Federer und Rafael Nadal.

Das Spitzen-Quartett lieferte historische Matches am Fließband ab.

LAOLA1 blickt auf die vergangenen elf Monate bei den Herren zurück. Was regte auf, was blieb in Erinnerung?

Vier gewinn(t)en

"Die da oben" richten es sich nicht nur im politischen Alltag, sondern auch im Spitzentennis. Die Top Vier haben sich in dieser Saison die Grand-Slam-Titel fein säuberlich aufgeteilt. Während Djokovic (Melbourne), Nadal (Paris) und Federer (Wimbledon) jeweils in ihren Wohnzimmern den Titel holten, sicherte sich Murray bei den US Open seinen ersten Major-Sieg. Es war zudem der erste Grand-Slam-Titel für die Briten seit 1936. Eine Leistung, die sich sehen lassen kann.

Alle vier Jahre wieder

Alle vier Jahre ist der Turnier-Kalender mit einem zusätzlichen Highlight, den Olympischen Spielen, gespickt. Alles deutete diesmal auf das erste Einzel-Gold von Roger Federer hin. Schließlich triumphierte der Schweizer erst kurz zuvor in Wimbledon, wo auch das Olympische Turnier über die Bühne ging. Juan Martin Del Potro und Andy Murray machten ihm aber einen Strich durch die Rechnung. Der Argentinier forderte Federer im Halfinale mit 17:19 im dritten Satz alles ab. Von diesen Anstrengungen gezeichnet, zerstörte ein groß aufspielender Murray im Endspiel die Titel-Träume von Federer.

Rot-weiß-rote Achterbahnfahrt der Gefühle

Das österreichische Tennis-Jahr 2012 war... nun ja,... zumindest abwechslungsreich. Jürgen Melzer sicherte sich einen Turniersieg in Memphis, sein erster bei einem Turnier der 500er Kategorie, und stand in Valencia im Halbfinale. Zudem schaffte der ÖTV erstmals seit 17 Jahren den Sprung ins Davis-Cup-Viertelfinale. Was war sonst noch? Ach, lassen wir das Thema lieber.

Alte Besen kehren gut

Selten fiel die Wahl des "Comeback-Spielers des Jahres" so leicht wie in dieser Saison. Nach Rücken- und Schulterverletzungen fiel Tommy Haas Ende 2010 beinahe aus den Top 400. Ein Jahr später kratzte er zumindest an den Top 200. Weitere zwölf Monate später sieht die Welt schon wieder anders aus: Haas wird die Saison als Nummer 21 der Welt beenden. Mit rüstigen 34 Jahren. Eine Ende ist nicht in Sicht. Seine bald zweijährige Tochter soll ihren Vater nämlich noch bewusst am Tennis-Court erleben.

Frisches Blut noch nicht so gut

Die Weltspitze im Herren-Tennis ist einzementiert wie selten zuvor. Die Top 4 sind sowieso unantastbar und dahinter gibt es im Jahresverlauf nur kleine Veränderungen. Dementsprechend "alt" sind die Top 20 mittlerweile geworden. Neue Namen muss man mit der Lupe suchen. Auf den großen Druchbruch von Milos Raonic und Bernard Tomic warten wir noch, den von Richard Gasquet haben wir eigentlich schon abgeschrieben. Mit dem Bulgaren Grigor Dimitrov gab es immerhin einen Newcomer, der sich in letzter Minute noch in die Top 50 schob. Ob er 2013 noch eine Schippe drauflegen kann?

Nadal geht in die Knie

Überschattet wurde das hochklassige Tennis-Jahr 2012 von der schweren Knieverletzung von Rafael Nadal. Seit Wimbledon setzt diese den Superstar bereits außer Gefecht. Aufgrund immer wiederkehrender Schmerzen musste der 26-Jährige sein Comeback ein ums andere Mal verschieben. Obwohl Nadal nur ein halbes Jahr spielte, gewann er 42 von 48 Partien und holte vier Titel. Hoffentlich kann der "Stier aus Manacor" 2013 wieder an diese Erfolge anschließen.

Andys letzter Aufschlag

Bei den US Open verabschiedete sich heuer ein ganz Großer in die Tennis-Pension. Andy Roddick, ehemalige Nummer eins der Welt und US-Open-Sieger 2003, wollte sich eine Karriere im Mittelmaß (sprich: außerhalb der Top 10) nicht mehr antun und zog die Konsequenzen. Mit 32 ATP-Titeln und über 20 Millionen Dollar Preisgeld hat es sich der 30-jährige Ehemann von Brooklyn Decker aber auch redlich verdient. Neben Roddick zog sich mit Ivan Ljubicic übrigens ein zweiter Aufschlag-Kanonier von der Tour zurück.

 

Christian Frühwald

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