Murray: "Hätte auch anders ausgehen können"

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Der Sieger des ATP-1000-Turniers in Miami heißt zum zweiten Mal nach 2009 Andy Murray.

Der 25-jährige Schotte schlug am Sonntag im Endspiel des mit 4,3 Millionen Dollar dotierten Events in Key Biscayne nach 2:44 Stunden den Spanier David Ferrer mit 2:6, 6:4, 7:6 (1).

Für Murray ist es sein bereits neunter Sieg bei einem ATP-1000-Turnier.

Damit überholt er in der ewigen Bestenliste den Österreicher Thomas Muster, der es in seiner Karriere auf acht Masters-Titel brachte (Statistik).

Einen davon holte der Steirer 1997 ebenfalls in Key Biscayne, wo er 1989 von einem betrunkenen Autofahrer angefahren wurde.

710.160 US-Dollar Preisgeld

Auf der ATP-Tour ist es für Murray sein insgesamt bereits 26. Titel, für den er neben 1000 Punkten für die Weltrangliste auch noch 719.160 US-Dollar Preisgeld ausgezahlt bekommt (Rekord-Turniersieger auf der ATP-Tour).

Im ATP-Ranking verdrängt er zudem am Montag den Schweizer Roger Federer vom zweiten Platz.

David Ferrer, der im Viertelfinale Jürgen Melzer eliminierte, überholt Landsmann Rafael Nadal und ist nun Vierter. Sowohl Federer als auch Nadal waren heuer in Miami nicht dabei.

Müder Murray

Nach einem verkorksten ersten Satz kam Murray, der von Beginn an müde wirkte, im zweiten Durchgang langsam auf Touren.

Nach dem Satz-Ausgleich musste er nach drei Breaks jeweils das Rebreak hinnehmen. Bei 5:6 sah sich der Schotte schließlich sogar mit einem Matchball gegen sich konfrontiert.

Kuriose Matchball-Abwehr

Diesen wehrte Murray in kurioser Manier ab: Nach einem Vorhandschlag des Schotten forderte Ferrer, obwohl er er den Ball problemlos hätte schlagen können, das Hawk-Eye an. Dieses gab den Ball von Murray aber ganz knapp gut, womit der Punkt an den Briten ging.

Ferrer haderte mit dem Spielverlauf

Dieser rettete sich in Folge ins Tiebreak, in dem ein von Krämpfen geplagter Ferrer chancenlos war.

Beide Spieler waren am Limit

"Das ist das Schöne an den Challenges", so Murray. "In manchen Matches wäre es vorbei gewesen. Diesmal war er glücklicherweise drin."

"Das Match hätte heute genauso gut anders ausgehen können. David ist einer der besten Spieler der Welt und jedes Mal, wenn ich gegen ihn spiele, erwarten die Leute einen Sieg von mir", meinte der Schotte.

"David ist ein großartiger Kämpfer"

"Das ist aber richtig schwer, weil er so ein großartiger Kämpfer ist und eine tolle Einstellung hat. Ich glaube nicht, dass er heute sein bestes Tennis gespielt hat und trotzdem hätte er fast gewonnen."

"Wir haben beide so hart gekämpft, wie wir konnten. Am Ende hatten wir beide körperliche Probleme", sah Murray beide Spieler am Limit. "Ich habe es zum Glück geschafft!"

Ferrers Negativ-Serie geht weiter

Für Ferrer nahm eine Negativ-Serie ihre Fortsetzung: Auch in seinem 13. Final-Spiel gegen einen Top-5-Spieler musste der ab Dienstag 31-Jährige den Platz als Verlierer verlassen.

Key Biscayne war allerdings auch noch nie ein guter Boden für Spanier: Sechs Mal stand ein Spieler von der iberischen Halbinsel im Endspiel, zum Titel reichte es aber nie.

Publikum unterstützte Ferrer

Dabei ist man in Miami auf die geographische Nähe zu Lateinamerika stolz. Der Anteil der spanisch sprechenden Bevölkerung ist in Florida relativ groß.

Dementsprechend durfte sich Ferrer auch im Endspiel über die Unterstützung des Publikums freuen.

"Ich muss mich bei euch entschuldigen"

"Wenn ich hier in Miami spiele, komme ich mir vor, als ob ich in Spanien spielen würde", bedankte sich Ferrer nach der Partie bei den Zuschauern.

"Ich muss mich bei euch entschuldigen", meinte Ferrer mit einem verschmitzten Lächeln. "Andy hat sich den Sieg heute verdient. Es tut mir wirklich leid. Ein Punkt hat gefehlt. Das nächste Mal probiere ich es wieder!"

Christian Frühwald

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