Miedler: "Bin mit der Saison bislang zufrieden"

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Gemeinsam mit Dominic Thiem gehört Lucas Miedler zu den ganz großen Tennis-Hoffnungen in Österreich.

Erstmals ins Rampenlicht spielte sich der bald 17-jährige Niederösterreicher im vergangenen Jahr, als er sich den Titel des U-16-Europameisters holte.

„So etwas wird man nicht zufällig“, weiß ÖTV-Sportdirektor Clemens Trimmel, dem aber auch bewusst ist, dass dem Youngster noch ein langer Weg bevorsteht. „Er hat viel Potenzial. Das haben aber viele und es kann noch viel passieren.

„Bin mit Saison zufrieden“

2013 lief es für Miedler, der von Trainer Norbert Richter in seinem Heimatort Muckendorf betreut wird, bislang jedenfalls ganz gut.

„Mit der bisherigen Saison bin ich eigentlich recht zufrieden. Gleich zu Beginn lief es in Australien sehr gut“, erinnert sich Miedler noch gerne an sein Doppel-Finale im Junioren-Bewerb der Australian Open zurück. Zudem stand er im Einzel in der dritten Runde.

Probleme in Asien

Weniger erfolgreich lief es dann bei einer anschließenden Asien-Tournee.  Bei zwei von drei Junioren-Events war gleich in Runde eins Endstation.

„Ich habe zum ersten Mal in Asien gespielt und kam mit den extrem feuchten Bedingungen so gar nicht zurecht“, stuft er diese Auftritte unter „Erfahrung sammeln“ ein.

Die Rückkehr nach Österreich erwies sich auch als jene auf die Erfolgsspur. Nach dem Junioren-Turniersieg in Villach zog Miedler bei der Spring Bowl in Amstetten ins Endspiel ein.

Dort verlor er wie auch zwei Wochen später in der ersten Junioren-Runde der French Open gegen den Franzosen Couacoud – allerdings nur hauchdünn mit 6:8 im dritten Satz.

Tolle Erfahrungen in Roland Garros

Doch nicht nur wegen dem späteren Halbfinal-Einzug im Doppelbewerb war Roland Garros auf jeden Fall eine Reise wert.

„Ich habe in Paris mit Alexander Peya, Daniel Nestor und Nikolay Davydenko trainieren können. Solche Trainingseinheiten bringen dich schon weiter. Da musst du den Ball voll spielen.“

Miedlers deutscher Doppelpartner Maximilian Marterer hat sogar vier Mal mit Rafael Nadal trainieren dürfen, weil beide beim selben Ausstatter unter Vertrag stehen. „Der war danach ziemlich fertig“, erinnert sich Miedler schelmisch grinsend zurück.

Er selbst würde am liebsten einmal mit Roger Federer gemeinsam auf den Platz gehen. „Er ist einfach ein Vorbild in allen Belangen“, so Miedler, dessen Alltime-Favorit aber Fernando Gonzalez ist. Der Chilene verfügte in seiner aktiven Zeit über dieselben Waffen wie nun Miedler: Ein starker Aufschlag und eine starke Vorhand.

Gute körperliche Verfassung

Eine Stärke von ihm, scheint auch in seiner Physis zu liegen. Während die zweite rot-weiß-rote Nachwuchs-Hoffnung Dominic Thiem immer wieder mit körperlichen Rückschlägen zu kämpfen hat, derzeit liegt er wegen einer Darmentzündung im Krankenhaus, macht Miedler trotz seiner erst 16 Jahren einen deutlich robusteren Eindruck als der eher schmächtig wirkende Thiem.

Dementsprechend wenige Verletzungen hatte er in der Vergangenheit zu beklagen. „Früher hatte ich einmal etwas an der Schulter und in den Knien. Das ist aber schon lange her. Seitdem habe ich viel dazugelernt“, verweist er auf verbesserte Aufwärm- und Dehnübungen vor und nach den Trainingseinheiten.

Freilich ist der 19-jährige Thiem seinem Landsmann einige Schritte voraus. Als aktuelle Nummer 276 klopft der Bresnik-Schützling schon bei den Großen an. Miedler ist bislang fast ausschließlich bei den Junioren unterwegs gewesen.

Quali-Wild-Card für die Stadthalle

„Nach Wimbledon werde ich die Future-Turniere in Österreich spielen“, versucht der Niederösterreicher in Zukunft langsam auf der Tour Fuß zu fassen. „Ich will mein Spiel weiter verbessern und so früh wie möglich bei den Profis spielen.“

Auf der Tour reinschnuppern kann Miedler spätestens im Oktober wieder: Für die Erste Bank Open in der Wr. Stadthalle wurde ihm von Turnierdirektor Herwig Straka schon fix eine Wild Card für die Qualifikation zugesagt.

Christian Frühwald

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