Melzer widerlegt die Kritiker

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Melzer erstmals seit zwei Jahren in 1000er-Achtelfinale

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Totgesagte leben länger!

Nachdem Jürgen Melzer nach seinem etwas durchwachsenen Saisonstart von einigen schon abgeschrieben und ihm der baldige Gang in den Ruhestand nahelegt wurde, beweist der 31-Jährige derzeit in Übersee, dass mit ihm auch in der nächsten Zeit zu rechnen sein wird.

In der Nacht auf Montag zog der Niederösterreicher bei dem mit 4,169 Millionen Dollar dotierten ATP-1000-Turnier in Miami ins Achtelfinale ein.

Melzer zwang den Deutschen Tobias Kamke, der zuvor Indian-Wells-Finalist Juan Martin Del Potro eliminierte, mit 6:7 (3), 6:3, 6:4 in die Knie.

Achter Sieg in Folge

Für den ÖTV-Daviscupper war dies sein bereits achter Sieg in Folge. Vor Miami gewann er das stark besetzte Challenger-Turnier in Dallas.

Dort tankte Melzer nach den zuvor schwachen Leistungen wieder das im Tennis so wichtige Selbstvertrauen.

"Dallas war quasi ein Mentaltraining"

"Das war quasi ein Mentaltraining, das genau zum richtigen Zeitpunkt in die richtige Richtung gewirkt hat", erklärte Melzer in einem Interview auf der neuen ÖTV-Homepage.

"Ich habe dort sehr viele enge Matches zu spielen gehabt, habe dort auch nicht unbedingt mein bestes Tennis gespielt."

"Ich habe aber trotzdem gewonnen. Und das ist das einzig wirklich Wichtige! Das Selbstvertrauen ist dadurch besser geworden, und damit hat sich - quasi Hand in Hand - auch das Spielerische verbessert."

Sechs Drei-Satz-Erfolge

Ein Blick auf seine letzten Ergebnisse zeigt, wie eng es auf der ATP-Tour zugeht: Nachdem Melzer in Indian Wells in der ersten Runde im Tiebreak des dritten Satzes gegen Mischa Zverev verlor, entschied er danach von seinen achten Siegen sechs über die volle Distanz für sich.

Ende des vergangenen Jahres engagierte der Österreicher mit dem Deutschen Alexander Waske einen neuen Coach. Mit diesem arbeitet der Deutsch-Wagramer vor allem an einen höheren Aggressivität von der Grundlinie.

"In Dallas und Miami lief es schon ganz gut. Es gibt aber immer wieder Matches, bei denen ich zu passiv bin."

Bisherige Saison lief nicht so schlecht

Melzer legt im ÖTV-Interview allerdings auch darauf wert, dass seine bisherige Saison auch vor Dallas keinesfalls katastrophal verlief.

Neben den bitteren Niederlagen im Davis Cup gegen Kasachstan verlor er zwar in Auckland, Memphis, Acapulco und eben Indian Wells jeweils in Runde eins, ansonsten durften sich die Ergebnisse aber durchaus sehen lassen.

In Zagreb stand er im Endspiel, in Brisbane im Viertelfinale, zudem erreichte er bei den Australian Open die dritten Runde, wo er sich einem überragenden Tomas Berdych geschlagen geben musste.

"Man kann alles schlecht reden"

"Wenn man unbedingt will, dann kann man alles schlecht reden. Dass man nicht jede Woche Turniere gewinnen kann, damit muss ich mich leider abfinden", nimmt es der vierfache ATP-Titelträger dank seiner Routine locker.

"Ich habe in meinen Matches heuer knapp 500 Punkte gemacht. Mein Ziel, die Top 20 zu erreichen, hat sich also im Vergleich zum Saisonbeginn nicht verändert", stellt die ehemalige Nummer acht der Welt klar.

Im Achtelfinale gegen Spanier Ramos

Diese Platzierung erarbeitete sich Melzer übrigens im Frühjahr 2011 in Monte Carlo mit seinem Viertelfinal-Sieg über Roger Federer. Damals stand er zum letzten Mal im Achtelfinale eines 1000er-Turniers.

In Miami bekommt es Melzer als nächstes erstmals auf der Tour mit dem Spanier Albert Ramos zu tun. Der Weltranglisten-61. eliminierte US-Altstar James Blake mit 6:4, 2:6, 7:5. 

Christian Frühwald

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